Dokumentation über den Einsatz von Antibiotika und Einsatz von Hilfskräften im Rahmen des Mindestlohngesetzes belastet Bauern

Kreisbauerntag beklagt zuviel Bürokratie in der Landwirtschaft

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Vier neue Meister: Kreisbäuerin Gabi Waldleitner, BBV-Kreisobmann Johann Drexl (v.l.) und die EU-Abgeordnete Ulrike Müller (r.) gratulierten (v.l.) Stefan Erhardt, Alexander Rasch, Josef Trinkl und Birgit Wörl zur bestandenen Prüfung.

Landsberied – Über zu viel Bürokratie für die Landwirte klagte Kreisobmann Johann Drexl beim Kreisbauerntag des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Landsberieder Dorfwirt. Bei Gastreferentin Ulrike Müller, Mitglied im Europäischen Parlament, stieß er damit auf offene Ohren. 

Müller (Freie Wähler,  als MdEP in der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa)  sagt aber auch, die Deutschen seien oft selbst schuld. Eine der neuen  Pflichten für die Landwirte ist eine ausführliche Dokumentation des Einsatzes von Antibiotika in der Tierzucht. Eine Maßnahme, für die auch der stellvertretende Landrat Uli Schmetz in seinen Grußworten warb. Widersprechen mochte Drexl da zwar nicht. Er bezeichnete die zunehmenden Dokumentationspflichten für die Bauern dennoch als „krass“. 

Dass nun auch der Einsatz von Hilfsarbeitern im Rahmen des Mindestlohngesetzes ausführlich aufgezeichnet werden muss, kommentierte Drexl mit den Worten: „Es artet langsam aus.“ Auch EU-Politikerin Müller, sie bewirtschaftet mit ihrem Ehemann einen landwirtschaftlichen Betrieb,  sagte: „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es reicht.“ Bei den Vorschriften für die Landwirte müsse man sich vor Augen halten, dass immerhin jeder siebte Arbeitsplatz durch die Landwirtschaft und die vor- und nachgelagerten Bereiche gesichert werde. Diese Aussage ging aber nicht nur an die EU, in der viele der neuen Gesetz verabschiedet werden. „Deutschland ist gut dabei, auf EU-Vorgaben noch eins draufzusatteln“, sagte sie. Manchmal werde das auch übetrieben. Gleichwohl gebe es Mitglieder im Europäischen Parlament, die die Bürokratie abbauen wollen.

 Äußerst kritisch sieht Müller auch ein neues Papier der EU-Kommission. In dem soll unter anderem vorgeschrieben werden, zu welchen Teilen aus dem Wald gewonnenes Holz zum Beispiel für die Papierproduktion verwendet werden muss. „Das ist ein Eingriff ins Eigentum, gegen den man sich mit aller Macht wehren muss.“ 

Dagegen sprach sich die EU-Abgeordnete aus dem Allgäu klar für eine Klonfleisch-Vorerdnung aus, gestand aber auch ein: „Diese auf den Weg zu bringen, wird nicht ganz leicht, da Klonen nicht nachweisbar ist.“ Im Rahmen des Kreisbauerntages konnte Drexl außerdem etliche neue Landwirtschaftsmeister in den Reihen des BBV begrüßen. Stefan Erhardt, Alexander Rasch, Josef Trinkl und Birgit Wörl haben die Prüfung mit Erfolg abgelegt. Die Frau im Bunde zählte sogar zu den besten Absolventen in Bayern. 

Andreas Daschner

 

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