Polizeipräsident Walter Kimmelzwinger, PP Ingolstadt Nord, stellte Kriminalstatistik 2015 vor - 62 823 Straftaten

322 Enkeltrick-Betrugsfälle im Landkreis FFB

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Blick entlang des Rathauses Fürstenfeldbruck. Der Raum Fürstenfeldbruck war lt. Kriminalstatistik 2015 am meisten von Enkeltrickbetrugsfällen betroffen.

Fürstenfeldbruck/Landkreis -  Im Jahr 2015 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord 62 838  Straftaten statistisch erfasst, davon 7 234 Straftaten mit Tatort im Landkreis Fürstenfeldbruck, wobei im Raum FFB  322 Fälle von Enkeltrickbetrug registriert wurden. Die Fallzahlen bei Vermögens- und Fälschungsdelikten, wozu auch die Internetkriminalität zählt, nehmen zu. Polizeipräsident Walter Kimmelzwinger stellte im Rahmen eines Pressegesprächs am 8. 4. 2016 beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord  die Sicherheitsbilanz des Jahres 2015 vor.  

Zur Gesamtentwicklung: Im Vergleich zu 2014 mit 62 558 gemeldeten Straftaten, beinhaltet die Gesamtzahl von 62 838 Straftaten im Einzugsbereich des PP Oberbayern Nord einen Anstieg um 280 Fälle (plus von 0,4 Prozent).

Die höchsten Aufklärungsquoten wurden 2015 bei Straftaten gegen das Leben erzielt - insgesamt 36 Delikte von Mord (14) und Totschlag (22) bearbeiteten die Kriminalpolizeiinspektionen, die Aufklärungsquote lag bei 100 Prozent.

Aufklärungsquote im Landkreis Fürstenfeldbruck beträgt  58, 7  Prozent

Delikte im Jahr 2015 im Landkreis FFB.

Geklärt werden konnten im Landkreis Fürstenfeldbruck bei 7 234 Straftaten insgesamt  4 243 Delikte, das bedeutet eine Aufklärungsquote von 58, 7 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg somit um 0,3 Prozent. Die Kriminalitätsbelastung betrug 3 440 Straftaten pro 100 000 Einwohner, die Häufigkeitszahl beträgt 3 568 Straftaten pro 100 000 Einwohner. Gegenüber 2014 wurden  im Landkreis FFB gegenüber 2014  insgesamt 198 Fälle weniger registriert, das ist ein Rückgang von -2,7 Prozent. 

Polizeidienststellen im Landkreis:

PI Fürstenfeldbruck, PI Olching, PI Germering, PI Gröbenzell

 

Im Bereich der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck wurden im Vorjahr 2 691  Straftaten verzeichnet, die Aufklärungsquote betrug 61,6 Prozent. 1822 Verkehrsunfälle, davon 339 Verletzte und 3 Getötete.  

PI Olching

Bei der PI Olching sind 1719 Straftaten registriert, die Aufklärungsquote betrug 57,3  Prozent. Zahl der Verkehrsunfälle gesamt: 1146, mit 213 Verletzten und 1 Getöteten.  (2014: 5 Tote). 

 

PI Germering

Bei der PI Germering wurden 2052 Straftaten gemeldet, die Aufklärungsquote betrug 62,6  Prozent, Verkehrsunfälle gesamt 1601, Verkehrsunfälle gesamt 1601, 279 Verletzte, 1 Getöteter.

PI Gröbenzell

Bei der PI Gröbenzell wurde im Vorjahr kein tödlicher Verkehrsunfall registriert, Verkehrsunfälle gesamt: 853, mit 165 Verletzten.

Die Zahl der Straftaten betrug insgesamt 1384, die Aufklärungsquote betrug 51,8 Prozent.

Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen stieg um 3,5 Prozent an

Kriminalstatistik 2015 - Ausländeranteil der Täter im Langzeitvergleich

Was den Anteil der Nichtdeutschen - ohne ausländerrechtliche Verstöße - unter allen Tatverdächtigen im Bereich des PP Ingolstadt Nord  angeht, betrug dieser 32,4 Prozent was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 3,5 Prozent bedeutet.

 Im Jahr 2015 wurden an oder in Asylbewerberunterkünften 1 109 Straftaten gemeldet. Die Aufklärungsquote liegt hier mit 85,3 Prozent sehr hoch, 946 Taten konnten aufgeklärt werden. Bei den begangenen Delikten dominiert die Körperverletzung mit 528 Taten. Insgesamt wurden dabei 828 Tatverdächtige ermittelt, von denen 791 Nichtdeutsche, aber auch 37 deutsche Staatsangehörige waren.

Zur Altersstruktur: Einem leicht rückläufigen Anteil von Kindern - bis 13 Jahre - und dem gleichbleibenden Anteil Jugendlicher von 14 - 17 Jahren, steht ein etwas gewachsener Anteil von Heranwachsenden - 18 bis 21 Jahre gegenüber. Der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen blieb nahezu unverändert und weist lediglich einen geringfügigen Anstieg von 0, 1 Prozent auf.

Einbrecher konnten zwar weniger Beute machen, die Zahl der Versuche hingegen ging nur geringfügig zurück

Während der Wohnungseinbruch in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, wurden im Jahr 2015 zum ersten Mal weniger Fälle gemeldet, mit 932 Taten im Jahr 2015 wurde das im mehrjährigen Vergleich noch immer hohe Niveau von 2013 erreicht. Es gingen aber die Fälle zurück, bei denen die Täter Beute machen konnten, also die vollendeten Einbrüche, die Zahl der Versuche sank allerdings nur geringfügig. 

Die Internetkriminalität steigt an - Schaden von 111 Millionen Euro durch Vermögens- und Fälschungsdelikte

 Jedoch ist bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten im Bereich des PP Ingolstadt Nord ein Anstieg um 6,0 Prozent auf 11 511 Straftaten zu verzeichnen. Dazu gehört auch die Internetkriminalität, die zum großen Teil diesen Bereich tangiert - Betrug/Datenveränderung etc. Hier wurden 2 566 Straftaten registriert, das bedeutet eine Zunahme von plus 5,0 Prozent. Durch Vermögens- und Fälschungsdelikte entstand ein Schaden von über 111 Mio Euro. Das entspricht 62 Prozent des durch Straftaten entstandenen Schadens im Zuständigkeitsbereich des PP Oberbayern Nord, während der Anteil von Vermögens- und Fälschungsdelikten nur 18,3 Prozent an der Gesamtkriminalität beträgt.

Kriminalitätsphänomen Enkeltrick - Raum Fürstenfeldbruck am stärksten betroffen

Einen drastischen Anstieg sog. Enkeltrickfälle verzeichnete das PP Oberbayern Nord 2015: Die Zahl hat sich im Vergleich zu 2014 verdreifacht. Es wurden 2014 noch 166 Delikte verzeichnet, im Jahr 2015 jedoch 502 Betrugsfälle. Hierbei kam es zu 13 Geldübergaben mit einem Gesamtschaden von 284 243 Euro. Mit 322 Fällen am häufigsten traten die skrupellosen Betrüger im Raum Fürstenfeldbruck in Erscheinung. Bei 8 Geldübergaben erbeuteten die 'Täter 173 243 Euro.

Rückläufig ist die Straßenkriminalität mit 10 884 Fällen, der niedrigste Wert seit Bestehen des PP Oberbayern Nord. Graffiti-Fälle nahmen allerdings auf 1046 Fälle zu, der Straßendiebstahl - insbesondere der Fahrraddiebstahl - ging um 1,2 Prozent leicht zurück. Der Straßenraub hat im Vergleich zum Vorjahr um 10 Fälle auf nun 30 Fälle abgenommen.

Zu den Rohheitsdelikten zählen Raub, Geiselnahme, Menschenraub aber auch Körperverletzung und Nötigung. Insgesamt wurden 9 882 Fälle gemeldet, 299 Fälle mehr als im Vorjahr, die Aufklärungsquote lag jedoch bei 91,9 Prozent. Der Schwerpunkt der Delikte ist festzustellen bei der Körperverletzung mit  insgesamt 7 269 Fällen. Hier ist gegenüber ein Anstieg um 4,1 Prozent zu verzeichnen.

Im Bereich des PP Ingolstadt Nord leben 1 504 021 Einwohner

   

Auf einer Gesamtfläche von 7 373 Quadratkilometern werden insgesamt 1 504 021 Einwohner betreut. Die Bevölkerung im Zuständigkeitsbereich nahm gegenüber 2014 um 19 316 Einwohner oder 1,3 Prozent zu.  

 

Ergänzend wurde  die Kriminalitätsentwicklung der einzelnen Landkreise, der Stadt Ingolstadt und des Flughafens München vorgestellt. Der Schutzbereich des Polizeipräsidiums umfasst die Landkreise Erding, Ebersberg, Freising, Fürstenfeldbruck, Dachau, Landsberg, Starnberg, Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen sowie die kreisfreie Stadt Ingolstadt. Im Zuständigkeitsbereich liegt auch der Flughafen München.

red/KB H. Spies

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