200 Krippenfiguren gesammelt - Oberschlesische Zuwanderer zeigen in Bruck private Ausstellung

Sie kamen in den 60er und 70er Jahren aus dem ehemaligen deutschen Oberschlesien: Helene W. („Leni“), heute 87 Jahre alt, Günther und Margarete Kasprowski, beide 69, damals Aussiedler aus Hindenburg und Alt-Berun/Kattowitz, Polen, die im Brucker Westen heimisch wurden. Und sie brachten ihre oberschlesischen Weihnachtsbräuche mit. Es ist wie der Blick in einen großen, kindlichen Wundergarten, die aufgebauten Krippen (4x1,2 m und 3x1,2 m) in der Livry-Gargan-Straße und im Sulzbogen in beiden Haushalten zu betrachten. Bei „Leni“ tummeln sich schon seit 1985 rund 200 Sammelfiguren - Mensch und Tier - auf der dreiteiligen, ausgeschmückten Hartfaserplatte im Wohnzimmer.

Bei den Tierfreunden Kasprowski sind es „nur“ etwa 150 Figuren. Beide Ausführungen jedoch durchaus kirchenwürdig. Günther Kasprowski: „So war es in jeder oberschlesischen Kirche. Wir kannten es nicht anders.“ Glaubhaft diese Fülle an Anbetung und Verehrung zu Christ Geburt, wenn daneben dann auch noch denkmalreife Christbäume stehen, wie sie ansonsten in ihrer festlich-feierlichen Ausschmückung so nicht anzutreffen sind. „Das bleibt so stehen bis zum 29. Januar“, sagt Leni W., „aber dann brauche ich wieder Platz für meine Gäste.“ Die muntere Endachtzigerin feiert Anfang Februar ihren Geburtstag. Seit 1963 war sie für 20 Jahre im Brucker Landratsamt tätig. „Das war für mich überhaupt nicht leicht im Anfang. Die hielten mich immer für eine Polin. Aber dann habe ich mich aufgerafft und mir Respekt verschafft. Was konnte ich dafür, dass wir Deutsche nach dem Krieg polnisch reden und schreiben lernen mussten …“ Ihr jüngerer Schwager Günther, ein gelernter Maschinenbautechniker und später langjährig in der Produktionskontrolle bei Knorrbremse in München tätig, ist für den Aufbau und die Elektrik der beiden Krippen-Großanlagen zuständig. „Bei der Leni ist das in einem Tag erledigt“, sagt der Spätaussiedler und erster Betreuer von Schäferhund Falko. Ehefrau Margarete, Hochschulabsolventin mit Lehramtsstudium im ehemaligen Beuthen mit Kohlebergbau und Schwerindustrie, brachte die eigene Krippe schon 1966 in ihre erste Landkreiswohnung in Geltendorf ein. Ehemann Günther hat sie dann bis in die 80er Jahre auf die heutige Größe komplettiert. Auch hier, im Sulzbogen, bleibt der liebevolle Aufbau bis weit nach Dreikönig stehen. „Dann kriegen die Figuren ihren Urlaubsschein - bis zum nächsten ersten Advent …“

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