Haydar Isik liest  Sultan Saladin in der Stadtbiliothek FFB – Danach Gespräch über die Situation des kurdischen Volkes

Sultan Saladin - Lesung mit  deutsch-kurdischem Autor

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Der deutsch-kurdische Autor Haydar Isik liest am 27. 11., 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck aus "Sultan Saladin". Danach folgt ein Gespräch über die heutige Situation des kurdischen Volkes.

Fürstenfeldbruck – Am  27.11., 19.30 Uhr,  liest der im Landkreis beheimatete  deutsch-kurdische Autor Haydar Isik in der Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck. Titel der Lesung: "Sultan Saladin".  Im  Anschluss  findet ein Gespräch über die heutige Situation des kurdischen Volkes statt.

 Sultan Saladin, der aus einer kurdischen Familie stammte, war der Gründer der Ayyubiden-Dynastie und Gegenspieler von Richard Löwenherz im 12. Jahrhundert. Lessing stellte ihn in "Nathan der Weise" als das Idealbild des toleranten Herrschers dar und in der muslimischen Welt wird er als Held betrachtet. Was verbindet den Autor Haydar Isik mit dem Ayyubidenherrscher? Als Kind hat er eine Szene in einem Film gesehen, die ihn sehr beeindruckt hat: Saladin und Richard Löwenherz begegnen sich. Löwenherz zeigt ihm sein Schwert, das lang, schwer und kräftig ist und er schlägt ein Eisen mit diesem Schwert in zwei Stücke. Daraufhin nimmt der zierliche, feine Saladin ein Seidentuch, wirft es in die Luft und hält sein Schwert unter das Tuch, so dass es zerschnitten wird. Saladin siegt nicht mit Gewalt, sondern mit Verstand. Das fand Isik sehr beeindruckend und so beschäftigte er sich seit seiner Jugend mit dieser historischen Figur. Obwohl in seiner Zeit ein Kulturenkrieg herrschte, blieb Saladin stets ein gerechter Herrscher und Vorbild eines toleranten Monarchen.

Ein Teil des Buches ist Saladins Onkel Sherko gewidmet, weil Saladin bei ihm die militärischen Kenntnisse und Staatsführung gelernt hat. Sherko ist ein heldenhafter Kämpfer, Saladin der weltoffene Feingeist. Diesen Kontrast wollte Haydar Isik zeigen. Saladin hat auch für den Islam gekämpft, aber er war ein guter Mensch. Er hatte kein Problem mit der einheimischen Bevölkerung und ihren verschiedenen Religionen. Sein Islam war friedlicher und weltoffener als der von heute.

“Haydar Isik schafft es mit Sultan Saladin, dem Leser nicht nur die Geschichte eines Mannes zu erzählen, sondern auch die Gefühls- und Gedankenwelten eines Volkes näher zu bringen. Er präsentiert die Kurden des 12. Jahrhunderts als ein stolzes, starkes und ehrenhaftes Volk, das viele Anhänger gewinnt. Aber auch innerislamische Feinde erschafft, die von Saladin als machtgierig und nicht in ihrem Glauben gefestigt, präsentiert werden. Wer sich auf Isiks Worte einlässt, wird mit einer sprachlichen Schönheit belohnt, die man selten lesen darf.“ Florian Haamann, SZ

Haydar Işık, geboren am 1. September 1937 in Dersim, kam 1974 als Türkischlehrer nach München. Er ist freier Autor, Übersetzer und schreibt Kolumnen in türkischer, kurdischer und deutscher Sprache. Bisher sind in türkischer Sprache mehr als 10 Romane verlegt worden. In deutscher Sprache sind vor seinem aktuellen Werk erschienen: 'Der Agha aus Dersim', 'Die Vernichtung von Dersim'. 'Verloren in Deutschland (Kurzgeschichten)'.Haydar Işık war von 1996 bis 1998 Vorsitzender des Kurdischen PEN Zentrums und ist Mitglied des Bayerischen Schriftstellerverbandes. Er lebt in der Nähe von München, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Kooperationsveranstaltung mit Sozialforum Amper, Kulturraum Rondo, Bündnis „Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun“, GEW und DGB Fürstenfeldbruck sowie der Buchhandlung Treffpunkt Wagner und der VHS Fürstenfeldbruck

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