Landtagsabgeordnete Maria Magdalena Hochgruber Kuenzer warnt Politik vor zu viel Aktionismus

Landfrauentag in Mammendorf

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Brucks Kreisbäurin Gabi Waldleitner (vorne) konnte die südtiroler Abgeordnete Maria Magdalena Hochgruber Kuenzer (rechts daneben) für die Festrede gewinnen.

Mammendorf – Sie sollen den Mut haben, etwas Neues zu beginnen, um Beschäftigung und Wachstum zu unterstützen: Das riet die Südtiroler Landtagsabgeordnete Maria Magdalena Hochgruber Kuenzer den Bäurinnen des Landkreises beim Landfrauentag im Mammendorfer Bürgerhaus. Das schaffe Vielfalt – und die stand im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Hochgruber Kuenzer zeigte an einem Beispiel in ihrer südtiroler Heimat auf, wie die Bäurinnen aktiv werden können. Dort hätten die Landfrauen eine eigene Sozialgenossenschaft auf die Beine gestellt, die zu Beginn eher kritisch beäugt worden sei. „Da hieß es: Für was brauchen die Frauen sowas“, sagte die Abgeordnete. Doch die Genossenschaft arbeite genau nach den Prinzipien, Beschäftigung und Wachstum zu unterstützen. Überhaupt hob Hochgruber Kuenzer die Rolle der Bäurinnen in der Landwirtschaft hervor. Die Landfrauen hätten immer vor Ort umgesetzt, was auf europäischer Ebene beschlossen und in den Ländern in Gesetze gegossen wurde. „Die Bäurinnen sind die Mütter der Landwirtschaft, an ihnen liegt es, ob die Landwirtschaft eine Zukunft hat“, sagte die Politikerin. Die Vielfältigkeit der Landwirtschaft, die durch die Spezialisierungen in den 90er-Jahren entstanden sei, werde heute als Selbstverständlich angesehen. „Die Bäurinnen – und natürlich auch die Bauern – sind die Veränderungen immer mitgegangen“, sagte Hochgruber Kuenzer, warnte aber auch die Politik vor zu viel Aktionismus, denn: „Zu viele Veränderungen in einem Jahr hält keiner aus.“

Beim Thema Vielfalt kam die Sprache natürlich auch auf die aktuelle Flüchtlingskrise. Brucks Kreisbäurin Gabi Waldleitner erinnerte daran, dass die Menschen in deutschland seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit leben. „Wir sollten mal überlegen, wie gut es uns geht.“ Man dürfe die Flüchtlinge nicht als Bedrohung ansehen, sondern als Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, sowie als Chance, andere Kulturen kennenzulernen. „Dann wird es noch ein bisschen vielfältiger auf unseren Dörfern“, sagte Waldleitner. Das Spannungsfeld, mit dem die Politik bei diesem Thema derzeit kämpfen muss, machte Landrat Thomas Karmasin an zwei Sprichwörtern deutlich: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Und: „Wer in ein Dorf kommt, muss sich dessen Gepflogenheiten anpassen.“

Einerseits müsse man mit den Menschen, die zu uns kommen, auskommen und sich um sie kümmern. „Andererseits dürfen wir auch erwarten, dass sich diese Menschen anpassen“, so Karmasin. Die Entwicklungen in diesem Spannungsfeld macht dem Chef der Kreisbehörde Sorgen: „Die Standortfrage in Adelshofen beispielsweise entwickelt sich leider zu einem Bürgerbegehrens.“

Andreas Daschner

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