Landratsamt Fürstenfeldbruck plant Komplex mit zweigeschossigen Parkdeck

Auf Sanierung folgt Neubau

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Die Sanierungen sind in vollem Gange.

Fürstenfeldbruck - Akten brauchen kein Licht. Aus diesem Grund soll die Registratur des Landratsamtes umziehen – in ein fensterloses Gebäude. Der Bauteil in dem die Akten zuvor untergebracht waren, soll saniert werden, sodass hier gut belichtete Büroräume entstehen. Die Akten kommen dann in einen Teil des neuen Gebäudes, wodurch zusätzlich 32 weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, so der Plan. In der projektbegleitenden Arbeitsgruppe des Kreisausschusses der Baukommission sprach man sich mit großer Mehrheit für einen Umbau des Landratsamtes mit Neubau und gegebenenfalls einer Errichtung eines zweigeschossigen Parkdecks aus. Ziel dieser Maßnahme sei die Schaffung von zusätzlichen Arbeits- und Parkplätzen.

Der Nordflügel bereits geschafft

Der letzte Umbau des Haupthauses liegt vierzehn Jahre zurück und wurde damals um den Pavillonbau mit sechzig Büros erweitert. Schon seit neun Jahren laufen Modernisierungen im Landratsamt, die voraussichtlich auch noch ein paar Jahre andauern werden. „Stufenweise wird jedes Jahr ein Geschoss saniert“, informierte Axel Schuhn, Referatsleitung Kreiseigener Hoch-/ Tiefbau im Landratsamt, über die derzeitigen Arbeiten. Der Nordflügel sei bereits geschafft und der Westteil werde gerade herunter gebrochen. Deshalb biete sich an, den Umbau zu planen, da sich das Erdgeschoss im gleichen baulichen Zustand befinde und somit ohne großen Aufwand die Räume in Bürogebäude umgewandelt werden könnten. Sechzig Prozent des Gebäudes seien somit bereits saniert.

Fehlender Brandschutz und keine EDV

Grund für die Sanierungsarbeiten stelle unter anderem der fehlende Brandschutz und die beim Bau des Stammhauses nicht vorgesehene elektronische Datenverarbeitung (EDV) dar. „Im Gebäude wurden 20 Kilometer Kabel für die EDV verlegt“, erklärte der Abteilungsleiter 1 Zentraler Service im Landratsamt, Wolfgang Kaufmann. Neben den Sanierungen wird nun ein Neubau geplant. „Wir platzen aus allen Nähten“, begründete Landrat Thomas Karmasin diesen Entschluss. Im letzten Jahr seien sechzig neue Stellen geschaffen worden, wovon 40 Stellen nur für Asyl vorgesehen waren. Auch im nächsten Jahr erwarten die Beteiligten steigende Zahlen. „Wir rechnen mit weiteren Belastungen“, sagte Karmasin. Es gäbe immer noch viel zu tun, auch wenn nur wenig nach draußen dringe und deshalb der falsche Eindruck entstehe, dass sich die Situation entspannt habe. So sei unter anderem das Jugendamt einer permanenten Belastung ausgesetzt. „Unser Landratsamt wächst und wächst“, erklärte Karmasin.

Das Bauvorhaben

Auf der Westseite soll der Neubau mit Parkdeck angrenzen.

Axel Schuhn stellte deshalb die geplante Variante und mögliche Alternativen zum Bauvorhaben vor: In einer Variante, der „großen Lösung“, ist geplant am westlichen Bauteil ein zweigeschossiges Parkdeck mit 72 Stellplätzen und einen Neubau zu errichten. Dieser Plan sei in Anbetracht der sehr angespannten Parkplatzsituation für Besucher die sinnvollere Variante. Einen Haken gebe es jedoch: „Die derzeitigen Parkplätze, die sich bereits am Ort befinden müssten weichen“, sagte Schuhn. Auch ein paar Bäume müssten gefällt werden, was nicht jeder im Bauausschuss unterstützte. Auch wenn 29 Parkplätze dadurch verloren gingen, sollen dennoch 43 neue zusätzliche Parkplätze durch das Deck geschaffen werden. „Viele Mitarbeiter können nicht auf das Auto verzichten“, begründete Schuhn diesen Schritt. Dass wenig Plätze für Gäste und Mitarbeiter zur Verfügung stünden, sei kein Geheimnis, weshalb mit dem Parkdeck eine weitere Parkmöglichkeit für Mitarbeiter entstünde. Bei der anderen Variante, sehen die Planer nur die Registratur ohne Parkdeck vor. Dies sei aber nicht wirklich eine Alternative: „Das Entscheidende ist der andere Vorschlag, sonst müssten wir noch einmal überlegen“, erklärte Schuhn. Der Umbau sei wichtig, damit das Landratsamt auch weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber bleibe, meinte Kaufmann.

Schon jetzt Verhandlungen

Daneben werden bereits Verhandlungen zur Anmietung zusätzlicher Räume und weitere Möglichkeiten im Stadtgebiet geführt. Von einer Auslagerung von Mitarbeitern ist der Landrat jedoch weniger begeistert: „Die Gebäude quer über die Stadt zu verteilen ist keine angenehme Lösung“, meinte Karmasin. Auch wenn die Pläne detaillierte Angaben enthielten, warnte Schuhn vor voreiligen Schlüssen, da es sich bei den Zeichnungen um keinen fertigen Plan, sondern nur um eine Machbarkeitsstudie handle.

Die Kosten

Laut dieser würde das gesamte Vorhaben knapp drei Millionen Euro kosten, wobei rund 2,23 Millionen auf den Neubau der Registratur und 720.000 Euro auf das Parkdeck fallen würden. Die Summe könnte sich entgegen der Studie jedoch noch erhöhen. Ob es im Herbst 2017 überhaupt zum Spatenstich kommt, hängt von der Entscheidung der öffentlich tagenden Kreisgremien ab. „Wir haben die Kosten und gehen damit in die Entscheidung“, sagte Schuhn.

Felix Hamann

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