Räumliche Entwicklungsstrategie

Gegen das rasche Wachstum

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Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz und Gemeindetag-Chef Michael Schanderl glauben, mit der RES einen hochwertigen Leitfaden für die künftige Entwicklung des Landkreises in der Hand zu haben.

Fürstenfeldbruck/Landkreis – Der Landkreis will sich nicht dem Siedlungsdruck aus der Landeshauptstadt München beugen. Maximal ein Prozent soll das jährliche Bevölkerungswachstum betragen. Das ist eines der Ergebnisse der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES), die nun im Rahmen der Struktur- und Potenzialanalyse vorgestellt wurde.

Die endgültigen Handlungsempfehlungen sind zwar noch nicht manifestiert, der Abschlussbericht der RES wird erst Anfang 2017 präsentiert. „Wir haben aber ein Stadium erreicht, das schon eine Richtung aufzeigt“, sagt Landrat Thomas Karmasin. Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl, zugleich Vorsitzender des Gemeindetags, ist zuversichtlich, „dass das Ergebnis ein Leitfaden für die Planungen in den Gemeinden und eine Leitschnur für den ganzen Landkreis sein kann“.

Die sieben Ziele

Aus dem Strategieplan wurden sieben Teilziele abgeleitet: Der Landkreis will sich demnach innerhalb der Region zwischen München und Augsburg stärker positionieren. Außerdem sollen Landschaftsräume erhalten und weiterentwickelt werden, Naherholungsräume gilt es aufzuwerten. Darüber hinaus setzt der Landkreis auf eine ortsverträgliche Mobilität und eine Vielfalt an Wohnformen. Die Wirtschaft soll gefördert, die Ortsbilder und ihre Besonderheiten sollen gestärkt werden.

Zukunft des Fliegerhorstes

Großes Potenzial sieht Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz in der Entwicklung des Fliegerhorstes, wo ein attraktiver Arbeits- und Wohnstandort entstehen könne. Daneben weist die RES weitere potenzielle Siedlungsflächen aus, die aber nicht sofort voll ausgeschöpft werden sollen. „Wenn etwa ein Drittel der Potenzialflächen weiterverfolgt würde, entspräche das dem gewünschten Wachstum von einem Prozent“, führt die Kreisbaumeisterin aus.

Schanderl arbeitet im Gemeindetag in diesem Zusammenhang an dem schon öfter diskutierten Plan, eine interkommunale Wohnbaugesellschaft zu schaffen. „Unterschrieben ist noch nichts“, betont er. Aber der Gemeindetag-Chef ist guter Dinge, dass eine solche Gesellschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre auf den Weg gebracht werden kann.

Grüne Verbindung zwischen Ost und West

Wichtig ist Leitz indessen auch der Erhalt der Landschaft. „Die Freiräume zwischen den Ortschaften sollen möglichst frei gehalten werden.“ Amper- und Maisachtal könnten darüber hinaus eine Aufwertung erfahren und so eine grüne Verbindung des östlichen mit dem westlichen Landkreis schaffen.

Entwicklung des Verkehrs

Auch in Sachen Mobilität macht die RES konkrete Vorschläge: So seien neue S-Bahnhalte zum Beispiel im Bereich des Emmeringer Reginawerks vorstellbar. Althegnenberg lehnt dagegen einen eigenen S-Bahnhaltepunkt ab. „Dort wünscht man sich lieber, dass der regionale Zugverkehr gestärkt und die Takte verkürzt werden“, sagte Leitz. Generell gelte es, Tangentialverbindungen im Landkreis zu fördern.

Rund um die Bahnhöfe in Fürstenfeldbruck und Germering soll laut RES verstärkt arbeitsplatzintensives Gewerbe angesiedelt werden, so dass Arbeitnehmer kurze Wege von den öffentlichen Verkehrsmittel zum Arbeitsplatz haben. „Derzeit gibt es dort oft Lagerflächen, die in der Nähe von S-Bahnhöfen eine Raumvergeudung sind“, sagt Leitz.

RES geht im März an Öffentlichkeit

Der Abschlussbericht der RES soll am 6. März im Ausschuss für Energie, Umwelt und Planung des Landkreises präsentiert werden. Am 14. März wird das Ergebnis laut Leitz bei einer großen Abschlussveranstaltung öffentlich präsentiert.

Andreas Daschner

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