Leben mit dem Katholizismus – Drei Jungfilmerinnen stellen ihren Film AVE MARIA im Sozialzentrum Olching vor

Die drei Filmschaffenden Amparo Mejias, Anna Brass und Agata Wozniak mit ihrem Unterstützer, Olchings Stadtrat Peter Knoll. Foto: Günter Schäftlein

Alles begann mit der gemeinsamen Studium-Aufnahme an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film im Okt. 2007: Für Anna Brass, 30, (D) mit Wurzeln in Schöngeising, Agata Wozniak, 25, (P) mit Wurzeln in Bielsko-Biala, und Amparo Mejias, 29, (E) mit Wurzeln in Andalusien. Gemeinsame Überlegungen zu einem Frauenbild von heute führte sie 2011 zusammen, zum 72minütigen DVD-Erstfilm AVE MARIA.

Eine „bittersüße Collage über drei Frauen“ in drei unterschiedlichen Ländern und einem katholisch vorgeprägten Milieu. Die ersten filmischen 16-mm-Kurz-Experimente hatten die Gestalterinnen dabei in den Prüfungsaufgaben der Hochschule längst absolviert. Es ging ihnen jetzt um etwas Größeres, Neues. Die drei Schicksale ihrer Protagonistinnen greifen dabei ständig ineinander, vermeiden das Nacheinander eines Episodenfilms: So, wie es sich für den Handlungsstrang aus dem Verlauf der Vorgespräche und der filmischen Umsetzungen grundsätzlich ergab. „Alles gemeinsam erarbeiten, wenn auch für jeden mit spezifischen Gedanken.“ Alicia, die Spanierin lebt dabei mit ihrer 4jährigen Tochter Nazareth in Sevilla. Gemeinsam besuchen Mutter und Tochter die Prozessionen in der Karwoche. Die von Alltag und Mutterschaft gestresste Alicia sucht Trost und Hoffnung bei der Gottesmutter. Im polnischen Part arbeitet Ania als Organistin in einer Kirche. Hier ist der Katholizismus „tiefer Ausdruck der Identität des Landes“: 93% der Polen sind katholischen Glaubens und Maria ist die Fürsprecherin des Volkes. „Irgendwo dazwischen ist Ania“, mit ihrer Erwartung und Vorstellung vom Leben, mit Traditionen behaftet und von Enttäuschungen aus ihrer unmittelbaren Umgebung mitgeprägt. Sybille, die Deutsche, versucht die Rolle der Frau mit der Aktualität und aus ihrer angewandten Kunst zu definieren, beispielhaft auch an einer dialektisch so umstrittenen Figur wie der „Jungfrau Maria“. Sybille beansprucht gleichzeitig aber auch Kraft aus der Religion und Harmonie für ihr Leben. Alle drei Frauen verkörpern in ihren Ideen, ihrer Spiritualität, in Sorgen und Hoffnungen die „Beteiligung am Karussell katholischer Rituale und des katholischen Lebensgefühls.“ Die in München geborene Anna Brass wuchs in Schöngeising auf, studierte Sprachen, Wirtschaft und Kulturraumstudien in Passau und Aix en Provence, debütierte als Regieassistentin in einer Münchner Filmproduktion. In einem zunächst katholisch ausgerichteten Elternhaus wurde sie allerdings erst mit acht Jahren getauft. Heute sieht Anna den Katholizismus differenzierter: „Ich sage ‚ja’ zur Philosophie und Historie.“ Agata Wozniak kam 1994 aus Polen nach Kassel, wo sie aufwuchs. Nach dem Abitur ergab sich für sie direkt ein Anschluß an die filmische Weiterbildung. Ihr Filmdebüt „Ultima Thule“ erbrachte in Villach/Kärnten eine österreichische Auszeichnung. Ihr Elternhaus betrachtet sie als „nicht streng katholisch“, jedoch mit gewissen religiösen Regeln, Gewohnheiten in einer respektvollen Erziehung. Die im südspanischen Sevilla geborene, zurückhaltende Amparo Mejias sah für sich den Filmbereich als Lebenswunsch - und das Thema „Ave Maria“ als ein Bedürfnis. Ihr Studium bestritt sie über Medienwissenschaften. Im allgemein noch als christlich-fundiert geltenden Spanien unterhielten ihre Eltern „ein offenes Haus in religiösen Fragen. Sie unterstützen mich in meinen Ambitionen zu einem aufgeklärten Katholizismus.“ Der DVD-Film „AVE MARIA“ wird im Sozialzentrum Olching am 14. Mai, 19.30 Uhr, in Anwesenheit der drei Filmschaffenden vorgestellt. Informationen zum DVD-Film-Bezug über e-Mail: annabrass@hotmail.com

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