Ursula von der Leyen sprach beim Neujahrsempfang der Kreis-Frauen-Union der CSU  im Emmeringer Bürgerhaus 

Ministerin: Bundeswehr muss um ihren Nachwuchs "strampeln"

+
Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen sprach beim Neujahresempfang der Kreis-Frauen-Union der CSU in Emmering.

Emmering – „Ich kann verstehen, dass der Verlust des Standortes viele schmerzt, aber die Entscheidung ist ein Tribut an die Neuausrichtung der Bundeswehr“, sagte die Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen (CDU) vor knapp 200 Gästen beim Neujahrsempfang der Kreis-Frauen-Union im Emmeringer Bürgerhaus.

 Als  sie als  ehemalige Arbeits- und Familienministerin  von Bundeskanzlerin Merkel als erste Frau überhaupt zur Verteidigungsministerin berufen wurde, sei sie von der militärischen Führung akzeptiert worden, Skepsis schlug ihr nur von außen entgegen, berichtete die CDU-Politikerin.   Sie gestand ein,  „einen Riesenrespekt" vor der Herausforderung zu haben. 

Zahlreiche Ehrengäste kamen zum Neujahrsempfang der Kreis-Frauen-Union (v. li.): Bezirksrat Martin Eberl, die Vorsitzende der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin, Dr. Helga Lukoschat, die Direktorin der Akademie für Politische Bildung Tutzing, Prof. Dr. Ursula Münch, Bezirkstagspräsident Dr. Josef Mederer, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, FU-Kreisvorsitzende Gabriele Off-Nesselhauf, Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen, die Landesgruppenchefin der CSU in Berlin, Gerda Hasselfeldt, Landrat Thomas Karmasin, Prof. Dr. Manuela Pietraß von der Universität der Bundeswehr München, stellvertretende Landrätin Martina Drechsler, Emmerings Bürgermeister Dr. Lorenz Schanderl mit Gattin Anita.

Mit der nicht einfachen Ernennung von Katrin Suder zur Rüstungs-Staatssekretärin im Juli des vergangenen Jahres ging von der Leyen auf die Förderung von Frauen in der Bundeswehr ein. Obwohl im Sanitätsbereich der Frauenanteil 50 Prozent betrage, sehe sie in der Führungsspitze fast keine Frauen. Zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr verliere man die Frauen. Der Karrierekiller sei die Beurteilung durch die Vorgesetzten, die den Männern mehr zutrauen als den Frauen. Das Aussetzen der Wehrpflicht sowie die boomende Wirtschaft sorgten dafür, dass die Bundeswehr um den Nachwuchs „strampeln“ muss. 

Um die Armee zu einem der attraktivsten Arbeitgeber zu machen, stellte von der Leyen ihre Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders“ vor, ein Paket, das zahlreiche Einzelmaßnahmen enthält, die nicht per Gesetz geregelt werden müssen und von denen die meisten bereits Ende 2015 umgesetzt sein sollen. Ende Oktober hat das Bundeskabinett den Entwurf eines „Gesetzes zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“ beschlossen. „Es gibt nicht nur die soldatische Pflicht“, so die Ministerin, „sondern auch unsere Pflicht, die Soldaten als Menschen wahrzunehmen. Die 250.000 sind nicht nur Soldaten und Mitarbeiter, sondern auch Väter und Mütter mit allen Bedürfnissen. Deshalb sollten wir diese Menschen nicht schlechter behandeln, sondern mindestens ebenso wie alle anderen." Bei ihren Ausführungen über die weltweiten Brandherde wie dem Ukraine-Konflikt, dem Kampf gegen IS-Miliz, den Anschlägen in Paris verteidigte von der Leyen die Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer, nannte die Annektierung der Krim durch Russland einen Völkerrechtsbruch und positionierte sich klar gegen die Anti-Islam und Anti Asyl-Bewegung Pegida.  

 Die Ministerin ging  bei ihrer Festrede nicht weiter  auf die voraussichtliche Auflösung des Fliegerhorstes im Jahre 2019 ein. Viel Applaus erhielt das Vokalensemble „Stimmband“ der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck unter der Leitung von Daniela Hennecke für ihren Auftritt beim Neujahrsempfang.

 Man sehe kaum noch Uniformen der Luftwaffe auf der Straße, hatte die FU-Kreisvorsitzende Gabriele Off-Nesselhauf bei der Begrüßung vor zahlreichen Ehrengästen im Hinblick auf  die anstehende Auflösung des Fliegerhorstes  angemerkt.  Die politische Entscheidung schmerze zwar, aber sie sehe auch für die umliegenden Kommunen völlig neue Dimensionen der Weiterentwicklung des unter Siedlungsdruck stehenden Landkreises. Die FU-Kreisvorsitzende lobte den Mut der Verteidigungsministerin bei der Durchsetzung ihrer Attraktivitätsoffensive zur Erneuerung und Weiterentwicklung der Bundeswehr. „Möge die Truppe immer fest an Ihrer Seite stehen“, wünschte Off-Nesselhauf der Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums viel Kraft für ihre vielfältigen Aufgaben. Gerade in Zeiten, in denen internationale Konflikte, so nah heranrücken, brauchen die Menschen unseres Landes eine funktionierende und handlungsfähige Bundeswehr, so Off-Nesselhauf.

Dieter Metzler 

Meistgelesene Artikel

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Rauschende Ballnacht

Fürstenfeldbruck – Über 550 begeisterte Tänzer haben den Jahreswechsel zusammen mit der Heimatgilde „Die Brucker“ im ausverkauften Stadtsaal …
Rauschende Ballnacht

Mülleimer peppen Stadtbild auf

Fürstenfeldbruck – Schülerunternehmen „Royal Trashmasters“ verschönert in Zusammenarbeit mit der Stadt Abfallbehälter der Innenstadt mit …
Mülleimer peppen Stadtbild auf

Kommentare