Diskussion um die weitere Verwendung des ehemaligen Brucker Traditionskinos

Liegt die Zukunft des Lichtspielhauses in FFB in den Händen des Denkmalschutzes?

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Zählt zu den ältesten noch erhaltenen Kinos in Bayern: Das Brucker Lichtspielhauses in der Maisacher Straße

Fürstenfeldbruck – Seit Mai ist das einzige noch existierende Kino in der Brucker Innenstadt, das Lichtspielhaus in der Maisacher Straße, in einen tiefen „Dornröschenschlaf“ gefallen. Und ob in dem Brucker Traditionskino, das zu den ältesten erhaltenen Kinos in Bayern zählt, jemals wieder Filme über die Leinwand flimmern, scheint eher unwahrscheinlich. Denn die Eigentümerin plant, auf dem Grundstück mehrere Wohnhäuser zu errichten.

Das Landesamt für Denkmalpflege möchte das alte Gebäude aus dem Jahre 1930 aber unter Denkmalschutz stellen. Schon seit längerem steckt die Kinobranche bekanntlich in der Krise. Insbesondere in Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern und auf dem Land fällt immer häufiger der letzte Vorhang, weil die Kinobetreiber keine Zukunft mehr sehen. 

Die Zeiten, als die Kreisstadt neben dem Lichtspielhaus mit dem Capitol an der Pucher Straße, den Amper-Lichtspielen an der Bullachstraße und dem Mozartkino an der Mozartstraße gleich vier Kinos beherbergte, gehören schon lange der Vergangenheit an. „Mit nur 20 Besuchern kann man heutzutage kein Kino mehr betreiben“, bestätigte Susanna Mair, die langjährige Betreiberin des Lichtspielhauses, diese Entwicklung. Das Kino in der Maisacher Straße schreibe schon lange rote Zahlen, deshalb habe sie den Betrieb heuer aufgegeben. Das alte Kino mit dem für heutige Verhältnisse viel zu großen 280 Personen fassenden Saal und mit veralteter Technik hätte kostenaufwendig modernisiert und auf Digital-Technik umgerüstet werden müssen. 

Eine Sanierung aber, die ca. 300.000 bis 400.000 Euro verschlingen würde, will die Eigentümerin nicht investieren, zumal selbst dann eine Rentabilität nicht gewährleistet ist. Grundstückseigentümerin Renate Veicht, die zwei dreistöckige Gebäude auf dem Grundstück errichten möchte, signalisierte gegenüber dem Denkmalschutz ihre Kompromissbereitschaft. So könnte man die Fassade und das Foyer des Kinos erhalten und daraus Gemeinschaftsräume für das Wohnprojekt, ein Mehrgenerationen-Wohnen, schaffen. Nur der Kinosaal soll komplett abgerissen werden. Der Planungs- und Bauausschuss hat mehrheitlich diesem Vorschlag zugestimmt. 

Die Denkmalschützer wollen das Gebäude des Brucker Architekten Adolf Voll aber vollständig in die Denkmalschutzliste aufnehmen. Sollte das komplette Gebäude unter Bestandschutz fallen, dann werde „das Lichtspielhaus eine Schrott-Immobilie, die leer steht“, hofft Veicht aber auf Zustimmung ihres Kompromissvorschlags. Auch im Brucker Stadtrat, der aufgefordert wurde, eine Stellungnahme abzugeben, an die sich aber letztlich das Landesamt für Denkmalpflege nicht halten muss, bestehen unterschiedliche Meinungen. Als einen zu großen Eingriff für die Besitzerin, wertete Oberbürgermeister Sepp Kellerer (CSU) den Denkmalschutz. Auch Ulrich Schmetz (SPD), dritter Bürgermeister, schloss sich Kellerers Meinung an und plädierte dafür, nur das Hauptgebäude mit der Fassade zu erhalten, nicht aber den Saal. Und Brucks zweiter Bürgermeister Johann Schilling (CSU) meinte: „Denkmalschutz funktioniert auf Gegenseitigkeit.“ Lediglich Planungsreferentin Gabriele Fröhlich (FW) möchte das gesamte Kino erhalten und brachte mit Stefan Döpke aus Gauting einen potentiellen Pächter ins Gespräch. Inzwischen machen sich auch weitere Kommunalpolitiker für den Erhalt des Traditionskinos stark. So hat Thomas Lutzeier, Ex-Grüner, der zu den Freien Wählern wechselte, eine Facebook Seite gegründet. Um das Kino kämpfen will auch Klaus Pleil, der Bürgermeisterkandidat der Brucker Bürgervereinigung (BBV). Sein Vorschlag: die Stadt soll das Kino erwerben. Durch Zuschüsse vom Denkmalamt und der Städtebauförderung könnte die Stadt die Finanzierung stemmen, meinte Pleil. Neben Kinovorführungen könne er sich auch Vorstellungen des Brucker Brettl, der Neuen Bühne oder des Theater 5 vorstellen. 

Dieter Metzler

 

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