Wenn es heiß wird in Oberbayern, ist Kreis/Stadtrat Andreas Lohde als Luftbeobachter unterwegs  

Brandgefährlich – Warum ein Kreisrat in die Luft geht

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Fürstenfeldbruck – Wenn es heiß wird in Oberbayern, stürmen viele an die Badeseen. Andere hingegen, wie Kreis- und Stadtrat Andreas Lohde gehen in die Luft, um als Luftbeobachter mögliche Brände in Wäldern und Feldern im südlichen oberbayerischen Raum zu ermitteln. Um sich einen Eindruck von der Arbeit eines Luftbeobachters zu machen, hat der zuständige Referent für Feuerwehren im Kreistag Gottfried Obermair seinen Kreistagkollegen bei zwei Sichtungsflügen begleitet.  

Auch der Bayerische Rundfunk hatte Interesse an der Arbeit eines Luftbeobachters und schickte die Reporterin Katja Görg mit in die Lüfte. „Unsere Luftbeobachtungsflüge haben in den letzten Jahren extrem zugenommen“, so Lohde, „denn es gab Zeiten, da gab es keine so lang anhaltende Trockenzeiten. Vermutlich wirkt sich der Klimawandel auch bei uns mehr und mehr erkennbar aus.“ In diesem Jahr ist es bereits die dritte Trockenzeit, die Sichtungsflüge, die von der Regierung von Oberbayern beauftragt werden, erforderlich machen. Jedoch kommen die Aufträge für die Sichtungsflüge recht kurzfristig und Pilot als auch die Luftbeobachter erfüllen ihre Aufgabe ehrenamtlich. Bezahlt wird von der Regierung lediglich der materielle Aufwand.

So war es auch am Mittwoch, den 6. August zu einem Einsatz der Luftrettungsstaffel. Gegen 10.00 Uhr kam der Auftrag der Luftbeobachtung durch die Regierung von Oberbayern an das Landratsamt Fürstenfeldbruck. Der Start sollte um 14.30 Uhr beginnen und es mussten zwei Zonen durchflogen werden. „Normalerweise“ so Lohde weiter, „fliegen wir nur eine Zone südlich Fürstenfeldbruck über Ammer- und Starnberger See. Aber da für den Flug nördlich von Fürstenfeldbruck kurzfristig kein Pilot und Beobachter gefunden werden konnten, müssen wir in diesem Fall auch einen weiteren Flug durchführen“.

Jeder Flug dauert so eineinhalb Stunden. Nicht mitgerechnet die Vorbereitungen bis zum Start und die schriftliche Nachbereitung. Die Maschine selber wurde von Peter Peck, der als Vertriebsingenieur tätig ist, gesteuert hingegen Lohdes, bzw. die Aufgabe des Luftbeobachters die Beobachtung, die Koordinierung des Piloten, die Feststellung des Ereignisses und gegebenenfalls die Meldung des Ereignisses an die jeweilig zuständige Integrierte Leitstelle (ILS).

Und wie es der Zufall wollte, wurde bei dem ersten Flug auch ein großer Flächenbrand eines abgeernteten Getreidefeldes in der Nähe von Reichertshofen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) entdeckt. Lohde setzte sich, während er den Brand erst von Ferne und dann aus der Nähe genau lokalisierte, mit der ILS in Ingolstadt (Zuständigkeitsbereich) in Verbindung, die jedoch bereits von dem Brandereignis informiert war.

Obermair als zuständiger Kreisrat ist überzeugt von der Notwendigkeit der Luftbeobachtung, denn sie verhindere sicherlich größeren Schaden und kann Einsatzkräfte gezielt an den Ort des Ereignisses dirigieren. Sollte mit der Auflösung des Fliegerhorstes auch die Luftbeobachter abziehen müssen, wäre das für die Region nachteilig. Lohde und Obermair sind sich somit einig, dass die Luftrettungsstaffel, am Fliegerhorst erhalten bleiben müsse.

Die Regierung von Oberbayern appelliert an die Bevölkerung, folgende  Warnhinweise zu beachten, die auch für Waldbesitzer, Jäger und alle Personen, die mit Waldarbeiten beschäftigt sind, gelten: Die Regierung von Oberbayern bittet dringend darum, in einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Metern davon keine offene Feuerstätte zu errichten oder zu betreiben,  kein Feuer anzuzünden oder zu betreiben, keine Bodendecken abzubrennen oder Pflanzen/Pflanzenreste flächenweise abzusengen, kein offenes Licht anzuzünden oder zu verwenden, keine brennenden oder glimmenden Sachen wegzuwerfen und nicht zu rauchen.Die Luftbeobachtung ist eine vorbeugende Maßnahme der Waldbrandbekämpfung. Die Beobachtungsflüge der Flugbereitschaft Oberbayern mit den ausgebildeten amtlichen Luftbeobachtern finden einmal täglich jeweils nachmittags statt. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.lrst-oberbayern.de .

 

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