Marionettentheater in der Diskussion – OB Pleil hält an gemischter Nutzung fest 

Viel Theater um das ehemalige Lichtspielhaus der Stadt 

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Noch sind die Pforten des denkmalgeschützten Lichtspielhauses in der Maisacherstraße. verschlossen

Fürstenfeldbruck – Für knapp eine Million Euro hat die Stadt das unter Denkmalschutz stehende Lichtspielhaus in der Maisacher Straße gekauft. Diese Entscheidung fiel im September 2014 im Stadtrat mit großer Mehrheit. Das historische Kino wurde mit dem Ziel erworben, ein möglichst breites Kulturangebot für Kinovorführungen, Kleinkunst, Konzerte, Lesungen sowie für Veranstaltungen zu schaffen, dass es als Ergänzung zum bestehenden Angebot von Veranstaltungsforum, Scala und Subkultur in der Kreisstadt wahrgenommen wird.

 Nachdem die Stadt nun beabsichtigt, das Traditionskino an das Unterschleißheimer Marionettentheater von Florian und Wlada Bille zu verpachten, sieht der zur Erhaltung des Kinos vor über einem Jahr gegründete Förderverein allerdings sein Vorhaben, mit dem ehemaligen Lichtspielhaus einen Ort für ein möglichst breites Kulturangebot zu schaffen, gefährdet. Thomas Lutzeier, Vorsitzender des derzeit ca. 50 Mitglieder zählenden Fördervereins dazu: „Die Stadt hat viel Geld für das Kino ausgegeben und deshalb sollten auch die Brucker möglichst viel davon haben.“ Bei einer Hauptnutzung durch das Marionettentheater sei die ursprüngliche Idee, in erster Linie einheimischen Künstlern eine Plattform zu bieten, die sich Aufführungsorte wie das Veranstaltungsforum nicht leisten können, in dem Umfang aber nicht mehr durchführbar. Lutzeiers Wunsch wäre deshalb, dass die Stadt dem Verein das Gebäude verpachtet. Der Verein sei gemeinnützig und verfolge keine Gewinnerzielung, argumentiert Lutzeier. Eintrittspreise und Miete für die Künstler wären erschwinglich. Aufgabe des Vereins wäre es, die Vermietung zu koordinieren, die Gastronomie zu organisieren und für die Sauberkeit des Gebäudes zu sorgen. Noch ist nicht sicher, ob Florian Bille das Lichtspielhaus mietet, obwohl sein Nutzungskonzept im Stadtrat viel Anklang fand. Neben der Klärung der Höhe der Miet- und Nebenkosten lehnt Bille eine Nutzung des Hauses unter der Federführung des Fördervereins aber ab. „Wenn es unseren Spielbetrieb nicht stört, dann sind wir gerne bereit, auch anderen Veranstaltungen Platz zu bieten“, steht er aber einer Mischnutzung grundsätzlich positiv gegenüber. Nachdem es neben dem Förderverein und dem Marionettentheater auch noch weitere Interessenten gibt, sollen sich alle in einer Sondersitzung des Kulturausschusses vorstellen. Danach wird eine Entscheidung gefällt. 

Oberbürgermeister Klaus Pleil will auf jeden Fall an einer gemischten Nutzung festhalten. Einig sind sich alle Fraktionen, dass nur einer das Sagen haben kann. Der Förderverein werde auf jeden Fall eine wichtige Rolle dabei spielen, denn weder er will entscheiden, was dort passiert, noch will er eigens dafür eine Stelle in der Verwaltung einrichten müssen, so Pleil. Auch sei es nicht im Sinne des Erfinders, dass die Stadt das Gebäude kostenlos hergebe oder am Ende gar draufzahle. Gleich, wer der Mieter letztlich werde, die Stadt wird auf jeden Fall vertraglich regeln, wer welche Rechte hat. 

Dieter Metzler

 

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