Lyrik auf hohem Niveau - Die Maisacherin Christina Santin überzeugte die Wettbewerbsjury mit ihrem Gedicht

Christina Santin fühlt sich wohl mit ihrem italienischen Ehemann Gabriele in einer ruhigen Seitenstraße von Überacker. Das Gemälde ist ein Familienerbe. Foto: Günter Schäftlein

Fast unbemerkt von einer größeren Öffentlichkeit vollzieht sich seit 1998 jährlich Deutschsprachiges in gebundener und freier Form: Gedichte im größten deutschen Lyrik-Projekt. Eine Anthologie von fast 1000 Seiten, geschrieben von Menschen aus allen Kontinenten, querbeet durch alle Bildungs- und Altersschichten.

Die im mittelfränkischen Wolframs-Eschenbach („Parzifal“) 1951 geborene Christina Santin beteiligte sich erstmals am XIII.Wettbewerb 2010 und zählte mit ihrem Beitrag „Nachtgewebe“ auf Anhieb zu den 100 Preisträgern unter über 10.000 Einsendern. Seit 1973 ist sie mit ihrem Ehemann Gabriele aus der italienischen Region Venetien im Gemeindegebiet von Maisach ansässig, denn ihre drei Zu- bzw. Umzüge vollzogen sich ausschließlich hier: Von Maisach über Gernlinden nach Überacker. Die gelernte Masseurin mit einer Zusatzausbildung zur Osteopathin wollte schon im zarten Alter von 7/8 Jahren gern ‚Märchentante’ werden, was sie damals einfach genial fand für die persönliche Anerkennung. Also realisierte sie irgendwann ein Fernstudium zur Erzählkunst am Institut in Darmstadt: „Meine Sehnsüchte wurden auf einmal geweckt.“ Aber, es war auch eine Art Therapie in einer persönlichen Krise. „Sprache ist für mich etwas ganz Wichtiges, Lebendiges. Nicht nur, um etwas zu beschreiben. Ich muss das Empfinden darin lernen und ringe dann um jedes Wort. Ich will ganz einfach das Richtige sagen.“ Frau Santin begann vor etwa zehn Jahren mit den ersten sprachlichen Gehversuchen, zunächst in Kurzgeschichten, dann in Lyrik. Dreißig Gedichte zählen inzwischen zu ihrem Gesamtwerk. Darunter mit „Nachtgewebe“ ein Geschenk „… für meine Freundin.“ Eines ihrer schon älteren, feingewebten Wortgebilde mit Symbolgehalt: „Doch die Fäden glitzern immer noch silbern, blinzeln dem Kind zu, das kommt …“ Dies liest sich fast wie ein Versprechen an Kommendes, Neues, das ankommt wie eine Geburt: Im italienischen Sprachgebrauch wie „buon natale“. Christina Santin beurteilt sich selbst mit einer Schwäche für den frz. Dichter Maupassant, schätzt dessen Kunst, desillusionierend zu reflektieren. Und beschreibt sich als neugierig an fast allem: „Mich interessiert, was da kommt.“ Wozu auch im Musischen das eigene Malen und Plastizieren gehören. Die Auswahl-Anthologie „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ umfasst in einer Auflage von 5000 Ex. mehr als 3500 Autoren und wird verlegt vom Realis Verlag, München/Gräfelfing. Tel. 089-74153013. Mail: j.biebl@gedichte-bibliothek.de

Meistgelesene Artikel

Nach Abriss folgt Aufbau

Fürstenfeldbruck – Ein bedeutendes Schulbauprojekt des Landkreises Fürstenfeldbruck ist einen wesentlichen Schritt vorangekommen: Schulleiterin und …
Nach Abriss folgt Aufbau

Neue Buslinie im Landkreis

Landkreis – Die Gemeinden präsentierten die neue, zwischen Olching, Gröbenzell und Puchheim verkehrenden MVV-Regionalbuslinie 832, die ab 12. …
Neue Buslinie im Landkreis

Überfall auf Schreibwarenladen

Germering - Zwei unbekannte, vermummte Männer tauchten am Mittwoch, 23. November, gegen 17 Uhr in einem Schreibwarenladen in der Friedenstraße auf …
Überfall auf Schreibwarenladen

Kommentare