Macht und Machtmissbrauch - Franz Josef Strauß und seine Nachfolger - Über 200 Zuhörer bei der Lesung des Juristen und Buchautors Dr. jur. Wilhelm ...

„Macht und Missbrauch - Franz Josef Strauß und seine Nachfolger”: Autor/Jurist Dr. Wilhelm Schlötterer, seit 30 Jahren CSU-Mitglied, bei seiner Lesung im Säulensaal des VA Fürstenfeld. Nach Angaben des Veranstalters, der BBV, waren über 240 Zuhörer gekommen. Foto: Dieter Metzler

„Macht und Missbrauch – Franz Josef Strauß und seine Nachfolger“ – auf Einladung der Brucker Bürgervereinigung (BBV) trug Dr. Wilhelm Schlötterer, seit über 30 Jahren CSU-Mitglied, Passagen aus seinem 2009 erschienenen Buch vor. Die Veranstaltung im Säulensaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld am 19. Januar stieß auf ein überwältigendes Interesse der Brucker Bevölkerung.

BBV-Stadtrat Klaus Zieglmeier berichtete bei seiner kurzen Begrüßung, dass in den bisherigen 47 Vorlesungen, die Dr. Schlötterer republikweit abgehalten hat, kein Zuhörer vorzeitig die Veranstaltung verlassen habe, so spannend seien die Enthüllungen. Er lobte die Zivilcourage des Autors, der in seinem Buch mit dem Mythos Strauß aufräumt und mit einigen bayerischen Spitzenpolitikern und dem Amigo-System abrechnet. Fast zwei Stunden lang, die Stimme drohte dem 71-jährigen ehemaligen Referatsleiter für Steuerfahndung, Steuerstrafrecht, Steuererlass, Abgabenordnung und Außensteuerrecht im bayerischen Finanzministerium kurzzeitig fast zu versagen, erfuhren die knapp 200 Zuhörer aus dem über 400 Seiten umfassenden Bestseller, pikante Details über die großen Steuerskandale während der Strauß-Ära bis in die heutige Zeit. Mit deutlichen Worten zeigte der Jurist Fakten auf, welche ihn letztlich dazu brachten, das Buch zu schreiben. Als Ministerialbeamter war er nicht bereit, seinen Amtseid zu brechen und sich bei der Ausübung seiner Arbeit einschüchtern zu lassen. Er erzählte, wie er als Beamter grundlos mit Straf- und Disziplinarverfahren überzogen wurde, die aber alle eingestellt wurden. Schlötterer berichtete, wie er über Jahre hinweg einen Kampf mit internen Beschwerden, Briefen und Petitionen an den Landtag führte. Die Zuhörer erfuhren auch, wie immer wieder Einfluss auf Steuerermittlungen und Strafverfahren genommen worden sei, wie Ministerialbeamte behindert und schikaniert worden seien, bis hin zur Zerstörung von politischen Karrieren und beruflichen Existenzen. Sein Buch richte sich aber nicht nur allein gegen Strauß, sondern es gehe auch um die Nachfolger von Strauß wie Max Streibl, Edmund Stoiber oder Erwin Huber – alles enge Vertraute, die das Machtsystem von Strauß auch nach dessen Tod weiter gepflegt hätten. Er berichte von keinen Anekdoten, sondern zeige Fakten auf, gegen die es bisher keinen Widerstand gegeben habe, nicht einmal ein Dementi. Erst vor wenigen Tagen hätten die Geschwister Strauß nach einer Belehrung durch das Landgericht Hamburg ihren Antrag zurückgenommen, mit dem sie dem früheren Ministerialbeamten kriminelle Machenschaften vorwarfen. Mit der einstweiligen Verfügung habe die Strauß-Familie erreichen wollen, dass Dr. Schlötterer die gravierendsten Vorwürfe in dem Buch nicht weiter verbreiten dürfe. Er hätte das Buch entweder ganz aus dem Handel nehmen oder bestimmte Passagen schwärzen lassen müssen. Viele Skandale und Affären, über die Dr. Schlötterer berichtete, waren schon bekannt: die Spiegel-Affäre, die Hilfe für Zwick oder die dubiosen Waffengeschäfte mit Schreiber. Weniger bekannt waren da schon die Beschuldigungen des Autors und Juristen, dass der 1988 verstorbene CSU-Patriarch ein Vermögen in dreistelliger Millionenhöhe auf zweifelhafte Weise angehäuft und auf sechs verschiedenen Schweizer Banken vor den deutschen Behörden in Sicherheit gebracht haben soll.

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