Mit 64 geglückten Maibaum-Diebstählen steht  die Burschenschaft Unterbrunn an der Spitze – Selbst der Fliegerhorst FFB war kein Problem

Nach Maibaum-Klau: Stadt FFB erfüllte "Lösegeld-Forderung" aus Unterbrunn 

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Sie stießen auf die Auslösefeier an (v. li.): Stadtrat Markus Droth, Michael Hamberger (Schriftführer), Martin Röckenschuß (2. Vorstand) und Burschenschafts-Chef Sebastian Schönberger

Fürstenfeldbruck – Eine Bewachung des Maibaums hielt die Stadt Fürstenfeldbruck heuer für überflüssig. Schließlich hatten die Verantwortlichen des Bauhofs den 34 Meter langen Maibaum in einer Halle auf einem der bestbewachten Gelände des Landkreises, dem Brucker Fliegerhorst, eingesperrt. Die Rechnung hatte Bauhof-Chef Peter Langenegger allerdings ohne die Burschenschaft Unterbrunn gemacht. Jetzt musste die Stadt die "Lösegeldforderung" erfüllen. 

Dabei hatten die Burschen bereits schon zweimal einen Brucker Maibaum „gestohlen“,   einmal sogar aus einem ähnlich gut gesicherten Territorium bei der Brucker Polizeifachhochschule. Und dass der Burschenschaft Unterbrunn  ein nahezu schon legendärer Ruf anhaftet, was den „Maibaumklau“ betrifft, hätte den Bruckern eigentlich Warnung genug sein müssen. Mit insgesamt 64 Maibaum-Diebstählen dürften die Unterbrunner bei diesem traditionellen bayerischen Brauchtum einen absoluten Spitzenwert einnehmen. 

Der Brucker Maibaum war zum Glück rechtzeitig zur Aufstellung am ersten Mai wieder im Besitz der Stadt, allerdings nur gegen ein entsprechendes Lösegeld“ in Form von einer Brotzeit und natürlich reichlich Gestensaft. Bis zur Aufstellung bewachten nun aber die Rugby-Mannschaft der Fursty-Razorbacks und die Brucker Heimatgilde den Maibaum am Aufstellungsort, so dass die traditionelle Maibaumfeier, die heuer auch noch um die Übergabe des Rathausschlüssels des scheidenden  OB Sepp Kellerer an seinen Nachfolger Klaus Pleil erweitert wurde, planmäßig über die Bühne gehen konnte. „Ich bin mir sicher, dass die Unterbrunner im Fliegerhorst einen Unterstützer hatten, sonst wäre das nicht möglich gewesen“, mutmaßte Werner Schmid von der Stadtverwaltung bei der Auslösefeier am 22. Mai im Marthabräu-Biergarten.

 Doch wer den 60 Unterbrunnern half, den Maibaum zu entwenden, das Geheimnis gaben die Burschen auch bei der Auslösefeier nicht preis. Auch wenn Stadtrat Markus Droth, der für OB Klaus Pleil die Begrüßung übernommen hatte, meinte, „nach zwei, drei Maß müsst ihr uns mal verraten, wie ihr den Maibaum aus dem Fliegerhorst gebracht habt“. 

„Wir haben ganz einfach an der Hauptwache geklingelt“, meinte schelmisch Sebastian Schönberger, der „Chef“ der Unterbrunner Burschenschaft. Jedenfalls fand nun im Marthabräu-Biergarten eine zünftige Auslösefeier statt. Und damit das Bier nicht ausging, stiftete die König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg auch noch 100 Liter. Die Unterbrunner Blaskapelle sorgte für die musikalische Unterhaltung. Droth, der bei der Feier die für Unterbrunn zuständige Bürgermeisterin der Gemeinde Gauting, Dr. Brigitte Kössinger, begrüßen konnte, dankte auch alle Helfern, die am ersten Mai bei der Maibaum-Aufstellung mitwirkten, wie der Burschenverein aus Aich und die Brucker Feuerwehr sowie einige Aicher Fußballer. Auch sie waren alle von der Stadt zu der Auslösefeier eingeladen.

 Dieter Metzler

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