Besuch beim Modellflugclub Fürstenfeldbruck

Alle wollen den Drohnen-Führerschein

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Moorenweis - Sie fliegen wieder, die großen und kleinen Flugzeuge des Modellflugclubs Fürstenfeldbruck. Seit vielen Jahren veranstaltet der Club mit 93 Mitgliedern das „Jugendfliegen“ in den Ferien für kleine Hobbypiloten. Die Kinder konnten auf einer Wiese nahe Dünzelbach unter Anleitung erfahrener Mitglieder ihre ersten Flugversuche mit Segelfliegern, Propellermaschinen und Multicoptern unternehmen. Auch der aktuelle Störfall einer Drohne mit einem Airbus war Gesprächsthema im Verein.

Auf einer etwa 110 Meter langen und siebzehn Meter breiten Wiese warten die verschiedenen Modellflugzeuge auf ihren Einsatz. „Heute ist ein gutes Wetter zum Fliegen. Es ist nicht zu heiß und die Wiese ist trocken, ein bisschen mehr Sonnenschein wäre noch schöner, aber das geht auch so“, erzählt der Schriftführer und Kassier Tobias Huber. Die Rotorblätter eines blau-weißen Schulterdeckers beginnen sich zu drehen, die Reifen des Fahrwerks rollen nach vorne, der Flieger hebt ab. Vor der Start- und Landebahn haben sich in einer Reihe mehrere Kinder aufgestellt und warten auf ihren Einsatz am Handsender, dessen Empfang mehrere Kilometer weit reicht. „Es können nicht alle gleichzeitig fliegen, das würde zu Chaos am Himmel führen“, erklärt Huber. Vier Flugzeuge ziehen am Himmel ihre Runden, zwei Motorsegler und zwei Propellermaschinen.

Höhenbegrenzung bei 100 Metern?

Die Flugzeuge dürfen hier mehrere hundert Meter steigen. Jedoch debattiert die Regierung von Oberbayern derzeit über eine allgemeine Begrenzung der Flughöhe auf 100 Meter mit gravierenden Folgen für die Modellflieger: „Die 100 Meter Begrenzung würde unser Hobby stark beeinflussen“, erklärt der 2. Vorsitzende Thomas Raab.

Vor allem Segelflieger und große Kunstflugmodelle benötigen aufgrund der Thermik diese Höhen. Hinter der Startbahn liegen verschiedene Modelle aus: „Wir haben zwölf verschiedene Flugobjekte mitgebracht, viele bestehen aus styroporähnlichem Material und laufen überwiegend mit Akku“, erklärt Huber. Normalerweise fliegen die Mitglieder im Verein jedoch anstelle von Styroporfliegern, mit selbst gebastelten Modellen aus Holz.

Und auch die Auswahl der Flugzeuge im Verein ist wesentlich größer: Vom Segelflugzeug bis hin zum Hubschrauber ist nahezu alles geboten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Flieger mit Ethanolgemisch oder Akku betrieben wird.

Damit die Flugzeuge überhaupt in die Lüfte steigen dürfen, benötigt der Pilot unter anderem eine Haftpflichtversicherung und muss sich mindestens 150 Meter entfernt von der nächsten Straße befinden.

Gemeinsam für den "Drohnenführerschein"

Etwas abseits der Landebahn startet ein Quadrocopter. „Diese Geräte sind ein Fluch für uns“, gesteht Huber. Dadurch, dass die Geräte kinderleicht ohne Einführung geflogen werden können, würden sie oft zu Problemen führen. „Die Leute wissen nicht, dass es Regeln in der Luft gibt, an die man sich halten muss“, sagt Huber. Nach dem jüngsten Störfall, der sich während eines Landeanfluges eines Airbusses über Schwabhausen/Dachau ereignete, sprechen sich im Verein alle Mitglieder für einen „Drohnen-Führerschein“ aus. (siehe Bericht r.)

Dennoch seien Multicopter nichts Negatives: „In der Landwirtschaft, bei der Bergwacht und der Polizei sind sie sehr nützlich“, sagt Huber.

Die Faszination für das Modellfliegen begann bei dem Schriftführer in der Werkstatt: „Dort habe ich bei einem Freund meinen ersten Flieger gebaut“. 1991 fing er dann mit „Schüler-Lehrer“-Fliegen an und wurde nach einiger Zeit ins „kalte Wasser geworfen“ erzählt er.

Eine Dreifach-Turnhalle für den Winter

Der Bankkaufmann besitzt etwa fünfundzwanzig verschiedene Modelle. „Man fängt an zu sammeln,“ sagt er. Dass fünfundzwanzig Exemplare noch nicht die Spitze sind, zeigt der 19-jährige Basti. Er besitzt knapp vierzig Flugzeuge. Vor sechs Jahren wurde er durch einen Nachbarn auf den Verein aufmerksam.

Mit momentan 93 Mitgliedern, davon 18 Jugendlichen, unterhält der Verein Freundschaften bis nach Niederbayern und Altötting. Die meisten Mitglieder stammen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, aber auch Starnberger und Münchner sind vertreten. „Durch das Jugendfliegen haben wir schon viele Mitglieder generiert“, erzählt der 2. Vorsitzende Thomas Raab. Der Haustechniker an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde durch seinen Onkel zum Modellflugpiloten und absolvierte in den 90ern seinen ersten Flug. „Man fängt klein an“. So auch sein 14-jähriger Sohn Daniel, der seit drei Jahren Pilot von vier Flugzeugen ist. Im Winter zieht der Verein von draußen nach drinnen: „Wir haben eine Dreifach-Turnhalle zur Verfügung“, erzählt Raab. Und wenn gar nichts mehr geht „wird gebastelt“.

Felix Hamann

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