Mordsweiber zum Krimifrühstück - Lesung in der Stadtbibliothek Aumühle

Dass es sich bayernweit um einen Erstversuch handeln würde, wurde von der Organisatorin Marieluise Meiendres, Grafrath, nicht besonders herausgestellt. Das volle Haus - inklusive Krimifrühstück - an einem Montagmorgen um 10 Uhr bestätigte jedoch ihren Mut, Lesungen auch zu ungewöhnlichen Zeiten anzubieten. Zumal die Bibliotheksleiterin Diana Rupprecht von vorneherein diesem Gedanken und Angebot offen gegenüberstand. Mit Angelika Hüting, Ingeborg Struckmeyer und Inge Löhnig kamen zum gemeinsamen bayerischen Erstversuch gleich drei „Mordsweiber“ - aus dem Netzwerk Münchner Krimi-Autorinnen - die in ihrer unterschiedlichen kriminalistischen Auslegung miteinander Klasse bewiesen.

Angelika Hüting, geboren in Altötting, Studium der Anglistik und Romanistik, wurde nach Berufsjahren im Marketing freie Autorin und veröffentlichte 2007 ihren Erstling „Tödliche Heimkehr“. In der Aumühle las sie jetzt aus dem Niederbayern-Krimi „Fischblut“, veröffentlicht im Mai 2009. Zwei Morde stellen darin die Passauer Kommissare Feyl & Federl vor Probleme - und auf die Probe. Die Erzählweise von Angelika Hüting variiert entsprechend ihrem sprachlichen Reichtum von ironisch bis humorig, ist bildhaft und detailreich. Ingeborg Struckmeyer („Ich habe zuletzt 42 Leichen verarbeitet …“), mitten im Ruhr-Emscher-Kohlenpott in Bottrop aufgewachsen, lebt seit 2004 in München. Die Diplom-Bibliothekarin spezialisierte sich auf Kurzgeschichten und Kurzkrimis, trat bisher im Fernsehen und Rundfunk, in Zeitungen und Zeitschriften mit ihren drei Büchern auf: „Tödliche Rache. 20 Mordsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“ von 2001, „Die gläserne Prinzessin. Ein Märchen“ von 2002 und „Todesschreie. Neue Mordsgeschichten“ von 2007. Auf eine sprachlich und szenisch umwerfende Art vermag Ingeborg Struckmeyer das Kriminelle im Menschen mit einer befreienden Heiterkeit zu verbinden. „Dabei sind die handelnden Personen allesamt Menschen wie Du und ich. Na ja, vielleicht doch nicht in jedem Falle …“ Inge Löhnig, gebürtig in München, studierte an der renommierten Akademie U5 Grafik-Design. Die spätere Art-Direktorin in Werbeagenturen und im Modebereich machte sich mit kleinem Studio und auch als Schriftstellerin selbständig, lebt heute mit ihrer Familie in Hohenbrunn b. München. Ihr erster Kriminalroman „Der Sünde Sold“ (nach einem biblischen Zitat) sorgte für Furore („Unglaublich als Debüt – eines der besten aus 2008!“). Zuvor hatte sie mit Kurzkrimis wie „Die Maus im Rachen“, „Pine Manoir“, „Französische Fenster“ und „Der letzte Akt“ in einem Wettbewerb der Süddeutschen Zeitung in 2006/2007 2. und 3. Plätze belegt. Die subtile Art der Beschreibung von Personen, ihren Lebensumständen und die kriminalistisch penetrante Spurensuche um das Verschwinden des 5jährigen Jakob im Münchner Umland machen diesen Erstling mehr als lesenswert. Weitere Ermittlungen durch den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort und sein Team lassen auf neue und spannende, in 2010 und später veröffentlichte Roman-Fälle schließen. Die drei Autorinnen wurden von der Moderatorin Karin Haug vorgestellt und abschließend in Kurz-Interviews befragt. Der volle Erfolg „zur Frühstückszeit“ in der Stadtbibliothek Aumühle, überwiegend besucht von jüngeren Frauen, lässt auf eine Wiederholung in 2010 mit weiteren ‚Mordsweibern“ schließen.

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