Das Moses-Projekt - Donum Vitae will Müttern in Not anonyme Geburten ermöglichen

Leider gibt es in Deutschland immer wieder Fälle, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden. Allein im Jahr 2008 wurden in Deutschland 29 ausgesetzte Babys tot aufgefunden, weitere acht überlebten. „Diese Zahlen machen klar, wie wichtig es ist, dass es das Moses-Projekt gibt“, betont Regina Diepold, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae in Fürstenfeldbruck. Das Moses-Projekt, das 1999 von der langjährigen Landtagsabgeordneten und Sozialpolitikerin Maria Geiss-Wittmann gegründet wurde, ist bei der staatlich anerkannten Beratungsstelle Donum Vitae in Bayern angesiedelt und dient dem Lebensschutz des Kindes. Es hat zum Ziel, werdenden Müttern eine Anlaufstelle zu bieten, wo sie unter Bewahrung ihrer Anonymität die Betreuung durch einen Arzt bzw. einer Hebamme erhalten und anonym entbinden können.

„Wir versuchen den Frauen alle Hilfsmöglichkeiten anzubieten, bevor sie eine folgenschwere Kurzschlusshandlung für sich und das Kind begehen“, so Regina Diepold. Mit Hilfe des Moses-Projekts haben die Mütter die Möglichkeit, anonym beraten zu werden und Informationen zu bekommen. Gründe für die Anonymität können schwerwiegende familiäre Hintergründe sein, z.B. junge Musliminen, die als Jungfrau in die Ehe gehen sollen. Oder Fälle, in denen sich die Frau in einer extrem ausweglos erscheinenden Situation befindet. „Gemeinsam mit der Frau versuchen wir bei Donum Vitae Lebensperspektiven für Mutter und Kind aufzuzeigen“, erzählt Regina Diepold. „Das Schönste für uns wäre es, wenn sich die Frauen am Schluss doch für ihr Kind entscheiden“. Ansonsten wird das Baby von der zuständigen Adoptionsstelle zunächst in eine Adoptionspflegefamilie vermittelt. Dadurch soll der Mutter die Chance eingeräumt werden innerhalb von acht Wochen ihr Kind zu sich zu nehmen. Erst nach diesem Zeitraum wird das übliche Adoptionsverfahren eingeleitet. Um ein einheitliches Vorgehen aller Einrichtungen zu gewährleisten, erfolgt der Ablauf der Beratungsarbeit innerhalb des Moses-Projekts nach einem festgelegten Konzept: Nach dem Anruf der Frau wird ein Treffpunkt vereinbart (Die Frau tritt unter einem Pseudonym auf). Die Frau wird regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen und dann ins Krankenhaus begleitet. Dort bespricht man die Abgabe des Kindes und händigt ihr den Brief „an die abgebende Mutter“ aus. Darin kann die Mutter Daten und Informationen über sich selbst für ihr Kind hinterlassen. Es erfolgt keine Meldung des Krankenhauses an das Standesamt. Der Geburtsschein wird an das Moses-Projekt übergeben. Das Vormundschaftsgericht bestellt einen Vormund, der die Rechte des Kindes wahrnimmt. Dann kommt das Baby für acht Wochen in Bereitschafts-, anschließend in Adoptionspflege. „Der Mutter bleibt es überlassen, ob sie Kontakt zu ihrem Kind herstellen will“ Kritisch bewertet Regina Diepold die Tatsache, dass die Frau das Recht hat, anonym zu bleiben und – wenn sie ihrem Kind nicht schriftliches hinterlässt – das Kind niemals seine Wurzeln finden wird. „Es stellt eine große Belastung für das Kind dar, nicht zu wissen, wer seine Eltern sind“. Immer bleibt es der Mutter überlassen, ob sie in Kontakt mit ihrem Kind treten will oder eben nicht. So bleibt immer noch die Hoffnung, dass Mutter und Kind ihren Weg zueinander finden können – sei es nur per email oder Briefkontakt. Das Moses-Projekt kann in Deutschland rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800 0066737 erreicht werden. Kontakt zur Hauptstelle von Donum Vitae: Am Sulzbogen 56 in Fürstenfeldbruck, Tel.08141/ 18067, email: fuerstenfeldbruck@donumvitae.org

Meistgelesene Artikel

Rauschende Ballnacht

Fürstenfeldbruck – Über 550 begeisterte Tänzer haben den Jahreswechsel zusammen mit der Heimatgilde „Die Brucker“ im ausverkauften Stadtsaal …
Rauschende Ballnacht

Mülleimer peppen Stadtbild auf

Fürstenfeldbruck – Schülerunternehmen „Royal Trashmasters“ verschönert in Zusammenarbeit mit der Stadt Abfallbehälter der Innenstadt mit …
Mülleimer peppen Stadtbild auf

Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Fürstenfeldbruck – Brucks 53-jähriger Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ist nach Feststellung einer amtsärztlichen Untersuchung auf Dauer …
Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Kommentare