Landkreis verfügt über ein Potential an höchstqualifizierten Müttern

Flexible Arbeitszeitmodelle für berufstätige Mütter erforderlich

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v.l.n.r. Johann Stürzer, Referent für Wirtschaftförderung und Arbeit im Kreistag, Barbara Magg, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt Fürstenfeldbruck, Josef Rother, GEFAK-Gesellschaft für angewandete Kommunalforschung, Thomas Karmasin, Landrat

Fürstenfeldbruck – Berufstätige Mütter stellen ein großes Potenzial im Ringen um Fachkräfte im Landkreis Fürstenfeldbruck dar. Dies zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsförderung des Landkreises, welche mit Hilfe des Schulamtes zum Zwischenzeugnis 2014 an 7.700 Grundschulkinder verteilt wurde. Mit einem hervorragenden Rücklauf von 2.400 ausgefüllten und verwertbaren Fragebögen zeigt sich sehr deutlich, dass die Mütter im Landkreis Fürstenfeldbruck ein sehr hohes Potenzial zur Deckung des Fachkräftemangels darstellen.

 „Insgesamt ergeben sich durch unsere Befragung spannende Handlungsfelder, die sich an die Unternehmen, aber auch an die öffentliche Hand richten“, so Landrat Thomas Karmasin.

97 % der Befragten haben entweder eine duale Ausbildung oder ein Studium absolviert, was bedeutet, dass der Landkreis über ein Potenzial an höchstqualifizierten Müttern verfügt. 82% aller Befragten sind mit einer Wochenarbeitszeit von 23 Stunden berufstätig. Ein Viertel der bereits berufstätigen Mütter würde gerne mehr arbeiten. Die nach den Ergebnissen der Befragung errechneten Arbeitspotenziale zeigen, dass mehr als 230 Vollzeitstellen mit Müttern besetzt werden könnten. Die tatsächlichen Potenziale dürften dabei erheblich höher liegen, da sich die Befragung nur an die Eltern von Grundschulkindern richtete und somit nicht alle an zusätzlichen Arbeitsstunden Interessierten ihren Bedarf quantifizierten.

Aus Sicht der Befragten sind flexible Arbeitszeitmodelle die wichtigste Maßnahme zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Jede dritte Befragte gibt an, von ihrem aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber nicht die für sie wichtigen Unterstützungsmaßnahmen zu erhalten. Bei den Telearbeitsangeboten trifft dies sogar auf mehr als jede zweite Befragte zu. Landrat Karmasin unterstreicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit, dass sich auch die Landkreisunternehmen neu orientieren müssen. Denn, so Karmasin, die Unternehmen werden sich wegen des Fachkräftemangels bald auf der Nachfrageseite und nicht mehr der Angebotsseite des Arbeitsmarktes wiederfinden.

Als Aufruf an die öffentliche Hand versteht Karmasin, dass neben der Änderung von Zeitmodellen bei den Unternehmen auch eine fehlende qualifizierte Hausaufgabenbetreuung sowie generell eine fehlende Betreuung der schulpflichtigen Kinder angeführt werden, wenn es um die Ausweitung der Berufstätigkeit geht. Hierbei spielt auch eine Betreuung nach 17 Uhr eine wichtige Rolle. Folglich ist die Verbesserung der Betreuungssituation ein ebenso bedeutendes Handlungsfeld.

Doch auch ein Ausbau der betrieblichen Kinderbetreuungsangebote wird für die Zukunft ein wichtiger Ansatzpunkt sein, um die Berufstätigkeit erwerbsfähiger Mütter zu erleichtern, so Barbara Magg, Leiterin der Wirtschaftsförderung.

Die Ergebnisse der Mütterbefragung werden auf der Veranstaltung zur Fachkraftsicherung im Landkreis am 30.09.2014 den Unternehmen und Vertretern der Kommunen präsentiert. In dieser Veranstaltung werden gemeinsam mit den Unternehmen konkrete Aufgaben erarbeitet werden. Bei der Auftaktveranstaltung zu diesem Thema im Sommer 2013 war der Wunsch nach einer Mütterbefragung von den Unternehmern an den Landkreis herangetragen worden.

Die Befragungsergebnisse werden auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lra-ffb.de/lra/verkehr/wifach.shtml eingestellt werden.

Alle Mütter, welche nicht über diese erste Presseinformation erreicht werden können, werden Anfang des neuen Schuljahres über die Ranzenpost informiert, so Karl Grünauer, der Leiter des staatlichen Schulamtes Fürstenfeldbruck.

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