Lucy Hoffmann leidet an Muskelatrophie -  Die Künstlerin malt seit acht Jahren mit dem Mund

Mundmalen am Viscardi-Gymnasium

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Lucy Hoffmann war als Mundmalerin großes Vorbild für die Viscardianer

 Fürstenfeldbruck - Es wird kein Wort gesprochen im Kunstraum des Viscardi-Gymnasiums. Nur leise Hintergrundmusik ertönt aus dem kleinen CD Player. Die Jungen und Mädchen der 10. Jahrgangsstufe haben einen Pinsel im Mund, mit dem sie unterschiedliche Motive zu Papier bringen. Im Rahmen der Projekttage, kurz vor den Sommerferien, besuchte die 18-jährige Lucy Hoffmann das Viscardi Gymnasium, um dort zusammen mit den Schülern mit dem Mund zu malen.

 Als Lucy zwei Jahre alt war, wurde bei ihr Muskelatrophie diagnostiziert. Die chronisch voranschreitende Nervenkrankheit führt dazu, dass die Muskeln und somit auch die Motorik immer weiter abgebaut werden. Sie kann weder Arme noch Beine bewegen, braucht ein Beatmungsgerät. Daß sich die junge Münchnerein dadurch nicht ihre Freude am Leben und an der Kunst nehmen lässt, zeigt sie immer wieder anhand farbenfroher Bilder mit Natur- und Tiermotiven, die sie seit der ersten Klasse mit dem Mund malt. Mittlerweile übernimmt sie auch Auftragsarbeiten für die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München (AKM), von der Lucy Hoffmann seit acht Jahren betreut wird. Bayernweit berät, betreut und begleitet die AKM über 200 betroffene Familien.

Von der Idee, zusammen mit Lucy das Mundmalen auszuprobieren, waren die Zehntklässler sofort angetan. Kunstlehrerin Stefanie Schielein ist davon überzeugt, daß Kunst als nonverbale Kommunikation hilft, Berührungsängste zu verlieren. ,,Die inklusive Bildungsarbeit gibt jungen Menschen einen Raum, um Toleranz und Akzeptanz zu lernen. Kunst verbindet". Anders als für Lucy, ist es für die Schüler das erste Mal, dass sie mit dem Mund malten. ,,Im Vorfeld waren meine Schüler ein bißchen aufgeregt, weil sie nicht wussten, was auf sie zu kommt. Wir haben es vorher auch nicht geübt", erzählt Stefanie Schielein. Den Schülern und Lucy Hoffmann hat es Spaß gemacht. Es war eine wichtige Erfahrung, die man eben nicht jeden Tag macht. Noch bis 31. August sind die Bilder in der Wanderausstellung ,,Im Rahmen des Möglichen" im Caritas-Zentrum Fürstenfeldbruck zu sehen.

 Nicole Burk

 

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