Nationalsozialismus im Brucker Land - 24 Autoren beteiligten sich am 26. Jexhof-Begleitheft der Ausstellung

Zur Präsentation des 26. Jexhof-Begleitheftes einer Sonderausstellung kamen fast alle der 24 Autoren sowie weitere Mitarbeiter und die Sponsoren der Publikation zusammen. Foto: Günter Schäftlein

Landkreis – Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob, Herausgeber im Auftrage des Landkreises Fürstenfeldbruck, konnte jetzt mit Stolz das 26. Begleitheft zu einer noch laufenden Sonderaustellung vorstellen: Im Beisein fast aller beteiligten 24 Autoren an der in der Hauptsache durch die Brucker Sparkasse und Landkreis-Bürgerstiftung finanzierten Publikation.

“… was Menschen fähig sind, Menschen anzutun … Nationalsozialismus im Brucker Land“ ist ein in einem unglaublich kurzen Zeitraum entstandenes Gemeinschaftswerk, zu dem der vierfache Mitautor Peter Bierl in der Präsentation äußerte „Dieser Katalog ist ein Meilenstein in der Landkreis-Aufarbeitung zur NS-Zeit“. Nach der Begrüßung durch den stv. Landrat Johann Wieser lobte Reinhard Jakob die „inzwischen entstandene Autorenfamilie zur regionalen, ländlichen Geschichte, die einfach bearbeitet werden musste!“: Ausgebreitet in den unterschiedlichsten Kapiteln und Gesichtspunkten, um Quellengenauigkeit ebenso bemüht wie um lesbare Fassbarkeit auf insgesamt 400 Seiten und - leider - in einer ganz knapp kalkulierten Auflage von nur 400 Exemplaren. Schon der Titel, aber auch der Inhalt ist einem der deutschen Nazi-Opfer mit jüdischen Vorfahren, Kurt Schroeter, gewidmet, dazu einem weiteren Opfer des Nationalsozialismus im Landkreis Fürstenfeldbruck, Wasyl Schugaljuk. Um das NS-System noch einmal zu verdeutlichen, reduzierte der beteiligte Historiker Dr. Meßmer die Generalaussage seines Beitrags in dem einzigen Satz: „Sie haben selbst im kleinsten Dorf versucht, alles unter ihre Kontrolle zu bringen …“ Die Analyse der Schulgeschichte in der ehemals selbständigen Gde. Überacker durch Jörg Pluta und Anna Ulrike Bergheim erhält ihre besondere Note durch die Tatsache, „daß die Lehrpläne und Lehrnachweise nahezu vollständig vom Ende der 1920er bis in die 1960er Jahre vorhanden sind.“ Alfons Strähhuber untersuchte intensiv den durch SA und Reichsarbeiterfront betriebenen ersten Siedlungsbau in Gernlinden, der auch noch in der Nachkriegszeit bei den US-Besatzungsbehörden zu Vorbehalten und Irritationen führte. Toni Drexler setzte sich mit dem RAD-Lager in Haspelmoor und das ab 1939 geplante, aber durch glückliche Umstände nicht realisierte Lager für die weibliche Jugend in Atlhegnenberg auseinander, während Brucks ehemaliger Stadtarchivar Michael Volpert die Rolle der katholischen Kirche im Landkreis während der NS-Zeit beleuchtete. Ganz anders das Kapitel „Heldenmütter“ der Autorinnen Simone Schmid (Teil I) und ihrer Enkelin Laura Schmid, 21, Studentin der Komplementärmedizin (Teil II): Eine facettenreiche Familiengeschichte, auch um das Schicksal der Großmutter Zenta als Halbjüdin, deren Mann den Ariernachweis gefälscht hatte … Laura bekannte denn auch den Wert, in eine solche unbekannte Rückbesinnung eingebunden worden zu sein: „… denn im Geschichtsunterricht lernt man explisit nur das, was man unbedingt für die gestellte Aufgabe braucht.“ Dirk Hoogen, Vertreter der Sparkasse in dieser Runde, äußerte zum finanziell unterstützten Werk „Es ist gut investiertes Geld.“ Dr. Georg Jakobs von der Bürgerstiftung des Landkreises bestätigte denn auch gleichermaßen „Wir sind stolz darauf, dabei zu sein, wenn auch bescheidener …“ Am Begleitbuch-Inhalt wesentlich beteiligt die Kuratoren Dr. Reinhard Jakob, Petra Schreiner M.A., Christine Ickerott-Bilgic M.A., Dr. Andreas Mäckler, Fuchstal (Layout/Gestaltung) und Ruth Strähhuber (Umschlag).

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