Zugezogene Neubürger stellen auf Versammlung Fragen zum Brucker Landkreis

Wenig Spielplätze und viel Verkehr

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Bürgermeister Erich Raff skizzierte eine Dreiviertelstunde Fürstenfeldbruck mit Daten und Fakten für die neuen Bürger im Landkreis.

Fürstenfeldbruck – „Warum fließt denn so viel Verkehr durch die schöne Innenstadt? Was ist denn das Problem?“ fragte eine seit April aus der Schweiz nach Bruck zugezogene Neubürgerin bei der Neubürgerversammlung. Eine aus Landshut zugezogene Neubürgerin wünschte sich mehr Radwege. Heftige Kritik übten etliche Neubürger an der Abfallwirtschaft im Landkreis, regten sich über verdreckte Wertstoffhöfe auf und über unregelmäßige Abholung des Bioabfalls. Auch gebe es in der Innenstadt zu wenige Spielplätze.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr nach der Versammlung im April empfing die Stadt am 27. Oktober ihre neu zugezogenen Bürger. 45 von 1.150 eingeladenen Neubürgern nutzten die Gelegenheit, um etwas mehr über ihren neuen Wohnort zu erfahren, aber auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Kritik zu üben. Zunächst hieß der Bürgermeister Erich Raff die neuen Bürger im Sitzungssaal des Rathauses herzlich willkommen und skizzierte in einer Dreiviertelstunde Fürstenfeldbruck mit Daten und Fakten und beschrieb die große Palette an Dienstleistungen, Einrichtungen und Freizeitangeboten. Am Ende seiner Ausführungen sahen die Neubürger den siebenminütigen Imagefilm über die Kreisstadt, der Bruck als lebens- und liebenswerte Stadt präsentiert. Wenig Hoffnung machte Raff der aus der Schweiz zugezogenen Bürgerin hinsichtlich der Verkehrssituation in der Innenstadt. Seit Jahrzehnten haben sich der Stadtrat und einige Bürgermeister damit befasst und aus den unterschiedlichsten Gründen habe man es bisher nicht geschafft, die Bundesstraße aus dem Stadtzentrum herauszubringen. „Es wird wohl so bleiben“, meinte Raff, „wir können die Straße eh nicht verlagern. Wir versuchen eine Abstufung auf eine ganz normale Straße und durch verkehrsrechtliche Maßnahmen den Durchgangsverkehr zu vergraulen.“ Doch der betrage nur 16 Prozent, so Raff, der übrige Verkehr sei hausgemacht. Die Leute sollten mehr mit dem Radl fahren oder zu Fuß gehen. Ansonsten werde man auch noch die nächsten Jahrzehnte mit der Bundesstraße und dem Verkehr leben müssen. Man habe in Bruck nur zwei Amperübergänge, einen dritten wollte man haben, aber der sei seit 50 Jahren immer wieder gescheitert. Wenn man aufs Rad umsteigen soll, dann müsste auch mehr für die Radwege getan werden, meinte eine Neubürgerin, die aus Landshut zugezogen ist.

Es sei in der Stadt zu gefährlich mit dem Rad unterwegs zu sein. Kinder könne man allein schon gar nicht durch Fürstenfeldbruck schicken. Wie es denn mit den Plänen der Stadt in Richtung Carsharing ausschaue, fragte die Neubürgerin. Bruck hat eine Firma beauftragt, ein Verkehrskonzept zu erstellen, um auch die Situation für die Radlfahrer zu verbessern, teilte Raff mit. Auch zum Carsharing habe es schon mit zwei Betreibern Gespräche gegeben und es sei angedacht, so etwas in Bruck zu etablieren. Ein Bürger aus der Aumillerstraße bezeichnete das Abfallsystem als undurchsichtig und fragte, ob das überhaupt Sinn mache. Die kleinen Wertstoffhöfe suche man ungern auf, die gleichen Müllkippen. Da müsse dringend etwas geschehen, sie müssten überwacht werden. Ein anderer Bürger meinte, er kenne die Gelben Säcke aus dem Landkreis Starnberg. Die sollte man einführen, dann würden auch die Wertstoffhöfe ordentlicher ausschauen. Eine Berufstägige forderte längere Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe. Eine andere Neubürgerin monierte den unregelmäßigen Abtransport des Biomülls. Aus zehn verschiedenen Wertstoffkategorien alles sortieren zu müssen, sei sehr aufwendig, meinte ein weiterer Neubürger. Das würden viele Leute nicht machen. Die Trennung mache ohnehin keinen Sinn. Das Landratsamt überlege, so Raff, eine weitere Tonne einzuführen. Doch andererseits habe der Landkreis durch die Trennung mit Abstand die niedrigsten Müllgebühren in Bayern. Es gebe durchaus Grünflächen in der Innenstadt, die zwar eine Bank besitzen würden, aber eine Schaukel oder Wippe, die Platz hätten, vermisse er, so ein Neubürger. Zum beispielsweise an der Werner-von-Braun-Straße/Puchermühlstraße oder Schubertstraße/Theodor-Heuss-Straße oder im Stadtpark.

Dieter Metzler

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