Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

88 Betten für psychisch Kranke

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Viele Gäste aus Politik, Medizin und Gesellschaft sind zur Eröffnung der neuen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des kbo-Isar-Amper-Klinikums (im Hintergrund) gekommen - am 11. Oktober ziehen die ersten Patienten ein.

Fürstenfeldbruck – Mit der Eröffnung der neuen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Stadelbergerstraße im Häuslerpark in Fürstenfeldbruck stellt das kbo-Isar-Amper-Klinikum gemeinsam mit einer Außenstelle in Dachau nunmehr die psychiatrische Versorgung für die Bewohner aus den beiden Landkreisen sicher.

Noch legen zwar die Handwerker letzte Hand an, ab 11. Oktober aber sollen die ersten Patienten in die Klinik einziehen. Die Baukosten der 88-Betten-Klinik belaufen sich auf 27,75 Millionen Euro, die Fördersumme des Freistaats beträgt 13,7 Millionen Euro.

"Weißer Fleck der psychiatrischen Versorgung gefüllt"

Bis zur feierlichen Eröffnung der Klinik am 29. September war es ein langer Weg, jetzt aber „ist der weiße Fleck auf der Landkarte der psychiatrischen Versorgung endlich bunt geworden“, meinte der Geschäftsführer der kbo-Isar-Amper-Klinik, Jörg Hemmersbach, bei der Begrüßung. So stellten die vielen Grußwortredner auch die die Wichtigkeit einer wohnortnahen Versorgung der Patienten heraus. „Wir wissen, dass betroffene Menschen wohnortnahe Hilfe schneller akzeptieren und in Anspruch nehmen“, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. Der Bezirk Oberbayern habe deshalb zusammen mit den „Kliniken des Bezirks Oberbayern – Kommunalunternehmen“ (kbo) die Dezentralisierung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen sei man an mehr als 20 Standorten präsent. Als einen Meilenstein für die medizinische Versorgung der psychisch kranken Menschen bezeichnete Staatsministerin Melanie Huml die Eröffnung der kbo-Isar-Amper-Klinik im Häuslerpark und beglückwünschte den Landkreis zu dem lange erwarteten psychiatrischen Kompetenzzentrum. Leider sei man noch nicht an dem Punkt, dass seelische Erkrankungen kein Tabu mehr sind, so die Ministerin. Aber man bewege sich in die richtige Richtung. Deshalb habe der Freistaat die psychische Gesundheit zum Jahresschwerpunkt im Rahmen seines Präventionsplans gemacht.

Zu wenig Plätze in sozialtherapeutischen Einrichtungen

Der Landkreis war bisher im Bereich Psychiatrie unterversorgt, sagte die Vorsitzende des Gesundheitssauschusses im Bayerischen Landtag, Kathrin Sonnenholzner (SPD). Sie erinnerte an die vielen Debatten und Diskussionen um die Klinik. Sonnenholzner wie darauf hin, dass der Landkreis viel zu wenige Plätze in sozialtherapeutischen Einrichtungen vorhalte.

Es sei ein langer Weg gewesen, sagte Landrat Thomas Karmasin, der die neue Einrichtung als architektonisch gelungen bezeichnete. Er wünschte der Klinik, dass sich das innovative und mutige System der Unterbringung von Kranken ohne geschlossene Station in Schwerpunktzimmern bewähre.

In der Mitte der Gesellschaft

Mit der Klinik im Häuslerpark habe man einen so lebensnahen Standort gefunden, „viel mehr in der Mitte kann es nicht sein“, meinte Margitta Borrmann-Hassenbach vom kbo-Vorstand. „Psychische Erkrankungen sind ein Teil des Lebens und finden in der Mitte der Gesellschaft statt. Und genau da – also „mittendrin“ wollen wir mit unseren vielfältigen kbo-Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen sein“, bekräftigte Borrmann-Hassenbach.

175 Mitarbeiter mit Grundsätzen

Die Chefärztin der Klinik, Dr. Gabriele Schleuning und die Leiterin des Pflegedienstes, Christine Ernst-Geyer, stellten das Konzept der Klinik vor. In dem von den Architekten des Stuttgarter Büro Udo W. Kreuger entworfenen Gebäude mit seinen großen Fensterfronten und seiner freundlichen Atmosphäre sollen sich die Patienten wohlfühlen und rasch gesund werden. Dafür sorgen wollen die 175 Mitarbeiter, die die Klinik nach fünf Grundsätzen Offenheit, Miteinander, Klarheit, Professionalität und Wertschätzung führen und leiten wollen.

88 Betten in vier Stationen

Zukünftig werden vier Stationen (Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Suchtmedizin) die psychiatrische Vollversorgung sichern. Hierfür stehen 88 Betten sowie eine Tagesambulanz mit 15 Plätzen zur Verfügung. Behandelt werden Patienten mit Depressionen, Psychosen, Belastungsstörungen, Angstzuständen, Alterserkrankungen wie Demenz sowie Suchterkrankungen. Bereits 2007 wurden die Tagesklinik und die Institutsambulanz in Fürstenfeldbruck eröffnet, beide waren allerdings im Klinikum Fürstenfeldbruck untergebracht und ziehen nun in die neue eigene Klinik um. S

pezielle Behandlungsangebote wie Traumatherapie, Borderline und weiteres am Standort München-Ost stehen den Einwohnern der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau weiterhin zur Verfügung.

Tag der offenen Tür

Am 24. November erhält die Brucker Bevölkerung die Gelegenheit, an einem „Tag der offenen Tür“ die neue Brucker Klinik zu besichtigen.

Dieter Metzler

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