Neuer Trainer - Türkischer Kreisklassenverein BVTA wurde schnell fündig

Bei den türkischen Kreisklassenfußballern wird wieder türkisch gesprochen (von links) BVTA-Präsident Duran Mizrak, der sich freute, dass Hasan Uslu sofort zusagte, als er ihn bat, das Traineramt zu übernehmen. Foto: Dieter Metzler

Schnell wurde der türkische Kreisklassenverein BVTA auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig, nachdem Trainer Mario Brettschneider seinem „Rauswurf“ zuvorkam und von selbst das Handtuch warf. Der ehemalige Zweitliga-Spieler des FC Schweinfurt, der erst im November des vergangenen Jahres den Trainerjob beim Beistandsverein für türkische Arbeitnehmer übernommen hatte, sah keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Nach der 0:4 Niederlage gegen den TSV Gernlinden und der anschließenden 0:5 Pleite im zweiten Pflichtspiel gegen den TSV Geltendorf erklärte Brettschneider am 3. April seinen Rücktritt. Bereits einen Tag danach präsentierte der erst vor wenigen Wochen zum neuen Vorsitzenden des Beistandsvereins türkischer Arbeitnehmer in der Kreisstadt gewählte Duran Mizrak den neuen Coach. Hasan Uslu heißt der neue Mann an der Seitenlinie, der nun die Brucker Türken vor dem drohenden Abstieg bewahren soll. Der heuer 50 Jahre alt werdende Türke wohnt im Brucker Westen und sammelt bereits seit zehn Jahren fleißig als Trainer im Juniorenbereich und als Trainer der Reserve-Elf beim Liga-Konkurrenten vom TSV West Erfahrung, wo auch sein derzeit, allerdings an einer Verletzung laborierender Sohn Eser, zu den Stützen des Kreisklassen-Vierten zählt. Er werde zunächst die Mannschaft bis zum Saisonende übernehmen, teilte Uslu mit und zwar ohne einen Cent Gage. Wenn seine Landsleute ihn rufen, dann ist es eine Herzensangelegenheit, so Uslu. „Mein Ziel ist natürlich der Klassenerhalt.“ Wenn alles gut gehe, könne er sich ein weiteres Engagement vorstellen, so Uslu. Er habe das Spiel gegen Geltendorf verfolgt. „80 Prozent ihrer Zweikämpfe verlieren die Spieler“, erkannte Uslu und sieht vor allem die Gründe darin, dass die Mannschaft zu wenig Kraft und die Spieler überhaupt keine Kondition haben. Auch die ständigen vielen muskulären Verletzungen zeugen davon, dass die Spieler untrainiert sind. Das will er umgehend ändern. Doch er weiß auch, dass er allein machtlos ist. „Wenn nicht alle mitziehen, dann geht gar nichts.“ Am 8. Mai steht das Stadt-Derby zwischen dem BVTA und West an. „Ab heute schlägt mein Herz für meine Landsleute“, beantwortete Uslu, der von 1984 bis 2000 als Vorstopper beim BVTA spielte, die Frage, ob er denn dem Spiel nicht schon jetzt mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe. Ob sein 20-jähriger Sohn denn im Falle des Klassenerhalts zum BVTA wechseln werde, beantwortete Uslu so: „Ich werde keinen Druck auf meinen Sohn ausüben. Der ist erwachsen und muss selbst entscheiden, was er machen will. Ich werde auf jeden Fall seine Entscheidung akzeptieren.“ Wests Präsident Günter Eichinger bedauerte den Weggang des erfahrenen Jugendtrainers, der beim TSV West erfolgreiche Arbeit geleistet hat. BVTA-Präsident Duran Mizrak dankte Uslu für seine spontane Bereitschaft, dem türkischen Kreisstadtverein zu helfen. Er wünscht sich eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

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