Neuland betreten

Zu sehen bei der Ausstellung: „Neuland – altland“, Acryl/Mischtechnik, 2012, von Sigrid Sommer. Fotos: Schäftlein

Mit ihrer zehnten gemeinsamen Jahresausstellung in 14 Jahren des Bestehens und dies auf neuem Boden präsentierten die sechs Contrair-Kunstschaffenden einen wiederum lebhaften Querschnitt durch „bunt, klassisch, modern, hart und weich“. Man kennt einander sehr gut, lässt jedem seine Freiheiten und findet doch zu einer kombinierbaren Linie.

 Die dreitägige Ausstellung im Maisacher Ortsteil Diepoldshofen sah mit Sigrid Sommer („Neuland ist für mich nicht das Ziel, sondern eher die Richtung, ein Arbeitsfeld.“), Ully Becker („Neuland ist für mich Wein mit Schokolade, etwas altes neu zu gestalten“), Daniela Klotz („Neuland ist für mich ganz anders als man denkt.“) und Hanne Wölfle („Neuland ist für mich alles was mich anregt zum Experimentieren und Forschen.“) eine weibliche Dominanz. Dennoch: Der Senior Harry Hübner („Neuland ist für mich nicht nur Kolumbus.“) und Gruppenleader Klaus Kühnlein („Neuland ist für mich eine Herausforderung, Neues erleben zu dürfen.“) brauchten sich nicht zu verstecken. Die Ausstellung hatte eine Tendenz zum gemalten, gezeichneten, geschnitzten Akt und Halbakt, ließ aber auch der Phantasie freien Lauf, auch bei den zumeist schlanken Holzfiguren von Ully Becker. Die Künstlerin kam über die Malerei zum Bildhauern und sieht als Bindeglied dazwischen den Holzschnitt. Harry Hübner, das Münchner Vorstadtgewächs sah beinahe surrealistisch „Neuland“ als schuldloses Adam und Eva-Motiv, aber auch merkwürdige „Gesichter im Neuland“, beides in Öl auf Leinwand. Sigrid Sommer malt, modelliert, schnitzt, zeichnet und arbeitet in Ton, wenn sie „Lust hat und der Beruf ihr Zeit dazu lässt“. Ganz schlicht aber treffend ihre Monotypie „Nachbarin“, dazu die Arbeiten in Acryl/Mischtechnik „Haus im Grünen“ und „Neuland – altland“ sowie das anrührende „Mutter und Kind“ in Acryl. Klaus Kühnlein behauptet „Wenn ich male, kommt der Alltag in mir zum Erliegen …da gibt es nur noch mich, die Leinwand, Holz oder Stein.“ Das Gefühl einer gewissen Leere vermittelt er in seinem Acrylbild „Verlassen 3“, baut aber gleich daneben auf mit „Wachstum“. Daniela Klotz – mit einer Vorliebe für Filzarbeiten – zeigte einen handgetöpferten Keramik-Turm mit „Wo – Wohin?“, gefertigt in fünf Abenden und in Anlehnung an einen biblischen Vorgängerbau. Schließlich Hanne Wölfle: Ihre inneren Auseinandersetzungen mit dem Menschen in unterschiedlichen Sichtweisen sieht sie „als eine Vertiefung zu meinem Beruf“. So im „Sommerabend am See“ oder in den „Wortfedern“. Zum Schluss hatten die Contrair-Kunstschaffenden den nicht ganz unbescheidenen Wunsch an die Gemeinde, das Domizil Diepoldshofen als ein neues kulturelles Zentrum anzuerkennen.

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