Nigeria-Connection aufgeflogen - Kripo Fürstenfeldbruck und Stuttgart nahmen zwei Tatverdächtige fest - 6 Mio Dollar aus dem angeblichen Privatver ...

Trotz vielfacher Warnungen der Polizei werden noch immer gutgläubige Privatpersonen und Geschäftsleute die Oper von professionellen Betrügern der „Nigeria-Connection“. Die Masche ist stets die selbe. Für die Erlangung eines Vermögens soll das Opfer einen Vorschuss leisten, der dann in die Hände der Betrüger fällt. Im konkreten Fall einer 49-jährigen potentiellen Geschädigten aus dem Landkreis Dachau lief es für die Betrüger unerwartet schlecht. Aufgrund einer Pkw-Verkaufsanzeige im Internet erhielt die 49-jährige ein Angebot, dass sie rund 6 Millionen Dollar aus dem Privatvermögen von Saddam Hussein erhalten könne, wenn sie den Koffer mit rund 18,6 Millionen Dollar einen Monat bei sich aufbewahrt. Für die anfallenden Transportkosten des Geldkoffers zahlte die Geschädigte 6500 Euro und sollte in Amsterdam den Koffer erhalten. Dort wurde ihr auch die angeblich notwendige „Entfärbung“ der 100-Dollar-Noten mittels spezieller Chemikalien vorgeführt.

Wie in diesem Betrugsverfahren üblich, kam es aufgrund von den Tätern inszenierten Pannen nicht zur Übergabe des Geldkoffers. Nachdem sich die Geschädigte an die Polizei wandte, nahm die Kripo Fürstenfeldbruck die Ermittlungen wegen Bandenbetruges auf. Den Ermittlern gelang es, den Täterkontakt zu halten. Am vergangen Freitag, 11.06.2010, sollte die Geschädigte weitere 3500 Euro bezahlen, um den Geldkoffer zu erhalten. Am Hauptbahnhof und einem Hotel in Stuttgart schlug die Polizei dann im Rahmen eines vereinbarten verdeckten Vorgehens zu und nahm zwei dringend Tatverdächtige fest. Es handelt sich dabei um einen 37-jährigen in Nigeria geborenen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit und seinen 31-jährigen nigerianischen Komplizen. Im Rahmen der anschließenden Durchsuchungen wurden in verschiedenen Verstecken massenweise „Nigeriabriefe“, Blanko-Plastikkarten, elektronische Geräte zur Kartenherstellung, Notebooks, Mobiltelefone, 3 Zahlenschlosskoffer, Chemikalien und rund 20.000 Euro Bargeld sichergestellt. Zum Abtransport der Asservate benötigte die Kripo Fürstenfeldbruck einen Kleintransporter, der „bis oben hin“ voll war, so die Formulierung im Abschlussbericht des Einsatzleiters. Die Auswertung wird geraume Zeit in Anspruch nehmen. „Elliot“ und „James“, so der Decknahme der tatverdächtigen Betrüger, wurden am Samstag dem Ermittlungsrichter beim AG München vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II Haftbefehl erließ.

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