Noch immer verdienen Frauen 23% weniger als männliche Kollegen – Diskussion mit weiblichen Abgeordneten und der Vereinigung der Bayerischen Wirtsc ...

Der Diskussion stellten sich (von links) MdL Sonnenholzner, Brossardt, BR-Moderatorin Stephanie Stauss, MdB Hasselfeldt, Spinner-König. Foto: Dieter Metzler

In Deutschland hat die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft ein hohes Niveau erreicht, viele Hürden wurden überwunden. Doch nicht überall: Vor allem in der Arbeitswelt stoßen Frauen zu oft noch auf Grenzen. Sie verdienen durchschnittlich 23 Prozent weniger als die männlichen Kollegen, sie arbeiten häufiger in Niedriglohn- und Teilzeitjobs als Männer und sie sind kaum in Führungspositionen vertreten. Auf Einladung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) referierten und diskutierten am vergangenen Freitagabend die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Gerda Hasselfeldt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw), Bertram Brossardt, sowie die Geschäftsführerin der Spinner GmbH, Stephanie Spinner-König und die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner über „Mehr Chancen für Frauen in der Arbeitswelt“.

Die Rolle der Frau in der Gesellschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, sagte die Wahlkreisabgeordnete Gerda Hasselfeldt. Stellte die Berufstätigkeit der Frau früher häufig nur ein Zuverdienst dar und wurde dieser in den typischen Frauenberufen tariflich geringer bezahlt, so haben die Frauen heutzutage eine bessere Ausbildung, womit sie höhere Erwartungen an den Beruf verknüpfen. Zugleich stelle sich häufig aber dabei das Problem für die Frauen: Wie bringe ich Beruf und Familie in Einklang? Durch flexiblere Arbeitszeiten, den Ausbau des Angebotes an Kinderbetreuung, die Einführung des Elterngeldes sowie die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten seien die Rahmenbedingungen stark verbessert worden, aber noch nicht genug, meinte Hasselfeldt. So gelte es beispielsweise auch Hilfestellungen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu leisten. Die Situation in Führungspositionen habe sich für die Frauen ebenfalls verbessert, aber dennoch seien die Frauen in Spitzenpositionen noch zu wenig vertreten. Aber weder von der von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geforderten strikten Quotenregelung, noch von der von Familienministerin Kristina Schröder freiwilligen Selbstverpflichtung der Unternehmen ist die CSU-Landesgruppenvorsitzende überzeugt. Das Potential der gut ausgebildeten Frauen müsse genutzt werden und stelle für jedes Gremium eine Bereicherung dar, egal in welcher Prozentzahl, so Hasselfeldt. „Jedes gemischte Gremium arbeitet erfolgreicher als ein Gremium, dass nur mit Männern oder nur mit Frauen besetzt ist“, sagte Hasselfeldt. „Politik und Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen, um Frauen mehr Chancen in der Arbeitswelt zu ermöglichen“, forderte Bertram Brossardt. „Auch mit Blick auf die drohende Fachkräftelücke sind wir auf einen höheren Anteil an weiblichen Beschäftigten angewiesen. Eine staatlich verordnete Personalpolitik, etwa durch eine gesetzliche Frauenquote, ist aber der falsche Weg“, erklärte Brossardt. Neben der Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen gelte es, die Hemmnisse abzubauen, die Frauen Chancen auf allen Ebenen des Arbeitsmarktes verbauen. Brossardt forderte eine offene und ehrliche Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Die vbw habe ein ganzheitliches „Aktionsprogramm Fachkräftesicherung“ mit fünf eng verzahnten Handlungsfeldern aufgelegt. Es sieht u. a. vor, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen und ihnen den Wiedereinstieg nach einer Familienphase zu erleichtern. „Dazu setzen wir mit unserer Bildungsoffensive schon bei den jungen Mädchen an, um sie beispielweise für die Welt der Technik zu interessieren“, sagte der vbw-Hauptgeschäftsführer. „Wenn ich in ein Konzert gehe, möchte ich die bestmögliche Oboe hören und keine Quoten-Oboe“, lehnte auch die Geschäftsführerin der Spinner GmbH, Stephanie Spinner-König, eine Quotenregelung ab. Sie wehrte sich auch dagegen, dass die Frau nun als Lückenbüßer des demografischen Wandels herhalten soll. Sie referierte über die Vereinbarkeit in der betrieblichen Praxis und demonstrierte am Beispiel ihres Unternehmens, wie Familie und Beruf erfolgreich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter „einen Hut“ gebracht werden können.

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