Noch mit 101 Jahren putzmunter

Jubilarin Centa Sauter feierte mit Tochter Lieselotte Böhm im Brucker AWO-Seniorenzentrum Josefstift. Foto: Schäftlein

Oberbürgermeister Sepp Kellerer erschien mit dem stellvertretenden Landrat Hans Wieser zum Gratulieren und die Josefstiftvertreter um Einrichtungsleiter Jochen Wagner gesellten sich mit Tochter Lieselotte Böhm hinzu: Die jetzt 101-jährige Centa Sauter sah dem glückwünschenden Treiben gelassen und mit wachen Augen zu. Die Münchnerin kam erst 2006 in das Brucker AWO-Seniorenzentrum.

Vorher hatte die Oma und Uroma (2 Töchter, 2 Enkel, 2 Urenkel) noch zwanzig Jahre nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes 1986 allein im gemütlichen eigenen Zuhause mit Garten in Schwindegg bei Dorfen verbracht. „Und sie ist da auch alleine ganz gut klar gekommen“, blickt Tochter Lieselotte zurück. Centa (Kreszenz) Sauter war Zeit ihres Lebens couragiert. Schon 1932 mit 22 Jahre – noch in der Weltwirtschaftskrise und bei hoher Arbeitslosigkeit – eröffnete sie unter ihrem Mädchennamen Rothmaier in der Schwabinger Zieblandstraße 5 (heute Maxvorstadt) ein Milchgeschäft. Sie ließ dabei aber gleich die verehrte Kundschaft wissen, dass sich durch ihre Verehelichung am 23. Oktober 1932 ihr Name in Centa Böhm fernerhin ändern werde. Leider war ihr das Eheglück mit dem Vater ihrer beiden Töchter nur sieben Jahre vergönnt. Er starb 1939 und sie wurde eine alleinerziehende Mutter. Eine zweite Ehe schloß sie 1947 mit Johann Sauter. Das Milchgeschäft blieb weiterhin ein Lebensmittelpunkt und die enge Verbindung zur Gutsmolkerei in Oberndorf/Arco-Valley erhalten, denn als Verkäuferin im Graf-Arco-Milchladen in der Münchner Maffeistraße 4 zwischen 1929 und 32 war sie eine geschätzte Fachkraft mit sehr guten Zeugnissen. Fast mit heutiger Bio-Überzeugung schrieb Centa Rothmaier schon 1932 über diesen Milchbezug an Ihre Kundschaft: „… früh 2 bis 3 Uhr frisch gemolken, tief gekühlt und um 6 Uhr schon beim Ausschank!“ Die Bruckerin Lieselotte Böhm sagt heute über ihre Mutter: „Sie fühlt sich wohl im Josefstift, auch wenn ihre Aktivitäten nachgelassen haben. Ein kurzer Blick in die Zeitung, ein wenig Fernsehen. Dreimal den Weg in den Speiseraum. Ausruhen in ihrem bequemen Sessel. Mensch-ärgere-Dich-nicht spielen. Und immer freundlich.“ Das sagt auch Josefstift-Leiter Jochen Wagner über die betagte Bewohnerin und bewundert, dass Tochter Lieselotte sich täglich um ihre Mutter kümmert. Vielleicht denkt die jetzt gefeierte alte Dame gelegentlich noch an das Jahr 1924: Da musste sie ihre Lehre als Schneiderin im dritten Lehrjahr durch den Tod ihrer Chefin im Münchner Modesalon Hennig in der Kaufinger Straße 27 plötzlich aufgeben. Möglicherweise wäre ja sonst einiges anders gekommen.

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