900 Oldtimer-Teilnehmer und viele Besucher beim 15. Oldtimer-Treffen in Jesenwang

Blick vom Tower auf das lebhafte Treiben entlang der Flugplatz-Hallen. Alle Fotos: Günter Schäftlein

Das Gelände am Sonderflugplatz glich am Tag der deutschen Einheit einem riesigen Heerlager, dicht besetzt von 900 Oldtimer-Teilnehmern und sehr vielen Besuchern. Das Wetter tat ein Übriges, um die Helfer vom För-derverein „Pro Luftfahrt“ und die Familie um Max Walch jr. froh zu stimmen. Alles verlief reibungslos und unfallfrei.

Auch wiederum Dank der Einpark-Hilfe durch die Feuerwehr Jesenwang. „Das älteste Fahrzeug“, berichtete Helga Asenbaum, „ist von 1912. Natürlich ein Ford.“ Im Gegensatz dazu ein fast neues Rennpferd aus dem roten Ferraristall: 350 PS schnell und erst 25.000 Km alt. Eingesetzt als Begleitfahrzeug für die Pro-Luftfahrt-Fahne. Die Fahnenbewahrerin und Pro Luftfahrt-Schriftführerin Dorothea Isenberg zum teuren Untersatz: „Den kann sich nur unser Fahnenträger leisten …“ Das 15. und wie immer vielseitige Oldtimer-Fest auf und am Flugplatz Jesenwang verdient seinen Ruf, denn man sah wieder sachverständige Besucher ebenso wie rein Neugierige, jung und alt, Familien mit Kindern bis hinunter im Kinderwagen oder Schultertragen. Unter den Besuchern herrschte ein reges Kommen und Gehen, mit Schlangen vor den unterschiedlichsten Versorgungsstationen und in einem gefüllten Fly In in der Regie von Brigitte Walch, noch immer in der Küche unterstützt von Mutter Gertraud Walch. Max Walch sen. saß derweil draußen am Flugplatzrand im Rollstuhl und verfolgte aufmerksam die Geschehnisse, so auch direkt neben dem Pfarrer beim Segnen des Fahrzeugkorsos. Möglich, dass er sich bei dieser Gelegenheit an die schwierigen Anfänge seines Lebenstraums erinnerte: Das Fliegen ab und nach Jesenwang. Am 31. Mai 1962 landete hier erstmals ein Flugzeug auf einer 300 Meter-Graspiste. Im gleichen Jahr folgten noch 11 Anflüge - bis 1998 wurden daraus 1 Million Flugbewegungen. Aber im Juni 1963 erteilte die Regierung von Oberbayern die wichtige Genehmigung zum Betrieb des Landeplatzes Jesenwang, was 50 Jahre später 2013 noch entsprechend gefeiert wird. Die Flugbewegungen beim 15. Oldtimertreffen hielten sich heuer in Grenzen: Lediglich ein einsamer Hubschrauber und eine Oldtimer-Staffel stiegen einige Male auf und man sah gelungenen Formationsflug mit dem braunen Fieseler Storch von 1938 und den Doppeldeckern eines gelbblauen Boing Stearman von 1940, einer roten Tiger Moth und eines rotblauen Bücker Jungmann 131. Zu bewundern als Motorrad auch eine Horex-Regina 400/06 von 1954, 399 ccm/21 PS. Als Import aus Dänemark „in einem defekten und ganz schlechten Zustand für 100 DM erworben“, zwischen 2000 und 2010 vom neuen Besitzer Josef Lemmermeyer aus Kirchheim am Ries inzwischen komplett restauriert: Laut TÜV-Gutachten 2010 nunmehr 15.000 Euro wert. Oder der Borgward-Goliath als Dreirad-Lastwagen von 1960. „Goli“ ist 55 Km/h schnell und kann 750 Kg Last übernehmen. Besitzer Herbert Schmid, 78, München, hat ihn als Erbstück vom Vater übernommen und ist stolz darauf, ihn noch immer unter dem alten Kennzeichen von 1960 fahren zu können. Auch ein Messerschmitt-Kabinenroller 200 von 1958 gehört mit in diese alte Garde der bescheideneren Nachkriegsfahrzeuge. Liebevolle Namen wie „Hebammenkoffer“ oder „Nuckelpinne“ begleiteten diesen schmalen 2-Sitzer-Typ. Mike Tannert, 43, aus Inning liebt ihn heiß und innig, denn er ist ja immerhin noch 80 Km/h schnell. Für schnelle aber auch gute Musik sorgten am Oldtimertag übertragen die Kapellen New House demolition und Jazz a wenig.

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