Veranstaltung am 25. September von 10 - 16 Uhr  im Fliegerhorst - Im Alten Tower-Gebäude soll eine Gedenkstätte  entstehen

Öffentliches Symposium zum neuen Erinnerungsort Olympia-Attentat Fürstenfeldbruck '72

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Im Alten Tower-Gebäude soll eine Gedenkstätte für die Olympia-Opfer des Attentats von 1972 entstehen.

Fürstenfeldbruck – Nachdem die schrittweise Auflösung des Fliegerhorstes Ende 2011 vom Verteidigungsministerium beschlossen wurde, entstand die Idee im Landkreis, am Originalschauplatz des Olympia-Attentats von 1972 eine Gedenkstätte zu errichten. Unter dem Titel „Von der Vision zur Realisierung – Der neue Erinnerungsort Olympia-Attentat Fürstenfeldbruck 72“ veranstaltet das Landratsamt dazu am 25. September im Brucker Fliegerhorst ein öffentliches Symposium. 

 

Eingangs werden die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, der Generalkonsul des Staates Israel für Süddeutschland, Dr. Dan Shaham sowie Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle wichtige Gedanken und Impulse an die Gäste des Symposiums richten. 

Die Veranstaltung im Offizierheim, zu der interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, beginnt um 10 Uhr und wird gegen 16 Uhr beendet sein. Bei einem Pressegespräch im Landratsamt stellten am 14. Juli Landrat Thomas Karmasin, Dr. Angelika Schuster-Fox, die den Landkreis bei diesem Projekt wissenschaftlich berät, Projektleiterin Jutta Remsing sowie Dirk Hoogen, Leiter der Unternehmenskommunikation der Sparkasse, die die Finanzierung der Tagung und Publikation maßgeblich unterstützt, Ablauf und Programm des Symposiums vor. „Es ist uns wichtig, in einem transparenten Meinungsbildungsprozess gemeinsam mit allen Beteiligten zu überlegen, wie ein neuer Erinnerungsort Olympia-Attentat Fürstenfeldbruck 72 sinnvoll realisiert werden kann“, sagte Karmasin. 

So ein Projekt am „grünen Tisch“ zu planen, könne gefährlich sein, meinte Schuster-Fox. Man müsse ausloten, was überhaupt möglich sei. Sie halte es auch für wichtig, die interessierte Bevölkerung in die Überlegungen mit einzubeziehen. Auch die Erwartungshaltung der Bürger dabei zu klären, sei wichtig, so Projektleiterin Remsing. „Es sollte schon Hand und Fuß haben“, meinte auch der Brucker Landrat. So könnte er sich vorstellen, dass man die seit 1999 vor dem Fliegerhorst neben der Hauptwache errichtete Gedenkstätte an den authentischen Ort verlegen könnte, wenn der Bereich der Öffentlichkeit dann zugänglich ist. Die Finanzierung der Gedenkstätte sei noch nicht wirklich geklärt. Der Landkreis könne eine Gedenkstätte allein nicht stemmen, so Karmasin. Zusagen des Freistaats gebe es, a aber nicht in welcher Höhe. Bis zum September hofft Karmasin, dass sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zumindest zum Verkauf oder der Überlassung des Alten Towers äußerst. „Mir wäre es am liebsten, wenn ihn die BImA behalten und wir betreiben würden.“ 

Als eine „win-win-Situation“ bezeichnete der Landrat hingegen, den Plan, im Flachbau des Alten Tower-Gebäudes die Verwaltung sowie Schulungsräume des Münchner polizeilichen Fahrsicherheitstrainings unterzubringen. Eine sicherheitsverströmende Einrichtung könne nicht schaden. Nach den Grußworten, so der geplante Ablauf des Symposiums, eröffnet Dr. Schuster-Fox die Vortragsreihe mit dem Thema „Einführung und aktueller Stand „Erinnerungsort Olympia-Attentat Fürstenfeldbruck 72“. Professor Dr. Ferdinand Kramer vom Institut für Bayerische Landesgeschichte beleuchtet die Historie des Olympia-Attentats, Dr. Jörg Skriebeleit, der Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg und Konzeptautor des vom Freistaat in Auftrag gegebenen Erinnerungsortes Olympia-Attentat in München, referiert anschließend über Möglichkeiten, Inhalte und Realisierung einer Gedenkstätte. Den Vormittag beschließen Mag. Sonja-Maria Herzl-Förster und Marie-Luise Kreilinger vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin mit „Wie halte ich den Erinnerungsort lebendig?“ 

Der Nachmittag wird eröffnet von Dr. Brigitta Klemenz, der Kulturreferentin der Stadt Fürstenfeldbruck und Mitglied des Forums Erinnerungsort Olympia-Attentat in Fürstenfeldbruck mit dem Vortrag „Gedenken und Erinnern“. Über die Möglichkeiten der Nutzung des Alten Tower und Rollfeld, über die Konversion Fliegerhorst und den Denkmalschutz sprechen der Brucker Stadtbaumeister Martin Kornacher und Dipl. Ing. Ferdinand Krissmayr, beauftragter Architekt für ein Gebäudegutachten „Altes Tower-Gebäude.“ Abschließend gibt Piritta Kleiner, Kuratorin Erinnerungsort Olympia-Attentat München 72, einen Sachstandsbericht über den Münchner Erinnerungsort „Olympia-Attentat“ ab. Das Symposium sei so konzipiert, dass zwischendurch ausreichend Zeit bestehe, damit Fachleute, Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Betroffene und Zeitzeugen ins Gespräch kommen und miteinander diskutieren können. In den Pausen besteht die Möglichkeit, die vom Landkreis zur zentralen Gedenkveranstaltung 2012 konzipierte Ausstellung „5.September 1972 – das Ende der Heiteren Spiele von München“ zu besichtigen. 

Dieter Metzler

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