Neue Onlineplattform

Regionale Konkurrenz für Amazon

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So sieht der regionale Onlinehandel „Brucker Netz“ aus. Seit dem 1. September ist die Seite online.

Fürstenfeldbruck - Der regionale Einzelhandel stirbt, denn immer mehr Menschen kaufen online. Andreas Ströhle und Christian Rau wollen dem entgegenwirken. Sie bauten den regionalen Onlinehandel „Brucker Netz“ auf, der ab 1. September online geht. Regionale Geschäfte bekommen dort die Möglichkeit günstig und ohne großen Aufwand ihre Waren anzubieten.

„Wir wollen vermeiden, dass man irgendwann in Fürstenfeldbruck gar nichts mehr in Geschäften kaufen kann“, sagte Rau, 32-jähriger Betriebswirt. Denn immer mehr Einzelhändler müssten ihr Geschäft schließen. Deshalb verfolgen die Beiden mit Ströhles Bruder Markus seit 2014 eine Vision. Die Drei wollen erreichen, dass die Bürger im Fürstenfeldbrucker Landkreis keine Waren mehr googlen, sondern diese direkt bei „Brucker Netz“ suchen und kaufen. Ab 1. September soll auf der Seite „Brucker Netz“ eingekauft werden können. Die Seite ist also ab sofort online. Ströhle, Stadtrat und promovierter Philosoph, arbeitet selbstständig als Texter und Berater im Online-Handel und entwickelte die Idee vor etwa zwei Jahren. „Bis jetzt ist das Feedback sehr positiv“, freut sich Rau. Fast jeder zweite Händler, den er bisher angefragt habe, sage zu. „Das ist eine sehr gute Quote“, findet Ströhle. Bisher haben sie mit ihrer Idee fast 70 Geschäfte aus Fürstenfeldbruck und Emmering gewinnen können. Bereits mit dabei: Fotoladen, Bücherladen, Elektrogeschäft, Kleidungsgeschäfte, Optiker, Fahrradladen und viele mehr.

Auslieferung mit dem Fahrrad

Ein Verkaufsportal kostet für einen einzelnen Betrieb sehr viel Geld: die Einrichtung, das Design, das Konzept sowie die Wartungen. „Das Brucker Netz ist eine einfache und günstige Alternative“, sagt Ströhle. Die Entwickler verlangen keine Provision für verkaufte Waren, nur eine einmalige Aufnahmegebühr sowie Versandkosten vom Käufer. Ströhles Bruder ist Systementwickler und entwickelte die Seite. Ströhle und Rau werden die Waren einstellen und die Einkäufe verwalten. Den Versand will Ströhle zunächst alleine stemmen. „Ich würde die Waren - wenn möglich mit dem Fahrrad - ausliefern“, erklärt er. Wird vor 12 Uhr bestellt, soll die Ware noch am selben Tag beim Käufer ankommen. Bestellen Kunden außerhalb Fürstenfeldbrucks oder Emmering würden andere Lieferdienste übernehmen. Es werde bereits nach Kooperationen gesucht, ebenso wie nach Packstationen, bei denen Kunden ihre Waren abholen können, falls sie bei der Zustellung nicht zuhause waren. „Unser Ziel ist es, zwei Packstationen zu finden, notfalls wird es eine bei uns in der Fichtenstraße 29 geben“, kündigt er an. Kunden könnten ihre bestellten Sachen auch beim Geschäft selbst abholen und bar bezahlen.

Per PayPal oder im Geschäft bezahlen

„Eine Möglichkeit auf dem Portal zu bezahlen war - anders als anfangs gedacht - schwer zu finden“, gesteht Ströhle. Bezahlen können Kunden nämlich nur über PayPal. Der Grund: Es ist wohl der einzige Online-Bezahldienst, bei dem das Geld der Kunden automatisch und ohne Zwischenwege an verschiedene Händler verteilt wird, bei denen Waren bestellt wurden. Ist die Seite erfolgreich, wollen die Entwickler Geschäfte aus dem gesamten Landkreis mit einbeziehen, weitere Kooperationen eingehen und Leute einstellen.

Miriam Kohr

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