Völkerverständigung – Fünf junge Männer und ein Mädchen aus der Region Allgäu und dem Landkreis FFB machen mit bei der Rallye 

Allgäu-Orient-Rallye mit Teilnehmern  aus dem Landkreis FFB

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Team “RotbartRallye“: (v.l.) Yvonne Hackl, Philip Goerentz (aus Puchheim),  Johannes Kolmeder und Florian Sutter. Es fehlen Markus Jeni und Martin Maier

Fürstenfeldbruck/Emmering/Kempten…"Salem Aleikum" – Der Friede sei mit dir!", das könnte auch das Motto der Allgäu-Orient-Rallye sein, einer Rallye die sich im Besonderen um Völkerverständigung bemüht. Diese jährt sich im kommenden Jahr zum zehnten Mal und wurde unlängst von den Lesern der AutoBild Klassik zu einer der siebzehn wichtigsten Oldtimer-Events gekürt. Fünf junge Burschen und ein Madel, alle aus der Region Allgäu und Oberbayern haben sich entschieden, an dieser verrückten Rallye als Team "RotbartRallye" erstmalig im Mai nächsten Jahres teilzunehmen.

Es gibt erwähnenswerte Besonderheiten dieser Rallye, die ursprünglich für Motorsportbegeisterte mit "kleinem" Geldbeutel konzipiert wurde, Touren-Enthusiasten, die sich die u.a. die hohen Startgelder renommierter Rallyes nicht leisten können. Start der Tour wird wie in den vergangenen Jahren der Allgäuer Kurort Oberstaufen sein, Endziel wird die jordanische Hauptstadt Amman sein. Die Rallye wird die 111 Fahrerteams, bestehend aus jeweils drei Fahrzeugen und sechs Team-Mitglieder, über den Balkan durch die gesamte Türkei, nach Israel und schließlich über den Fluß Jordan in das Haschemitische Königreich Jordanien führen. Niemand geringerer als Seine königliche Hoheit, der Kronprinz von Jordanien, His Royal Highness Al Hussein Bin Abdullah II. wird dort am Ende die Teilnehmer persönlich in Empfang nehmen. 

Gruppenfoto der Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye. 

Im Ziel angekommen ist ein Team nur dann, wenn es mit mindestens einem Fahrzeug und allen sechs Teilnehmern die Ziellinie passiert. "Mein Kumpel Philip und ich sind motorsportbegeistert und wir wollten schon immer an einer Rallye teilnehmen. Leider fehlten uns aber die Penunzen für ein solches Abenteuer.", sagt Florian Sutter aus Wengen i. Allgäu, der zusammen mit seinem Freund Philip Goerentz aus Puchheim bei München durch eine Art Fügung, Philips damaliger Chef war Jordanier, auf die Allgäu-Orient-Rallye stiess. Organisator der Tour nämlich, der Motorsport-Journalist Wilfried Gehr, ist ein guter Freund dieses ehemaligen Chefs. Und so entwickelte sich für "Flo" und Philip die Geschichte der Teilnahme an der Allgäu-Orient-Rallye 2015. Zuvor mußten aber einige höchst ungewöhnliche Hürden genommen werden. Es gibt mehr Interessierte als Teilnehmerplätze bei der Rallye. 111 Teams mit 6 Fahrern/innen sind am Start und erstmal ging es darum einen der begehrten Startplätze, respektive Pole-Positions, zu ergattern.

 Bei der Allgäu-Orient-Rallye geschah das am 7. Juli dieses Jahres um exakt 3.33 Uhr in der Früh. Nur dann ist das Online-Portal für eine Minute freigeschaltet und es gilt, als einer der ersten 111 Teams durchzukommen. Die Sechs um "Flo" und Philip, Teamname ist "RotbartRallye" hatten Glück. Sie kamen als 110tes Team in den ersehnten Kreis der Teilnehmer. Dann erst ging es "Flo", Philip, Martin, Markus, Johannes und Yvonne darum, drei Fahrzeuge für die Rallye zu organisieren. Keine normalen Sportwagen sind gefragt, sondern die Fahrzeuge müssen mindestens 20 Jahre alt sein oder sie dürfen definitiv nicht mehr als 1.111,11 Euro wert sein. Man fährt die Tausende von Kilometern somit nicht mit modernem Motorsportgerät, sondern mit wackeren Klapperkisten. Mit der Firma "Young Classics - Michael Vondrovsky Fahrzeug-Service" aus Emmering fanden die sechs Rallye-Begeisterten auch noch einen kompetenten Sponsoring-Partner, der sie bei der Instandsetzung Ihrer neu erstandenen "Altfahrzeuge" fachmännisch zur Seite stand. Es ist, wie erwähnt, nicht wesentlich mit allen Fahrzeugen das Ziel in Jordanien zu erreichen, es reicht alle Teilnehmer fahren schlussendlich am 30.Mai mit mindestens einem Fahrzeug über die Ziellinie. 

Bis zur Ankunft in Istanbul ist die Streckenwahl frei – Ausnahme Autobahnen!, die nicht benutzt werden dürfen. Ab Istanbul erhalten die Teams vorgeschriebene Streckenverläufe auf denen sie zudem die eine oder andere knifflige Aufgabe lösen müssen. Dass Navigationsgeräte nicht verwendet werden dürfen, versteht sich bei dieser verrückten Rallye von selbst – Ehrensache. Übernachtet werden darf nur im Auto, im Freien, im Zelt oder in Hotels, die nicht mehr als 11,11 Euro die Nacht kosten. Die Allgäu-Orient-Rallye möchte mit ihrem Konzept zurück zu den Wurzeln wahrer Rallye-Abenteuer. Zugleich rücken die Verantwortlichen bei ihrer Tour die Völkerverständigung und humanitäre Zwecke in den Vordergrund. Alle Fahrzeuge, die die jordanische Grenze überschreiten, werden just in diesem Moment zum Eigentum seiner königlichen Hoheit, des Kronprinzen Al Hussein Abdullah II. Das sehen die Einfuhrbestimmungen des Landes so vor, denn nur Autos, die nicht älter als drei Jahre sind, dürfen mit einer Einfuhrsteuer von 130% ins haschemitische Königreich eingeführt werden. Natürlich schafft sich Kronprinz Al Hussein Abdullah II. auf diese Weise keinen Oldtimer-Park für die Wüste an. Vielmehr werden die Autos für soziale Zwecke versteigert oder vor Ort wieder in Stand gesetzt. So fand schon das ein oder andere ausrangierte Krankentransportfahrzeug seinen Weg vom Allgäu nach Jordanien.

 Die Allgäu-Oriental-Rallye ist in Ländern wie der Türkei oder Jordanien sehr bekannt unter der Bevölkerung und aufgrund ihrer Volksnähe sehr beliebt. Es heißt, Städte und Gemeinden in der Türkei bewerben sich regelrecht darum Übernachtungsstandort der Tour zu werden. Eine ganz besondere Ehre wird allen Teilnehmern der Allgäu-Orient-Rallye zu teil. Sie dürfen für zwei Nächte im Hof der Sultan-Ahmed-Moschee, der berühmten "blauen Moschee", in Istanbul übernachten. Ein Privileg, dass bisher nur Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 zu Teil wurde und das einem James-Bond Film-Team verwehrt wurde. Das zeigt, welch hohen Stellenwert diese ganz besondere Allgäu-Oriental-Rallye auch für die interkonfessionelle Begegnung zwischen Christen und Muslimen spielt. Als Medienpartner konnte von den Organisatoren der Rallye die AutoBild Klassik gewonnen werden. "Flo", Philip, Markus, Martin, Johannes und Yvonne werden die gesamte Rallye vom 9. bis 30. Mai mit ihren GoPros filmen und viele tolle Fotos schiessen. Sicher werden sie von Ihrem Rallye-Abenteuer viel zu berichten haben.

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