Zwei Gernlindner beim Baltic Sea Circle

Zehn Länder, 16 Tage, 7.500 Kilometer - kein Navigationsgerät

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„Berni“ ist schon herausgeputzt für die 16-tägige Fahrt durch zehn Länder.
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: Juliane Cser und Thomas Ruck freuen sich auf den 18. Juni, denn dann geht es los.
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Die bieden Gernlindner haben sich schon gut vorbereitet.
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Auf der Motorhaube dürften sich alle Freunde, Bekannte und Verwandte verewigen, die die Beiden unterstützen.
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Das Zelt aufbauen will geübt sein.
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Ein bisschen frische Farbe bekam der über 20 Jahre alte Audi auch.
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Auto "Berni" musste erstmal auf Vordermann gebracht werden. Juliane wechselte alle Flüssigkeiten aus.
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Kleine Extras bekam Berni auch: Es musste eine zweite Batterie her, damit die Beiden auch normalen Strom fürs Handy haben. Freund Torsten half aus.

Gernlinden – Das Paar Juliane Cser und Thomas Ruck aus Gernlinden standen im Sommer 2015 auf dem Nordkap in Norwegen. Die beiden beobachteten, wie Autos nah an die Klippe fuhren, obwohl dort Autos verboten sind. Die Insassen stiegen hastig aus, schossen schnell ein Erinnerungsfoto und zogen sofort wieder von dannen. Das hat die Beiden etwas verwundert. „Wir haben zu Hause nach den Logos gegoogelt, mit den all diese Autos beklebt waren“, erzählt Juliane. Sie fanden heraus: All diese eiligen Touristen waren Teilnehmer des Baltic Sea Circle. Vier Wochen später war den beiden klar „das machen wir auch“. „Nach weiteren vier Wochen waren wir schon beim Veranstalter, dem „Superlative Adventure Club“ für die Rallye angemeldet“, erinnert sich die 29-Jährige.

Dieser Veranstalter organisiert jährlich Rallyes mit unterschiedlichen Touren. Das Ziel ist immer: Im Team oder in der Gruppe mehrere Länder in einer bestimmten Zeit und mit verschiedenen Aufgaben in der Tasche bereisen und in der Vorbereitung und während der Tour Geldspenden sammeln. Für Juliane und Thomas ist es am 18. Juni soweit. Von Hamburg bereisen sie auf 7.500 Kilometer zehn verschiedene Länder in nur 16 Tagen. Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und zurück nach Deutschland lautet die Strecke der beiden und etwa 200 anderen Teams. Der Baltic Sea Circle findet bereits zum sechsten Mal statt.

Das sind die Regeln:

Spenden für gemeinnützige Organisationen zu sammeln, ist einer der vielen Regeln, an die sich das Paar halten muss. Die Beiden unterstützen die Deutsche Alzheimer Gesellschaft sowie die Deutsche Lebensbrücke. Den vorgeschriebenen Spendenbetrag von 750 Euro konnten die Gernlindner bereits überbieten. Insgesamt schafften es bisher 1.353 Euro in den Online-Spendentopf. Bis zum Ende der Rallye kann online gespendet werden. Weitere Regeln zur Fahrt lauten: Die Tour muss mit einem Gefährt bewältigt werden, das älter als 20 Jahre und weniger als 2.500 Euro wert ist. Und es dürfen keine Navigationsgeräte benutzt werden.

Die vielen Vorbereitungen:

Mit ihrem Wohnwagen dürfen sie die Rallye nicht fahren, also musste zunächst ein altes Auto her: Es wurde ein tannengrüner Audi Kombi, den Juliane liebevoll Berni taufte. Doch der musste erst einmal auf Vordermann gebracht werden. Der Triebwerkmechaniker und die Vertriebsmitarbeiterin wechselten mit Hilfe ihres Nachbarn Ali sämtliche Flüssigkeiten und Filter aus. Lampen, Thermostat, Batterie, Bremsscheiben, Zündkerzen und der Zahnriemen musste raus und Neues rein. Der „Elektriker ihres Vertrauens“, Freund Torsten, baute eine zweite Batterie, eine Zusatzsteckdose, ein Autoradio, Spannungswandler und jede Menge Kabel und Sicherungen ein. Doch nicht nur innen ist der Audi jetzt wieder so gut wie neu. Auch von außen wurde er schick gemacht. Die Beiden gaben sich auch selbst einen Namen: „Team Baltic Star“ und ließen dazu ein Logo entwerfen. Dieses ziert Bernis Motorhaube und Heckscheibe. Insgesamt haben Juliane und Thomas schon 3.500 Euro in dieses Vorhaben gesteckt.

Das Problem mit Russland

„Das Schwierigste war, eine Versicherung für Berni zu finden“, erzählt Thomas. Denn viele Autoversicherungen schließen Russland in ihren Verträgen aus. Auch das russische Visum klappte nicht gleich auf Anhieb. Besonders freuen und gespannt sind die Beiden aber gerade auf dieses Land: „Viele ehemalige Teilnehmer schreiben, dass Russland seinen Reiz hat“, sagt der 35-Jährige. Sie seien gespannt, wie oft sie sich verfahren. Julianes Freundin Tatjana hat ihnen extra wichtige Sätze wie „wo ist die nächste Tankstelle?“ ins Russische übersetzt. Doch das Paar ist optimistisch: „Da wir schon zwei Mal in Skandinavien waren, wissen wir dort, was uns für Wetter- und Straßenverhältnisse erwarten“, nennt Juliane deren Vorteil.

Das „Warum?“

Warum sie das machen, fragen sich auch viele Freunde und Verwandte der beiden. „Die meisten finden es total toll, was wir da machen. Einige aber halten uns für verrückt“, sagt Thomas. Den zwei abenteuerlustigen Vielreisenden geht es hauptsächlich um Spaß. Während ihrer Fahrt müssen die Teams Aufgaben aus dem „Roadbook“ bewältigen. Campen könnte eine davon sein, deshalb packten sie extra ein Zelt mit ein. Anfänglich wollten die Beiden im Auto schlafen. Das Paar ist schon gespannt, was sie noch erwartet. Das Roadbook erhalten sie erst kurz vorm Start in Hamburg. „Man könnte sich ja sonst vorbereiten“, sagt Juliane grinsend. Für jede gemeisterte Aufgabe gibt es einen Punkt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt die Rallye.

Die große Unterstützung

Neben dem Skeptikern in ihrem Umfeld, erfahren sie auch viel Unterstützung. Firmen wie Folienkonzept.de und Merz Schrift&Design unterstützten sie mit der Tönung der Scheiben und dem Logo. Die Reinbold & Sohn GmbH stellte einen Platz und Werkzeuge für die Schönheitskur von Berni zur Verfügung. „Viele Freunde, Familie und Kollegen halfen bei den Spenden“, sagt Juliane, „diese sind von alleine auf uns zugekommen“. Damit auch jeder ihren Trip mitverfolgen kann, richtete das Paar jeweils einen Facebook-, Twitter- und Instagram-Account ein sowie einen Blog: http://teambalticstar.blogspot.de/

Dort werden sie berichten, was sie gerade erleben. Und durch einen GPS-Trecker kann jeder sehen, wo sie sich aktuell befinden.

Miriam Kohr

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