Palliativ-Versorgung und hospizliche Begleitung im Landkreis FFB gesichert - Verein Hospiz- und Palliativnetz gegründet

: Der Vorstand des Vereins „Hospiz- und Palliativnetz für den Landkreis FFB e. V.“ (von links: Claudia Ramminger, Dr. Peter Braun (beide Stellvertreter), Sonja Thiele (Schatzmeisterin), Prof. Dr. Rolf Eissele (Vorsitzender), Dr. Joachim Lutz, Karina Werner, Wilhelm Huber (alle Beisitzer), Dr. Gerhard Lieb (Stellvertreter). Foto: Dieter Metzler

In Fürstenfeldbruck ist jetzt der Verein „Hospiz- und Palliativnetz für den Landkreis FFB e. V.“ gegründet worden. Zweck des gemeinnützigen Vereins, dem sich Organisationen wie der Ärztliche Kreisverband, das Klinikum, die Hospizdienste im Landkreis sowie Träger ambulanter Pflegedienste und stationärer Pflegeeinrichtungen angeschlossen haben, ist es, im Landkreis die palliative Versorgung und hospizliche Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen zu unterstützen und zu fördern. Im Landkreis sterben ca. 1.600 Menschen im Jahr, informierte der erste Vorsitzende des Vereins und zugleich Chefarzt des Klinikums, Prof. Dr. Rolf Eissele, bei einer Pressekonferenz am 22. Februar.

Für rund zehn Prozent bestehe eine spezialisierte palliativmedizinische Versorgung, so Eissele. Das Klinikum verfügt seit sechs Jahren über eine eigene Palliativstation mit sieben Betten. Das sei zu wenig, eine Aufstockung auf zehn Betten wurde nicht genehmigt. Seit Inkrafttreten des „Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung“ am 1. April 2007 haben schwerstkranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt ein Anrecht auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAVP) in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung, in einer Pflegeeinrichtung oder in einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Der neugegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausbau des bestehenden ambulanten Palliativberatungsteams am Klinikum, das ursprünglich als Förderprojekt der Deutschen Krebshilfe gegründet wurde, in ein so genanntes SAPV-Team zu unterstützen. Dadurch soll eine Verbesserung bzw. die Erhaltung der Lebensqualität und der Selbstbestimmung für die Patienten erreicht werden. Die einzelfallgerechte Linderung der Symptome sowie des Leidens stehen dabei im Mittelpunkt. Das Konzept schließt neben optimaler palliativ medizinischer und pflegerischer Versorgung auch die seelische und spirituelle Betreuung ein. Weiterhin sollen die schon bestehenden Versorgungsstrukturen gestärkt, erweitert, unterstützt und die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Patienten sowie die Belange seiner Angehörigen in den Mittelpunkt der Versorgung gestellt werden. Der ganzheitliche Ansatz der Palliative-Care-Versorgung wird durch die Multiprofessionalität des Teams gewährleistet. Zu den weiteren Vereinsaufgaben zählen die Initiierung, Unterstützung und Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Angesichts der in den vergangenen Jahrzehnten massiven Individualisierung der Gesellschaft, der Auflösung intakter Familienstrukturen und einer steigenden Zahl von Single-Haushalten stellt die Frage nach angemessener Begleitung am Lebensende ein durchaus zukunftsorientiertes Thema dar. Der Ausbau der Palliativmedizin und Hospizarbeit sei zugleich ein wirksames Mittel, um der verbreiteten Angst vor Krankheit, Schmerz und Einsamkeit im Alter und dem damit verbundenen Wunsch nach aktiver Sterbehilfe zu begegnen. Dem Vorstand des Trägervereins gehören an: 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Rolf Eissele (Chefarzt Klinikum); drei Stellvertreter: Dr. Peter Braun (Hospizverein Germering), Dr. Gerhard Lieb (Ärztl. Kreisverband), Claudia Ramminger (Caritaszentrum); Schatzmeisterin Sonja Thiele (Sozialdienst Germering); vier Beisitzer: Dr. Daniela Frank (Klinikum), Dr. Joachim Lutz (Sozialdienst Germering), Wilhelm Huber (BRK), Karina Werner (AWO).

Meistgelesene Artikel

Rauschende Ballnacht

Fürstenfeldbruck – Über 550 begeisterte Tänzer haben den Jahreswechsel zusammen mit der Heimatgilde „Die Brucker“ im ausverkauften Stadtsaal …
Rauschende Ballnacht

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Mülleimer peppen Stadtbild auf

Fürstenfeldbruck – Schülerunternehmen „Royal Trashmasters“ verschönert in Zusammenarbeit mit der Stadt Abfallbehälter der Innenstadt mit …
Mülleimer peppen Stadtbild auf

Kommentare