Persischer Hauptdarsteller von Salami Aleikum beim fürstenfelder kinosommer

Eigentlich hatte Navid Akhavan die Hauptrolle zu der Filmkomödie „Salami Aleikum“ schon abgelehnt, erzählte der 29-jährige iranische Schauspieler, der am Montag vor einer Woche anstelle des aus familiären Gründen verhinderten Regisseurs Ali Samadi Ahadi zu der Vorstellung des Films im Rahmen des „fürstenfelder kinosommers“ eigens aus Wahlheimatstadt Köln angereist war. Im Nachhinein war er jedoch froh, dass Regisseur Ahadi nicht locker gelassen hatte, denn die Kultur-Clash-Komödie ist derzeit in aller Munde und füllt die Kinosäle.

Auch ins Freiluftkino im einmaligen Ambiente des Klosters Fürstenfeld kamen gut 400 Besucher, die größtenteils trotz eines später einsetzenden Regenschauers und Gewitters bis zum Schluss ausharten, was letztlich für den Film sprach. Nach der Vorstellung stellte sich der Hauptdarsteller den Fragen des Publikums. Dabei erfuhren sie unter anderem, dass Akhavan die Lieder im Film selbst gesungen hat. Durch seinen Vater, einem Konzertveranstalter, habe er schon mit acht Jahren auf der Bühne gestanden. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder schreibe er persischsprachige Musik. Nicht nur bei der iranischen Exilgemeinde in Deutschland ist er und sein Bruder populär, sondern als Duo Navid & Omid singen sie Oriental Pop und traten sogar schon in Dubai vor 8000 Menschen auf. Als ihm Regisseur Ahadi seinerzeit das Drehbuch zu „Salami Aleikum“ anbot, befand sich der Exil-Iraner gerade zu den Dreharbeiten seines neuen Films „Ein Augenblick Freiheit“ in der Türkei. Der Film, der am 13. August 2009 in die Kinos kam, beschäftigt sich mit den Schicksalen von drei Flüchtlingsgruppen, die aus dem Iran in die Freiheit fliehen wollen, erzählte Akhavan. „Als ich dann das Drehbuch zu „Salami Aleikum“ im Hotelzimmer las, habe ich es zunächst missverstanden“, erklärte Akhavan. Denn die täglichen Dreharbeiten mit dramatischem Hintergrund zum einen, und das Lesen des Komödien-Drehbuchs zum anderen, das habe wohl zu der Missdeutung geführt, so Akhavan. Nach den ersten Probeaufnahmen habe er sich jedoch in die Geschichte regelrecht verliebt, meinte Akhavan, der zurzeit als Romeo in Shakespeares Romeo und Julia auf der Bühne steht. Regisseur und Hauptdarsteller verbinden ähnliche private Schicksale. Ali Samadi Ahadi wurde 1972 in Azerbaijan im Iran geboren. Während des Iran-Irak Krieges floh Ali als 12-jähriger allein aus seiner Heimat. Ohne Familie kam er nach Deutschland und machte sein Abitur in Hannover. Ali Samadi schloss an der Gesamthochschule Kassel sein Studium der visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Film und TV ab. Er hat bereits bei mehreren Dokumentationen Regie geführt. Für seine Dokumentation „Lost Children“ über das Schicksal von Kindersoldaten in Uganda erhielt der Regisseur 2006 den Deutschen Filmpreis. Navid Akhavan wurde 1980 in Teheran geboren und floh mit der Familie über die USA nach Deutschland. Beide Exil-Iraner leben in Köln. Zum Inhalt des Films „Salami Aleikum“: Mohsen Taheri (Navid Akhavan) soll als Sohn iranischer Einwanderer in der Metzgerei des Vaters Schafe schlachten. Dem schmächtigen Burschen steht der Sinn aber nach anderen Dingen. Als er den erkrankten Vater vertreten muss, lässt er sich auch sogleich übers Ohr hauen und investiert in eine polnische Schafherde, die er selbst abholen muss. Durch einen Unfall strandet er in der ostdeutschen Provinz in einem nach der Wende verödeten Dorf und findet dort in Ana die Liebe seines Lebens. Anas Vater sieht aufgrund einer kleinen Lebenslüge in Mohsen den Retter der ansässigen Industriebranche. Regisseur Ali Samadi Ahadi hat mit dem Film einen bunten Mix aus Komödie, Sozialdrama und Bollywood geschaffen. Dabei ist ein manchmal alberner, manchmal nachdenklicher, aber stets unterhaltsamer Film zum ewigen Ossi/Wessi- und Deutschsein-/Ausländersein-Denken entstanden. Insgesamt ist es Regisseur Ahadi gelungen, auf beschwingte Art und Weise Vorurteile zu karikieren, auf gesellschaftliche Zustände hinzuweisen und mit herzlichen Charakteren zu unterhalten.

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