"Ökumenische Vielfalt"

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Unter der Moderation des Journalisten Wolfgang Thielmann (3. v. li.) beschäftigten sich (v. li.) Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Präses Ansgar Hörsting, Weihbischof Sofian und Kardinal Reinhard Marx mit dem Motto des Kirchentages. Foto: Metzler

Fürstenfeldbruck – „Der Kirchentag hat gezeigt, dass die Christen der verschiedenen Konfessionen in ihrem Glauben und ihrem Engagement ganz nah beieinander sind“, zog der katholische Kreisdekan Albert Bauernfeind am Ende der Veranstaltung eine positive Bilanz. Drei Tage lang, vom 19. bis 21. Juni, fand der erste Ökumenische Kirchentag Fürstenfeldbruck statt. Er stand unter dem Leitwort: „Seht, welch ein Mensch!“

Mit rund 50 Gottesdiensten, Diskussionen, Vorträgen, Musikevents und künstlerischen Auftritten feierten die Veranstalter öffentlich „christliches Leben in seiner ökumenischen Vielfalt“. Etwa 5.000 Besucher zählten die Organisatoren. Veranstaltet wurde das Treffen vom Christenrat FFB/Emmering, dem die Katholischen und Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden, die Freie evangelische Gemeinde, die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde und als Gast die Neuapostolische Gemeinde angehören. Etwas besseres Wetter hätten sich die Organisatoren um Projektleiterin, Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger, und Bauernfeind gewünscht. 

Im Rahmen dieses regionalen Kirchentags kamen am 19. Juni im Fürstenfelder Stadtsaal Kardinal Reinhard Marx, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, Ansgar Hörsting sowie Sofian von Kronstadt, Weihbischof des Rumänischen Orthodoxen Erzbistums von Deutschland zu einem ökumenischen Dialog zusammen. Bevor sich die kirchlichen Wür- denträger vor etwa 500 Zuhörern unter der Moderation des 62-jährigen Journalisten, stellvertretenden Leiters von Christ und Welt der Wochenzeitung „Die Zeit“ und studierten evangelischen Theologen, Wolfgang Thielmann mit dem Motto des Kirchentags auseinandersetzten, eröffneten sie mit einer ökumenischen Vesper unter Mitwirkung der Chöre von Erlöserkirche, St. Bernhard und St. Magdalena in der Klosterkirche feierlich den Kirchentag. 

Die Unterschiede trennen die Kirchen nicht mehr in den Wurzeln. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die hochrangigen Kirchenvertreter bei der Podiumsdiskussion. So brachten alle vier Diskussionsteilnehmer das Motto des ökumenischen Events „Seht, welch ein Mensch“ – den Satz, den der römische Statthalter Pontius Pilatus einst dem Volk zurief, als er auf Jesus zeigte, mit der Leidensgeschichte Christi in Verbindung. Während Pilatus in Christus nur den Menschen gesehen habe, „sehen wir auch den Gott in ihm“, sagte Weihbischof Sofian. Und Kardinal Marx verwies auf die Schöpfungsgeschichte und die Botschaft vom Menschen als Bild Gottes. 

Auch die erste eigene Enzyklika von Papst Franziskus, „Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“, die sich den Themen Umweltschutz und Klimawandel widmet, war ein zentrales Thema bei der Podiumsdiskussion. „Wir tragen die Verantwortung, dass das Haus nicht zerstört wird, damit auch die nachfolgenden Generationen überleben können“, sagte Marx. Die Enzyklika enthalte einen großen Schatz an Impulsen, auch für die pastorale Arbeit, so der Kardinal. Das 200 Seiten umfassende päpstliche Dokument enthalte viele Dinge, meinte Landesbischof Bedford-Strohm, die in der Kirche ohnehin schon lange diskutiert werden. „Wenn der Mensch die Schöpfung zerstört, dann zerstört er sich selbst“, betonte Bischof Sofian. 

Gemeinsamkeiten erkennen, gemeinsam handeln, sich untereinander weniger als Katholiken, Evangelische und Orthodoxe zu sehen, sondern als Christen, dieser Gedanke zog sich durch viele Redebeiträge. Über Lehrunterschiede zwischen den Konfessionen habe man lange genug diskutiert. Natürlich gibt es noch Unterschiede, wenn Christen miteinander auf dem Weg sind“, schloss Moderator Thiemann gegen 22 Uhr die Gesprächsrunde.

Dieter Metzler

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