Bürgerstiftung des Landkreises Fürstenfeldbruck wirbt bei Firmen, Praktikumsplätze für Flüchtlinge auf Internetplattforum einzustellen

Praktikum-Börse als Brücke zur Integration

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Werben für eine Internetplattform, auf der Flüchtlingen Praktikumsplätze vermittelt werden sollen (v.l.): Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer, Dorothee von Bary und Detlef Köhler von der Bürgerstiftung des Landkreises Fürstenfeldbruck, Michael Steinbauer von der IHK, Katrin Müller-Albertshofer von der Ausbildungsberatung des Landratsamtes sowie Manuel Leupold von der Germeringer Integrationsstelle.

Fürstenfeldbruck – Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, fällt nach Ansicht von Detlef Köhler von der Bürgerstiftung des Landkreises Fürstenfeldbruck nicht immer leicht: „Es fehlen die Brücken.“ Eine solche Brücke soll die Praktikumsbörse werden, die die Bürgerstiftung nun ins Leben gerufen hat. „Die Integration der Flüchtlinge bedarf großer Anstrengungen – nicht nur bei der Unterbringung, sondern auch bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt“, sagt Dorothee von Bary, Vorsitzende der Bürgerstiftung. Das sieht auch Köhler so. Via Praktikas in die Berufe reinzuschnuppern könne dabei helfen. Aus diesem Grund hat die Bürgerstiftung die Praktikumsbörse ins Leben gerufen.   

„Wir wollen die Zahl der Praktikumsplätze erhöhen und den Zugang dazu leichter machen“, sagt Köhler, der das Projekt leitet. Als Plattform für die Börse greift die Bürgerstiftung auf bestehende Strukturen zurück. Unter www.sprungbrett-intowork.de können Firmen freie Praktikumsplätze anbieten und Interessierte – also nicht nur Flüchtlinge – sich direkt online um die Stellen bewerben. Doch noch wird diese Plattform nur wenig genutzt. „Es sind erst 300 Praktikumsplätze eingestellt“, sagt Köhler. Aus diesem Grund soll nun erst einmal Werbung bei den Firmen im Landkreis betrieben werden. „Wir schreiben alle Unternehmen an, dass sie freie Stellen auf dieser Plattform anbieten sollen.

Im Gegenzug soll über die Helferkreise auch der Bedarf bei den Flüchtlingen ausgelotet werden. Im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnen derzeit etwa 2200 Flüchtlinge, davon 900 im Alter von 16 bis 35 Jahren. Mit einem Fragebogen soll bis zum Herbst eruiert werden, in welchen Bereichen noch Praktikumsplätze gesucht werden. An der Praktikumsbörse wirken Vertreter der IHK und Handwerkerschaft, der Berufsschulen, der Arbeitsagentur, der Asylhelferkreise, des Landratsamtes und der Kommunen mit. Bei ihnen kommt die Idee einer großen Börsenplattform gut an. „Wir hatten selbst schon so etwas angedacht“, sagt Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer. Als die Bürgerstiftung ihr Projekt bekannt machte, sei man deshalb gerne auf diesen Zug mit aufgesprungen. Ähnlich sieht das auch Michael Steinbauer, der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck: „Es ist gut, dass es nur mehr eine Plattform geben soll, so müssen sich die Unternehmen und Bewerber nicht mehr bei vier oder fünf Angeboten im Internet anmelden. Manuel Leupold von der Integrationsstelle der Stadt Germering bezeichnet die Praktikumsbörse als „schöne Chance“. Höfelsauer hofft nun, dass möglichst viele Firmen und Bewerber die neue Plattform nutzen. Dir Voraussetzungen dafür sieht der Ehrenkreishandwerksmeister gegeben, da die Plattform leicht zu bedienen sei, so dass sich jeder darauf zurecht finden könne. Köhler wünscht sich ebenso, dass sich die Börse landkreisweit etabliert: „Wir wollen weg von den örtlichen Insel-Lösungen, denn die Dimension des Problems lässt sich nicht mehr klein-klein bewältigen.“

Andreas Daschner

 

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