Die Psychiatrische Klinik in Fürstenfeldbruck feierte Richtfest – 25-Mio-Projekt 

Psychiatrische Vollversorgung für ca. 450 000 Einwohner in zwei Landkreisen

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Richtfest für den Bau der Psychiatrie in FFB (v. li.): Landrat Karmasin, Geschäftsführer kbo-Isar-Amper-Klinikum Hemmersbach, Ärztl. Direktorin Prof. Dr. Dr. Albus,   Bezirkstagspräsident Mederer, Pflegedienstdirektor Kohlbeck, Chefärztin Dr. Schleuning, OB Pleil, kbo-Vorstand Spuckti, Pflegedienstleiterin Ernst-Geyer.

Fürstenfeldbruck – Knapp sieben Monate nach dem Spatenstich Anfang April trafen sich am 4. November zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Medizin, sowie Handwerker und Mitarbeiter zum traditionellen Richtfest in der Stadelbergerstraße in Fürstenfeldbruck. Die neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die im September 2016 ihren Betrieb aufnehmen soll, übernimmt die psychiatrische Vollversorgung für ca. 450.000 Einwohner der beiden Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau.

 Die Kosten für den neuen Klinikbau betragen insgesamt 25 Millionen Euro. Der Freistaat fördert den Klinikbau mit 13,7 Millionen Euro, 11,3 Millionen Euro werden aus Eigenmitteln bestritten. Die Klinik sichert nach Inbetriebnahme eine wohnortnahe und dezentrale Versorgung zugunsten der Patienten und der Angehörigen. Im Hinblick auf die lange Vorlaufzeit bezeichnete die Ärztliche Direktorin am Klinikum München-Ost, Prof. Dr. Dr. Margot Albus, die Baumaßnahme als die „Krönung eines langen Prozesses“ und spielte mit ihrer Aussage auf das mehr als 20-jährige Ringen um die Errichtung durch den Bezirk Oberbayern an, beginnend mit dem Kauf des Grundstücks im Jahre 1994 mit dem Ziel, eine dezentrale Psychiatrie auf dem Grundstück des Kester-Haeusler-Parks zu errichten.

 „Es war in der Tat eine schwierige Geburt“, erinnerte sich auch Altbürgermeister Sepp Kellerer zurück, der zu den geladenen Ehrengästen zählte. Nach der Eröffnung verfügt die Fachklinik über vier Stationen mit insgesamt 88 Betten, einer Tagesklinik mit 30 Plätzen sowie einer Ambulanz. Zwei Stationen erhalten einen offenen Innenhofbereich. „Der hat etwas Beschützendes und wird gut angenommen“, berichtete der Leiter der Bezirksbauverwaltung, Reinhard Engelbrecht. Die beiden Verbindungsbauten zu den drei länglichen Quertrakten, in denen außen die Stationen und in der Mitte die Ambulanz und Tagesklinik untergebracht sind, behalten ihre Transparenz. Für die Patienten stehen Zweibett-Zimmer mit Nasszelle zur Verfügung, wobei die Räume mehr eine wohnliche als Krankenhauszimmer-Atmosphäre ausstrahlen. Die ursprünglichen Planungen sahen zunächst ein dreistöckiges Gebäude vor, doch schließlich einigte man sich auf ein zweigeschossiges Gebäude. Die Reduzierung um ein Stockwerk führte zu keinem Bettenverlust, da entsprechend in die Breite gegangen wurde. Die Nutzfläche aller Geschosse (EG, OG und UG) beträgt 7.703 Quadratmeter. 

Behandelt werden sollen Patienten mit Depressionen, Psychosen, Belastungsstörungen, Angsterkrankungen, psychiatrische Alterserkrankungen sowie Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen. Für eine optimale Betreuung stehen neben Ärzten, Pflegedienst und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Psychologen und Psychotherapeuten, auch Sozialpädagogen, Musik-, Ergo-, Bewegungs- und Kunsttherapeuten bereit. Bevor sich die Ehrengäste zum traditionellen Richtspruch vor dem Rohbau aufreihten, erinnerte der Geschäftsführer und zugleich Bauherr des kbo-Isar-Amper- Klinikums, Jörg Hemmersbach, an den langen Weg vom Grundstückserwerb bis heute und dankte allen Beteiligten für die Zusammenarbeit. „Die Stadt hat unser Anliegen immer unterstützt, auch wenn es Gegenwind hin und wieder gab“, so Hemmersbach, „der aber immer sachlich blieb.“ Man wurde damals nicht mit großer Freude empfangen, ging auch Oberbayerns Bezirkstagspräsident Josef Mederer auf den schwierigen Weg im Vorfeld ein. „Wir wollen ein ansprechendes Gebäude schaffen, die Menschen, die hier herkommen, sollen sich wohlfühlen“, sagte Mederer aber auch. Die Weichenstellungen waren richtig. Die neue Klinik sei  ein wichtiger Schritt für eine flächendeckende wohnortnahe Psychiatrie. Man sei inzwischen an über 25 Standorten und gebe über 100.000 Menschen Hilfe. Neben dem neuen Angebot stehen den Patienten aus dem Westen von München natürlich auch zukünftig die speziellen Behandlungsangebote wie Trauma-, Borderlinetherapie oder die Soteria am Standort München-Ost weiterhin zur Verfügung. 

Dieter Metzler

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