Puchheim ist Stadt - Historischer Tag mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim Erhebungs-Festakt

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann überreicht Puchheims Bürgermeister Dr. Herbert Kränzlein die Urkunde zur Verleihung der Bezeichnung „Stadt“. Alle Fotos: Dieter Metzler

„Puchheim ist Stadt!“ – steht auf dem kleinen Lebkuchenherz mit Zuckerguss, das Puchheims Bürgermeister Dr. Herbert Kränzlein Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim Erhebungs-Festakt umhängte. Zuvor sprach Kränzlein von einem „historischen Tag“ in der Ortsgeschichte der 1061 Jahre alten Gemeinde, der „dauerhaft seine ganz große Bedeutung beibehalten wird“. Vor 300 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und den Vereinen, unter ihnen die Bürgermeister der ungarischen und österreichischen Partnerstädte, Novak Ferenc aus Zalakaros und Peter Groiß Attnang-Puchheim, stellte die Aushändigung der Stadterhebungsurkunde durch den Innenminister den Höhepunkt des Festaktes dar.

Unter den 2.100 Gemeinden in Bayern nimmt Puchheim Platz 69 ein. Damit ist der Ort deutlich größer als viele andere historische Städte in Bayern, sagte Kränzlein und gab einen Rückblick auf die Entwicklung, die Puchheim in den vergangen Jahrzehnten genommen hat. Als finanzstärkste Kommune im Landkreis biete Puchheim einige tausend Arbeitsplätze. Auch in Zukunft werde sich Puchheim den Herausforderungen des rasanten gesellschaftlichen Wandels sowie „dem integrierten Zusammenleben in einer grenzenlosen und Grenzen überschreitenden Welt mit vielen Partnern um uns herum“ stellen. Erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, der sich von Beginn für den Antrag der Gemeinde eingesetzt hat, dankte Innenminister Herrmann für die Unterstützung und seine Standhaftigkeit, dass er sich nicht durch parteipolitische Störmanöver habe beeindrucken lassen. Bocklet bezeichnete die Stadterhebung Puchheims als kommunalpolitische Grundsatzentscheidung, die seiner Ansicht nach impulsgebende Wirkung auf andere Gemeinden haben könnte, die sich ebenfalls aus dem „selbstgenügsamen kommunalpolitischen Nirwana einer Schlafgemeinde im Speckgürtel von München befreien wollen.“ „Sie ist eine Siedlung mit einem historischen Kern, in dem Handel, Dienstleistungen und Kultur eine Symbiose mit dem baulichen Erbe eingegangen sind“, zitierte Reiner Knäusl, Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, den langjährigen Vorsitzenden und ehemaligen Landshuter Oberbürgermeister Josef Deimer, der die Stadt einmal so beschrieben hat. Er wünschte der frischgebackenen Stadt Puchheim und ihren Bürgern, dass sie alle Vorteile einer Stadt genießen und dass sie von den Schattenseiten einer Stadt wie erhöhte Kriminalität, stockenden Verkehr und überhöhten Grundstückspreisen verschont bleiben. „Sie bleiben zwar Bürgermeister, aber für heute sind Sie der Oberbürgermeister der Herzen“, sagte Landrat Thomas Karmasin in Anbetracht des großen Beifalls, den Kränzlein nach seiner Ansprache erhielt. Damit deutete Karmasin zugleich an, was auch bei den weiteren Grußworten immer wieder zum Ausdruck kam: So viel ändere sich eigentlich gar nicht durch die Erhebung der Gemeinde zur Stadt. Die Erhebung zur Stadt stelle eine besondere Auszeichnung für das hervorragende Gemeinwesen und die positive Entwicklung Puchheims dar, hatte zuvor Innenminister Herrmann in seiner Festansprache betont. Mit der Stadterhebung seien keine besonderen Privilegien rechtlicher oder wirtschaftlicher Art verbunden. Die Bezeichnung „Stadt“ sei ein Ehrentitel, an den die Staatsregierung dennoch strenge Maßstäbe anlege. Seit der Gemeindegebietsreform im Jahre 1978 ist die Gemeinde Puchheim erst die neunte Stadterhebung. Doch Puchheim habe sie in jeder Hinsicht verdient, so Herrmann. „Sie sind hier zu Hause. Ich brauche Ihnen das nicht weiter kundtun“, sagte Herrmann. Am Ende der Veranstaltung überraschten die Bürgermeister der Nachbargemeinden Hubert Jung (Eichenau), Frederik Röder (Alling), Andreas Haas (Germering) und Dieter Rubenbauer (Gröbenzell) Kränzlein mit einer großen „Geburtstagstorte“. Unter den geladenen Gästen befanden sich auch 70 Puchheimer Bürgerinnen und Bürger, die sich um eine Teilnahme an der Erhebungsfeier beworben hatten und die aus Platzgründen aus 120 Bewerbern ausgelost wurden. Musikalisch eröffnet wurde die Verleihungsfeier vom Puchheimer Blasorchester unter der Leitung von Wolfram Rothert. Das Streichquartett des Jugendkammerorchesters unter der Leitung von Peter Michielsen begleitete den Festakt, und das Schulorchester des Puchheimer Gymnasiums unter der Leitung von Reinhard Friedl spielte die „Puchheimer Stadterhebungsmusik“ als Uraufführung, die der Schüler Konstantin Kokkas komponiert hat. Kränzlein bedachte den jungen Musiker mit einem Büchergutschein.

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