Für Rassismus ist kein Platz beim TSV FFB-West - Demo der Jugendabteilung des Fußballclubs

Die Jugendabteilung des TSV West demonstriert gegen Rassismus. Foto: Dieter Metzler

Beim TSV West ist kein Platz für Rassismus. Das machte der Fußballclub aus dem Brucker Westen unlängst auch nach außen hin deutlich, als die Jugendabteilung auf dem Vereinsgelände an der Cerveteristraße im Rahmen einer Veranstaltung ein entsprechendes Transparent ausrollte. Gelebte Integration, ganz nach den Vorstellungen und der Aktion des Bayerischen Fußballverbandes praktiziert der TSV FFB-West seit Jahren, informierte Präsident Günter Eichinger. Die demografische Entwicklung im Brucker Westen macht es eigentlich unumgänglich, dass im Laufe der Jahre der Verein einen verstärkten Zulauf von Ausländern zu verzeichnen hatte und ständig hat. Insbesondere im Jugendbereich hat der TSV West im Vergleich zu den übrigen Landkreisvereinen einen weit über dem Durchschnitt liegenden Ausländeranteil.

Ca. 135 Kinder tummeln sich von der G- bis zur C-Jugend derzeit in den Junioren-Mannschaften in dem knapp 300 Mitglieder zählenden Verein. Kinder aus dem Irak, Kosovo, Togo, Afghanistan, Türkei, Griechenland, Äthiopien, Polen, Serbien, Portugal, Spanien, Brasilien, Angola, Thailand, Albanien, Dominikanische Republik, Italien, Spanien, Litauen, Russland, Bosnien, Tunesien, Frankreich, Rumänien und Usbekistan – aus 25 verschiedenen Ländern haben beim TSV West eine sportliche Heimat gefunden und fühlen sich wohl. „Wenn die Kinder miteinander spielen, vergessen sie kulturelle, sprachliche oder soziale Unterschiede“, berichtete Jugendleiter Antonio Fernandez, der selbst aus dem Land des amtierenden Fußball-Weltmeisters kommt. „Wir bieten den Kindern aller Nationalitäten eine Chance, sich bei uns wohl zu fühlen“, ergänzte Wests zweiter Vorstand Anton Maletz und hob die soziale Arbeit, die der Verein mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern jahrein, jahraus eigentlich seit seiner Gründung vor 39 Jahren erbringt, heraus. Aber auch wenn der Vereinssport hierzulande wie keine andere Institution die jungen Menschen zusammenschweiße, und somit dem Fußball als Deutschlands beliebtester Sportart dabei eine besondere Verantwortung zukomme, so sei es dennoch nicht immer leicht, alle unter einen Hut zu bringen, so Maletz. Natürlich bringen die unterschiedlichen Mentalitäten gelegentlich auch Probleme mit sich, das will Fernandez nicht leugnen, doch auch wenn der Multi-Kulti-Club deswegen in der Vergangenheit hin und wieder Kritik einstecken musste und in die Schlagzeilen geriet, hält er an seinem Konzept fest. Unter Günter Eichinger, den vielen unentgeltlichen Helfern im Verein und nicht zuletzt den Eltern der Kinder haben sich die vielen Nationalitäten zu einer großen Gemeinschaft zusammengefunden. Viele Veranstaltungen wie erst vor wenigen Tagen, geben ein lebendiges Zeugnis ab, wie Integration funktionieren kann. Würde es den TSV West im ohnehin sozialen Brennpunkt-Stadtteil nicht geben, wäre es schon interessant, einmal zu wissen, welche Bemühungen und Aufwendungen die Stadt im Laufe der Jahre hätte erbringen müssen für eine funktionierende Integration, meinte Wests neuer zweiter Vorstand Maletz an die Adresse des Brucker Rathauses.

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