Kostensteigerung im Rettungsdienst durch demografische Veränderungen, steigende Fallzahlen und verbesserte notfallmedizinische Versorgungskonzepte

Wer bezahlt Morgen den Rettungsdienst?

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Das  Bayerische Innenministerium und das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der LMU veranstalteten  am 15. Juli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld erstmals das „Forum Rettungsdienst Bayern.“

Fürstenfeldbruck – Demografische Veränderungen, steigende Fallzahlen und verbesserte notfallmedizinische Versorgungskonzepte in der Präklinik führen zu einer stetigen Kostensteigerung im Rettungsdienst. Wachsende Kostenkonkurrenz im Gesundheitswesen und die erwarteten Einsparungen bei öffentlichen Haushalten und Krankenkassen stellen den Rettungsdienst vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Bayerische Innenministerium und das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der LMU, das seit 1999 vom Innenminister mit der Durchführung der Trend- und Strukturanalyse des Rettungsdienstes beauftragt ist, am 15 Juli im Veranstaltungsforum Fürstenfeld erstmals das „Forum Rettungsdienst Bayern.“   

Der geschäftsführende Direktor des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement, Dr. Stephan Prückner, und Ministerialdirigent Alois Lachner, eröffneten die Tagung.

 Innenminister Joachim Herrmann, der die Tagungsteilnehmer begrüßen wollte, musste kurzfristig wegen des Attentats in Nizza absagen. Ihn vertrat Ministerialdirigent Alois Lachner, der in seinem Grußwort unter anderem auf die seit 1. Januar 2014 eingeführten Notfallsanitäter einging. So soll die Verlängerung der Ausbildungszeit von zwei auf drei Jahren die Kompetenz beim Notfallsanitäter stärken. Ziel sei es, dass bis Januar 2024 bei jedem Einsatz mindestens ein Notfallsanitäter und ein Notfallarzt eingesetzt werden. Eine neue Struktur soll darüber hinaus für eine Verbesserung des Qualitätsmanagement im Rettungsdienst führen. Neben den gesetzlichen Änderungen in den vergangenen Jahren haben aber auch viele weitere Veränderungen stattgefunden, so Lachner. Dabei stand immer das Thema Patientensicherheit und Patientenwohl im Mittelpunkt der Diskussion.

So habe die von Bayern vor zwei Jahren eingeführte Telefon- Reanimation bundesweit große Beachtung gefunden. Wer so eine Telefonreanimitation einmal erlebt habe, der ist gleichermaßen ergriffen und beeindruckt, so Lachner, der am Ende seines Grußwortes sagte: „Was Sie alle für das Gemeinwohl leisten, verdient allerhöchste Anerkennung. Bitte bringen Sie sich auch weiterhin für den Rettungsdienst ein.“ Die Hauptthemen waren anschließend unter anderem die Qualifikation und Qualität im Rettungsdienst, die Frage der Bezahlbarkeit, sowie der Stellenwert der Versorgungsforschung. Den ganzen Tag über referierten und diskutierten namhafte Experten aus der medizinischen sowie rettungsdienstlichen Praxis, von Krankenkassen, Versicherungen, aus Verwaltung und der Politik über aktuelle Entwicklungen im Rettungsdienst sowie über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Diese sollen letztlich in die Arbeit der Verwaltung einfließen und als Grundlage für den Gesetzgeber zur Fortentwicklung des Rettungsdienstes dienen. Rechtliche Grundlagen für die Organisation und die Durchführung des Rettungsdienstes in Bayern sind das Bayerische Rettungsdienstgesetz (BayRDG), die Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (AVBayRDG) und das Gesetz über die Errichtung und den Betrieb Integrierter Leitstellen (ILSG). Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr ist die oberste Rettungsdienstbehörde in Bayern. Die bayerischen Landkreise und kreisfreien Gemeinden haben die Aufgabe, in kommunaler Zusammenarbeit durch Zweckverbände für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung den öffentlichen Rettungsdienst sicherzustellen. Das Gebiet des Freistaates Bayern ist dazu in 26 Rettungsdienstbereiche eingeteilt.

In jedem Rettungsdienstbereich gibt es zur Einsatzlenkung im öffentlichen Rettungsdienst eine Integrierte Leitstelle. 600 Millionen Euro haben die Sozialversicherungsträger im vergangenen Jahr für den Rettungsdienst in Bayern geleistet. Die Sicherstellung der rettungsdienstlichen und notärztlichen Versorgung wurde mit 410 Rettungsdienst-, 227 Notarzt- und 15 Luftrettungsstandorten gewährleistet.

Dieter Metzler

 

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