Römische Villa Rustica in der Hasenheide für den Historischen Verein FFB als Modell rekonstruiert - Jetzt im Stadtmuseum

Archäologe Hans-Peter Volpert erklärt das Modell seiner „Villa Rustica“ Rolf Marquardt vom HVF und Wolfgang Schachtner vom Sparkassen-Stiftungsrat . Foto: Günter Schäftlein

Für Otto Meißner, Vorsitzender des Histor. Vereins FFB, wurde es ein Tag der Freude: Er konnte jetzt mit seinen engeren Mitarbeitern die von Hans-Peter Volpert im Maßstab 1:60 gebaute Nachbildung einer römischen hölzernen Villa Rustica dem Stadtmuseum FFB für die Abt. Vor- und Frühgeschichte zur Verfügung stellen.

Der Gestalter, ein freiberuflicher Archäologe, hielt sich dabei neben den existierenden Bodenfunden an die geschichtlich erkennbar vorliegenden Fakten. Volpert erläuterte die vorhergegangenen Einzelheiten zu dieser Auftragsarbeit durch den Historischen Verein FFB (HVF). Bei den Ausgrabungen im Brucker Gewerbegebiet Hasenheide („Kugelfang“) im Sommer 2010 - veranlasst durch die Entwicklungsgesellschaft IndustHa - konnte „eine Vielzahl römischer Befunde dokumentiert werden“. So traten neben Zaunstrukturen und Brunnenschächte auch Pfostenstandspuren diverser Hausgrundrisse hölzerner Gebäude zutage. Als besonders auffällig stellte sich der Grundriss eines 18x28 Meter großen Bauwerks heraus. Als charakteristisch hierfür bezeichnete Volpert ein mächtiges Innengerüst mit den Spuren eines „überdachten Umgangs“, ein so genannter Portikus (Säulenvorbau). Der Archäologe merkte weiter an, dass ähnliche Hausgrundrisse bereits bis in die keltische Kultur zurückreichen, aber dort deutlich kleiner ausfielen. Die römischen Wandaufbauten wurden in der Regel durch Flechtwerke oder Spaltbohlen vollzogen. Das im HVF-Auftrag gefertigte, maßstäbliche Holzmodell lässt mit seinem hohen Mittelteil von 12x22 Meter den Eindruck einer Halle erahnen, die durch diverse Einbauten eine große Anzahl von Zimmern in dieser ländlichen „Villa Rustica“ aufnehmen konnte. Die Nutzung als eine wie auch immer geartete - religiöse - Kultstätte schließt Hans-Peter Volpert aus. Vermutlich wurde das Bauwerk bereits Ende des 1. Jhd. unserer Zeitrechnung wieder aufgegeben. Möglicherweise zog sich der Aufbau über zwei Bauphasen hin. Beachtlich neben der Baugröße auch die Auffindung zahlreicher Eisennägel im archäologischen Fundbild. Volpert schlug den Auftraggebern für sein Modell eine Schindeleindeckung vor, die gegenüber dem Stroh eine geringere Dachneigung benötigte. Zu den interessierten Besuchern der Pressekonferenz zählten u.a. die stv. Landrätin Gisela Schneid, Brucks derzeit amtierender Bürgermeister Hans Schilling, Kulturreferent Dr. Klaus Wollenberg, Stadtbaumeister Martin Kornacher und vom Stiftungsrat der auch hier fördernden Sparkasse FFB Wolfgang Schachtner.

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