Auslassen von Haltestellen ist aus Sicht des Landkreises nicht akzeptabel

"Kein probates Mittel"

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Im Landkreis ist die Linie der S4 zwischen Geltendorf und Puchheim betroffen.

Landkreis - Dass die S-Bahnen im Landkreis einfach Haltestellen ausfallen lassen, um Verspätungen aufzuholen, sorgt seit einigen Wochen für Ärger nicht nur bei den Fahrgästen. Auch Brucks Landrat Thomas Karmasin (CSU) schrieb deshalb die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) an und stellte klar, dass das Auslassen von Haltestellen aus Sicht des Landkreises nicht akzeptiert werden könne.

Die Antwort der BEG legte der Kreischef nun im Ausschuss für Energie, Umwelt und Planung vor. „Mir wurde gesagt, dass es demnächst noch einmal ein Gespräch mit dem S-Bahnchef geben soll“, sagte Karmasin. Immerhin: Auch die BEG sieht den Ausfall von Halten als „kein probates Mittel zur Minimierung von Verspätungen an“, wie es in dem Antwortschreiben heißt. Zuständig für den S-Bahnbetrieb ist die DB-Regio. Diese habe ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. „Dazu gehört insbesondere die pünktliche Bedienung aller Halte“, heißt es in dem Schreiben weiter. Etwaige nach einem Störfall nötige Eingriffe in den Regelbetrieb dürften nicht leichtfertig oder im Sinne einer wirtschaftlichen Optimierung erfolgen. „Die Auswirkungen auf die Fahrgäste müssen so gering wie möglich ausfallen.“ Wie die DB Regio gegenüber der BEG erklärte, kam auf allen Linien außer S1 und S7 im ersten Halbjahr 2016 zu 85 Haltausfällen. Der Landkreis Fürstenfeldbruck sei davon auf der Linie S4 zwischen Puchheim und Geltendorf betroffen gewesen. Falls ein Fahrgast durch den Ausfall eines Halts die gültigen Tarifzonen seiner Fahrkarte überschreitet, würde dies aber nicht beanstandet.

Auf die Anfrage Karmasins, ob Fahrgäste mit einer Erstattung des Fahrgeldes rechnen können, wenn sie durch einen Haltausfall eine Anschlussverbindung verpassen oder ein Taxi bestellen müssen, erklärte die DB Regio, dass im Einzelfall auf Kulanzbasis entschieden würde. Im Landkreis wurden auch Befürchtungen laut, dass es für die S-Bahn wirtschaftlich lukrativ sein könnte, bei Störfällen S-Bahnhöfe auszulassen, anstatt Vertragsstrafen wegen der Überschreitung bestimmter Verspätungsvorgaben bezahlen zu müssen. Die DB Regio erklärte hierzu, dass auch für den Ausfall Vertragsstrafen fällig würden. Dennoch hatte der Landkreis als Gegenmaßnahme angeregt, die Pufferzeiten für Verspätungen im Sinne der Fahrgäste auszuweiten. Das will die BEG ebenso prüfen wie den Vorschlag des Kreises, Ersatzfahrzeuge einzusetzen. Gottfried Obermair (FW) forderte außerdem, dass die S-Bahn die Lautsprecherdurchsagen bei etwaigen Verspätungen und Haltausfälle verbessert. Karmasin will diese Forderung weitergeben.

Keine Hoffnung wollte der Kreischef aber Christina Claus (Grüne) machen, die wissen wollte, ob man die S-Bahn beim Ausfall eines Halts nicht wegen Vertragsbruch verklagen kann. „Das ist durch die allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen“, so der Landrat.

Andreas Daschner

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