S4-Ausbau - jetzt - Bürgerinitiative für schnelleren Ausbau der S4-Bahnstrecke in Puchheim gegründet

Die Vertreter der Bürgerinitiative „S4-Ausbau – jetzt!“ bei der Gründungsversammlung am 11. Mai im Puchheimer Kulturzentrum PUC. Fotos: Dieter Metzler

„S4-Ausbau – jetzt!“ Auf diesen von SPD-Landkreis-Chef Michael Schrodi aus Gröbenzell vorgeschlagenen Namen einigten sich Vertreter von Parteien, Verbänden und Organisationen, die am 11. Mai im Puchheimer Kulturzentrum PUC zur Gründung einer Bürgerinitiative (BI) für einen schnelleren Ausbau der S4-Bahnstrecke zusammentrafen.

Eingeladen zu der Gründungsveranstaltung hatte die Sprecherin des Kreisvorstandes Bündnis90/Die Grünen, Elke Struzena. Über 30 Teilnehmer waren erschienen, darunter Vertreter der etablierten Parteien, außer der FDP, sowie vom Bund Naturschutz, Brucker Verkehrsforum, Pro Bahn Oberbayern und Sozialforum Amper. Bürgerinnen und Bürger waren zu der öffentlichen Veranstaltung nicht gekommen. Auf der S4-Strecke von München über Buchenau nach Geltendorf verkehren täglich 35.000 Berufspendler, erinnerte Struzena eingangs. Damit ist die S4 eine der am stärksten genutzten Strecken, zugleich aber am schlechtesten „bestückt“. Die Züge seien zu den Hauptverkehrszeiten ständig überfüllt, und es kommt regelmäßig zu Verspätungen. Die BI will deshalb von der Staatsregierung fordern, dass die Bahnstrecke zwischen Pasing und Geltendorf unabhängig vom Ausbau der Stammstrecke in München ausgebaut wird. „Dabei haben wir nur eine Chance, wenn wir uns fraktionsübergreifend gemeinsam vor den Bürger stellen“, forderte Brucks zweiter Bürgermeister Johann Schilling (CSU). Man solle sich nicht schon vor der Gründung der BI über den Petitionstext „zerfleischen“, so Schilling. „Nur gemeinsam können wir Druck auf die Staatsregierung ausüben“, sagte Schilling, als sich zunächst eine rege Formulierungsdebatte unter den Parteien über den vorliegenden Petitionstext entwickelte. Unterstützung erhielt Schilling von Michael Schrodi. „Wir sollten uns nicht gegenseitig auseinanderdividieren. Nur wenn wir gemeinsam mit den Bürgern vorgehen, hat das Erfolg.“ Nachdem der im Vorfeld von der SPD FFB, UBP (Unabhängige Bürger Puchheims), Sozialforum Amper, die Grüne Jugend und des Kreisverbandes der Grünen erstellte Text in einigen Passagen abgeändert und verabschiedet wurde (Text siehe am Ende des Artikels), kam man überein, keinen Verein zu gründen, sondern auf Anregung Manfred Sengl (Grüne Puchheim) als Ansprechpartner der BI eine Interessengemeinschaft zu bilden, die sich aus Vertretern der größeren Parteien sowie der Gemeinden entlang der S-Bahnstrecke zusammensetzt. Als nächste Maßnahmen ist angedacht, durch Flugblatt-Aktionen die Bevölkerung zu sensibilisieren und eine Unterschriftenliste aufzustellen. Bekanntlich lässt der Ausbau der S4-Weststrecke seit über zwei Jahrzehnten auf sich warten. Über Jahre hinweg erklärten die Verantwortlichen von Staatsregierung und Bundesbahn, später die DB AG, den Ausbau „zur einvernehmlich als prioritär eingestuften Maßnahme“. In den Jahren 2003 und 2004 verkündeten der damalige Bahnchef Mehdorn und Bayerns damaliger Verkehrsminister Wiesheu die Fertigstellung des Ausbaus und die Einführung des 10-Minuten-Taktes auch für die S4 bis spätestens 2010. Hoffnung kam auf, als 2007 das Projekt „Ausbau der S4 bis Buchenau“ durch die Staatsregierung für das Bundesprogramm nach dem so genannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) angemeldet und aufgenommen wurde. Danach sollte 2011 der Baubeginn erfolgen. Auf Betreiben der bayerischen Staatsregierung wurde jedoch das Projekt aus der aktuellen GVFG-Aufstellung für die Jahre 2010 bis 2014 wieder herausgenommen. Mitte November 2009 war auf einer Pressekonferenz zum Bahnknoten München im Bayerischen Wirtschaftsministerium plötzlich der Ausbau der S4 bis Buchenau für verzichtbar erklärt worden. In den Beschlüssen von Staatsregierung und Landtag von März bzw. April 2010 war nur mehr von einem Ausbau bis nach Eichenau die Rede. Schließlich wurde vom Bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Aussicht gestellt, dass mit dem viergleisigen Ausbau erst begonnen werden soll, wenn die zweite Stammstrecke (zweite Röhre) fertig ist. „Die S4 ist klar der Röhre zum Opfer gefallen“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Martin Runge. Die Petition im Wortlaut: „Die seit langem geplanten und überfälligen Ausbaumaßnahmen des Westastes der S4 zwischen Pasing und Buchenau wurden vor kurzem durch die Bayerische Staatsregierung gestoppt. Das ist nicht hinnehmbar, da sehr viele regelmäßige S-Bahn-Nutzer auf lange Zeit dadurch erhebliche Nachteile erleiden. Die Linie S4 ist bereits jetzt eine der am stärksten genutzten Strecken im S-Bahnnetz, die gekennzeichnet ist durch ständige Überfüllungen zu den Hauptverkehrszeiten und permanente Verspätungen. Wir fordern deshalb Staatsregierung und Landtag auf, schnellstmögliche bauliche Maßnahmen planen und realisieren zu lassen, die den S-Bahn-Verkehr der S4 von Fern-, Regional- und Güterverkehr trennen, um dichteren und störungsfreien S-Bahn-Verkehr zu fahren. Kurzfristig fordern wir den Einsatz von Verstärker- und Langzügen.“

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