92. Landesinnungsverbandstag der bayerischen Kaminkehrermeister  im VA Fürstenfeld vom 28. - 30. April

Die Rolle des Kaminkehrers im Rahmen der Energiewende 

+
Franz Josef Pschierer, Staatssekretär, bei seiner Rede. 

Fürstenfeldbruck – Vom 28. bis 30. April tagten die bayerischen Kaminkehrermeister im Rahmen des 92. Landesinnungsverbandstags in Fürstenfeldbruck. Zentrales Thema war die Energiewende in Deutschland und der Beitrag, den das Kaminkehrerhandwerk dazu leisten kann. Dabei ist, nach Meinung der Kaminkehrer, in der Diskussion neben der Versorgungssicherheit, Abkehr von der Atomkraft, Netzausbau und der Netzstabilität für Strom verstärkt Augenmerk auf die Wärmewende, sprich die Energiewende zu Hause zu legen.

Mit ca. 40 % trägt der Hausbrand am Verbrauch von fossiler Primärenergie einen wesentlichen Anteil der CO2 Emissionen bei. Auf der technischen Tagung am Dienstag waren etwa 800 Kollegen aus dem gesamten bayerischen Raum und auch den anliegenden Nachbarländern nach Fürstenfeldbruck gekommen und erhielten fundierte Informationen über mögliche Energiesparpotentiale im Gebäudebereich. „Die Rolle des Kaminkehrers im Rahmen der Energiewende“ war Beitrag von Florian Pronold, MdB und parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. 

Der Staatssekretär erläuterte in seiner Rede anschaulich, welche Ziele sich die neue Bundesregierung gesetzt hat, um die Energiewende in Deutschland voranzubringen und die ambitionierten Ziel auch zu erreichen. Höhepunkt der Rede war das Angebot des Staatssekretärs, die Kaminkehrer als Bündnispartner in die die Strategie der Bundesregierung zum Gelingen der Energiewende zu integrieren. Die Kaminkehrer kennen die Feuerstätten, sie kennen die Gebäude und sie wissen um das Nutzerverhalten der Bürgerinnen und Bürger. All diese Komponenten lassen es zu, dass der Kaminkehrer der richtige Ansprechpartner ist, wenn es darum geht, Energie in den eigenen vier Wänden zu sparen. 

Gerhard Otter von der obersten Baubehörde im Innenministerium erläuterte die neue Energieeinsparverordnung 2014 und die daraus resultierenden gesetzlichen Vorgaben für die Eigentümer von Gebäuden. Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie referierte am Mittwoch über den Ausbau der energetischen Gebäudesanierung und die Schwierigkeiten, die Klimaschutzziele nach Vorgaben der EU einzuhalten. Hier könnte das Kaminkehrerhandwerk einen entscheidenden Beitrag leisten. Ein breit angelegtes Anreizsystem für den Bürger würde hier dem Sanierungsstau im Heizungskeller entgegen wirken. Neben dem Thema „Hauswende“ wurden die Geschäftsberichte des Vorstands diskutiert und der Weg für die Zukunft im Kaminkehrerhandwerk neu festgelegt. Insbesondere über die neuen Vorgaben des Schornsteinfegerrechts mit der Möglichkeit seinen Kaminkehrer frei zu wählen bis hin zur Feinstaubmessung an Feststoffheizungen wurde intensiv berichtet und auf die neue Rechtsprechung hingewiesen.

 In einem weiteren Vortrag berichtete der Präsident des deutschen Schornsteinfegerhandwerks Hans-Günther Beyerstedt über aktuelle Themen des Handwerks und lobte die gute Ausbildungssituation in Bayern. Kritisch erwähnte er die Vorhaben der EU, die Zugangsqualifikation zum Handwerk abzusenken und so den deutschen Meisterbrief zu unterlaufen.

Der scheidende OB Sepp Kellerer bei seinem letzten Grußwort in seiner Amtszeit.

 Der scheidende Oberbürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck Sepp Kellerer hielt ein letztes Grußwort in seinem Wirken als Oberbürgermeister. Nach 18 Jahren Dienstzeit blickte Sepp Kellerer zurück auf die Ergebnisse und Ereignisse in Fürstenfeldbruck. Der Stadtsaal, in dem der Landesinnungsverbandstag abgehalten wurde, war nur eine Station in seiner Tätigkeit als Oberbürgermeister. Sepp Kellerer forderte von der Politik klare Vorgaben in Bezug auf die Energiewende. Die Verunsicherung in der Bevölkerung sei groß, so der Oberbürgermeister. Soll man investieren oder es lieber sein lassen. Das finge bei Windrädern an und höre in der Gebäudedämmung auf. Dem Kaminkehrerhandwerk kann hier eine Schlüsselstellung zuteil werden. Neutral und unabhängig kann der Kaminkehrer kostengünstig die Allgemeinheit beraten.

 Landesinnungsmeister Oswald Wilhelm bedankte sich bei den Vortragenden mit einem kleinen Präsent und hob besonders die Örtlichkeit des Veranstaltungsforums als ideale Tagungsmöglichkeit hervor. Sein weiterer Dank galt den 50 Ausstellern der begleitenden Fachausstellung und den teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen. Er beendete am Mittwoch eine gelungene Veranstaltung und verwies auf die Stadt Landshut in Niederbayern, als nächsten Austragungsort der öffentlichen Veranstaltung im Jahre 2016.

Stefan Flachenecker 

Meistgelesene Artikel

Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Hattenhofen/Mammendorf - Erneut ereignete sich auf der Bundesstraße 2 zwischen Hattenhofen und Mammendorf ein tödlicher Verkehrsunfall. Erst am 7. …
Erneut tödlicher Verkehrsunfall auf B2

Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Fürstenfeldbruck – Brucks 53-jähriger Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ist nach Feststellung einer amtsärztlichen Untersuchung auf Dauer …
Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Famata erfolgreich behandelt

Fürstenfeldbruck – Als Fatama Cephas vor vier Jahren das erste Mal im Klinikum behandelt worden ist, war sie acht Jahre alt. Nach einem Sturz ist ihr …
Famata erfolgreich behandelt

Kommentare