Junge Asylbewerber aus Mammendorf und Landsberied dürfen sich in den letzten zwei Stunden im Wasser einmal so richtig austoben

"Begleitendes Schwimmen"

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Sybille Quark aus Landsberied bringt zwei Mädchen aus dem Irak, der 9-jährigen Rusia und der 6-jährigen Wafa das Schwimmen bei.
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Roswitha Reiser aus Mammendorf mit dem 19-jährigen Igaz Khan aus Pakistan bei Schwimmübungen.
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Sybille Quark aus Landsberied bringt zwei Mädchen aus dem Irak, der 9-jährigen Rusia und der 6-jährigen Wafa das Schwimmen bei.
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Die Flüchtlinge, die in Mammendorf und Landsberied untergebracht sind, lernen mit Eva-Maria Waweynski (li.), dem 12-jährigen Cedrik Friedel aus Mammendorf (auf der Schulter eines Asylbewerbers) und Roswitha Reiser (4. v. re.) das Schwimmen
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Der 12-jährige Cedrik Friedel aus Mammendorf zeigte keine Berührungsängste und entschloss sich spontan, als „Schwimmlehrer“ mitzuhelfen; hier mit dem 15-jährigen Guhär Hasanzede aus Afghanistan
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Solveig Bernard ist seit dem 1. Juli in Rente und seitdem kümmert sie sich um die Schwimmausbildung der Flüchtlingskinder, hier mit der 12-jährigen Belgein Hasanzede, daneben ihr Bruder Guhär.
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Die Flüchtlinge mit Sybille Quark aus Landsberied (3. v. li.), dem 12-jährigen Cedrik Friedel aus Mammendorf und Roswitha Reiser aus   sowie Eva-Maria Waweynski aus Mammendorf (2. v. re.)
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Der 12-jährige Cedrik Friedel aus Mammendorf zeigte keine Berührungsängste und entschloss sich spontan, als „Schwimmlehrer“ mitzuhelfen; hier mit dem 15-jährigen Guhär Hasanzede aus Afghanistan Dieter Metzler

Mammendorf – Im Mammendorfer Freibad geht es in den Sommermonaten jeden Montagabend bevor das Bad schließt fröhlich zu: junge Asylbewerber aus Mammendorf und Landsberied dürfen sich in den letzten zwei Stunden im Wasser einmal so richtig austoben. „Begleitendes Schwimmen“, nennt es Roswitha Reiser, die zusammen mit weiteren sich ehrenamtlich engagierenden Helferinnen aus Mammendorf und Landsberied den jungen Flüchtlingen aus Somalia, Eritrea, Nigeria, Afghanistan, Senegal, Irak und Albanien diese zwei vergnüglichen Stunden pro Woche ermöglicht.

 Wie so viele Asylbewerber aus diesen Ländern können auch sie gar nicht oder nur sehr schlecht schwimmen und unterschätzen daher die Gefahr, wenn sie hier in Bayern in die Badeseen springen. Nachdem im vergangenen Jahr der örtliche Schwimmverein einen Schwimmkurs für die Flüchtlinge unterstützte, ergriffen heuer Reiser und ihre Helfershelferinnen privat die Initiative. „Alle haben viel Spaß und kommen jedes Mal gerne. Es ist eine Freude, dies auch aus den Gesichtern der jungen Menschen, die so viel Leid hinter sich haben, ablesen zu können.“ Mit Unterstützung der Caritas und privater Spenden treffen sich vom Mammendorfer Helferkreis Roswitha Reiser, Eva-Maria Waweynski, Tanja Wenzl, Waltraud Wolf, Viola Hofbrucker und Christine Peters sowie Claudia Burggraf und Sybille Quark vom Landsberieder Helferkreis, um den Kindern und jugendlichen Flüchtlingen einmal in der Woche zwei unbeschwerte Stunden im Freibad zu bereiten. „Mit denen, die noch nicht richtig schwimmen können, üben wir das Schwimmen.

Die anderen vergnügen sich im Wasser mit Ballspielen oder der Schwimmnudel.“ Der Landsberieder Helferkreis wurde durch den letztjährigen Artikel im Tagblatt über den Schwimmkurs auf die Aktion aufmerksam und suchte danach den Kontakt mit dem Mammendorfer Helferkreis. „Und wie sich Cedrik Friedel bei uns engagiert, das ist eine tolle Geschichte“, erzählt Reiser begeistert vom zwölfjährigen Schüler aus Mammendorf. Der junge Bursche, der unlängst mit Freunden beim Baden im Freibad weilte, freundete sich mit dem 15-jährigen Guhär Hasanzede aus Afghanistan an und vervollkommnet seine Schwimmkünste. „Er ist jetzt jeden Montagabend da und unterstützt uns“, freut sich Reiser über das vorbildliche ehrenamtliche Engagement des jungen Burschen. Den Besuch ab 18 Uhr habe man gewählt, weil da der Eintritt des Freibades nur noch die Hälfte kostet, berichtet Reiser. Mit ihrer Aktion, die den ganzen Sommer über läuft, bis das Freibad seine Pforten schließt, wollen die ehrenamtlichen Helferinnen mit dazu beitragen, dass die nahezu täglichen Meldungen von tödlichen Badeunfällen von Asylbewerbern in Bayern zurückgehen.

Das Engagement der Helferinnen geht aber weit über das gemeinsame wöchentliche Schwimmen hinaus. „Es haben sich inzwischen richtige Freundschaften mit den Familien entwickelt“, sagt Reiser. Als nächste Aktivität ist von Tanja Wenzl ein „Begegnungskaffee“ geplant, ein regelmäßiges Treffen mit den Flüchtlingsfrauen und ihren Kindern in der evangelischen Kirche.

 Dieter Metzler

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