Selbsthilfegruppe für Erwerbslose des Sozialforum Amper besteht seit einem Jahr

Beleuchteten das soziale Klima aus unterschiedlichen Blinkwinkeln (v.l.): Mike Gallen (Seelsorger im Arbeitslosenbereich), Hiltraud Wurm, Angelika Bauer, Carolin Hufnagl, Claudia Ramminger und Barbara Mechler. Foto: Hans Kürzl

Die Zahl klingt überschaubar und klein. Doch für den einzelnen Menschen und seine Geschichte ist es ein ganz großer Schritt. Seit Januar 2010 besteht die Selbsthilfegruppe für Erwerbslose des Sozialforum Amper im Caritas Zentrum Fürstenfeldbruck. In dieser Zeit fanden sechs Teilnehmer zwischen 30 und 60 Jahren ein festes Arbeitsverhältnis, zwei weitere fanden zumindest einen Minijob. Die Initiatorin Angelika Bauer, selbst nicht mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, ist darauf sehr stolz: „Die Hilfe zur Selbsthilfe hat geholfen“, sagte im Rahmen einer kleinen Feier, die anlässlich des einjährigen Bestehens stattfand.

Der Erfahrungsaustausch sei wichtig, so Bauer. Vor allem gebe die Selbsthilfegruppe den von Arbeitslosigkeit Betroffenen Kraft beim Warten, Hoffen und Bangen. Eingliederungsmaßnahmen und eigene gesellschaftliche Veranstaltungen wie Ausflüge sind daher ein wichtiger Bestandteil des Wirkens der Selbsthilfegruppe. Dazu gehört auch die Beratung zu Eingliederungsmaßnahmen, die Hilfeleistung bei Bewerbungsschreiben oder die Unterstützung im Kampf gegen zuviel Bürokratie. Die hatte gewissermaßen Carolin Hufnagl, Geschäftsführerin des Jobcenters Fürstenfeldbruck zu vertreten. Sie verwies darauf, dass die schleppenden Verhandlungen zu Hartz IV auch die Arbeit des Jobcenters. Man müsse sich nach der aktuellen Gesetzeslage richten und nicht nach einer möglichen neuen. Ebenso mache das zurückgefahrene Budget zu schaffen. „Offizielle ist die Einsparung mit geringeren Arbeitslosenzahlen begründet, tatsächlich ist es eine Einsparung“, so Hufnagl. Verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen könne man deshalb nicht mehr anbieten oder müsse Umstrukturierungen innerhalb der Behörde vornehmen. Einem aus Fürstenfeldbruck kommenden Teilnehmer der Veranstaltung, der nicht genannt werden wollte, reichte dies nicht aus. Es sei bequem, sich immer auf bestehende politische Gegebenheiten zu berufen, so der Brucker. Hiltraud Wurm vom Soziaforum Amper nannte die Verhandlungen um Hartz IV gar eine Farce. „Das ist menschenverachtend“, sagte Wurm. Dabei geht laut der Caritas-Kreisvorsitzenden Claudia Ramminger die Schere zwischen Arm und Reich auch im Landkreis immer weiter auseinander. Die Erfahrung lehre dabei, dass kinderreiche Familien von der Tendenz her eher von Armut betroffen seien, so Ramminger. Daher sieht Barbara Mechler von der Sozialen Beratung der Caritas das Bildungspaket grundsätzlich positiv. Allerdings sei zu hinterfragen, ob die Höhe bei den Zuwendungen ausreicht. So sei die Unterstützung für eine Vereinsmitgliedschaft schon in Ordnung. „Doch wie komme ich im ländlichen Bereich dort hin und wer bezahlt die Ausrüstung?“, fragte Mechler. Die Selbsthilfegruppe für Erwerbslose des Sozialforums Amper trifft sich jeden Freitag um 15.30 Uhr im Caritaszentrum Fürstenfeldbruck, Hauptstraße 5 (Eingang Schöngeisinger Straße). Dort kommen die Teilnehmer im dritten Stock im Seminarbereich zusammen.

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