Landtagsabgeordneter Herbert Kränzlein (SPD) besuchte die Gröbenzeller Polizeiinspektion

Viel Schimmel, wenig Schüsse

+
Gröbenzells Inpektionsleiter Kerlheinz Pangerl (rechts) wünscht sich mehr Personal und modernere Waffen. Der SPD-Abgeordnete Herbert Kränzlein (links) will sich im Landtag dafür stark machen. Andreas Daschner

Gröbenzell – Das Gebäude der Gröbenzeller Polizeiinspektion weist erheblich Mängel auf. Zu diesem Schluss kam jedenfalls der Landtagsabgeordnete Herbert Kränzlein bei einer Besichtigung vor Ort. Dem SPD-Politiker wäre ein Neubau am liebsten.

Ungenügende Garagen, ein nicht absperrbarer Hof, eine nicht ausreichende Wärmedämmung, schlechte Fenster und deshalb zum Teil sogar Schimmelbildung in den Räumen: Kränzlein übt deutliche Kritik am Zustand des Gebäudes. Er denkt darüber nach, einen entsprechenden Antrag im Landtag einzureichen. Der Staat sei gefordert, mit der Kommune als Vermieter des Hauses zu verhandeln. „Für die Gemeinde ist das kein Ruhmesblatt“, sagt der Landespolitiker. Kränzlein hatte die Polizeiinspektion im Rahmen der bevorstehenden Haushaltsberatungen im Landesparlament besucht, um sich ein Bild vor Ort zu machen. „Die SPD plant, bei den Beratungen verschiedene Anträge zur Inneren Sicherheit einzubringen“, erklärt Kränzlein. Ob dabei auch ein Neubau für die Gröbenzeller Polizei herausspringt, wagt Kränzlein nicht zu beurteilen: „Wünschen würde ich es den Polizisten aber.“Neben einer verbesserten Unterbringung der Gröbenzeller Beamten will Kränzlein die Situation der Polizei in Bayern im Allgemeinen verbessern. Er fordert mehr Personal, modernere Waffen und mehr Wohnungen für Staatsbedienstete. Schon die Soll-Stärke von 43 Kräften wird zum Beispiel in Gröbenzell knapp verfehlt. Aber selbst die Ist-Stärke von 42 Beamten werde selten erreicht. Wegen verschieden begründeter Abwesenheiten kann Kralheinz Pangerl, Leiter der Polizeiinspektion Gröbenzell, im Schnitt nur über rund 35 Einsatzkräfte verfügen. „Die Überstundenzahl liegt bei außerdem über 2600“, sagt der SPD-Politiker.

43 Straftaten auf 1000 Einwohner

Er fordert: „Das Personal muss deutlich gestärkt werden.“ In Gröbenzell, wo demnächst mehrere routinierte Beamte aus dem Dienst scheiden würden, müsse man verstärkt einstellen. Auch für eine Modernisierung der Bewaffnung will sich Kränzlein stark machen. Derzeit sind die Beamten mit Schusswaffen ausgestattet, die acht Kugeln im Magazin tragen. Weitere acht Kugeln stehen in einem Ersatzmagazin zur Verfügung. „Das reicht aufgrund der derzeitigen Sicherheitslage nicht aus“, sagt Pangerl. Der Gröbenzeller Polizeichef wünscht sich Waffen mit 16 Schuss und entsprechendem Ersatzmagazin. Beamte im Münchner Speckgürtel tun sich zudem schwer, Wohnungen zu finden. Die Gröbenzeller Polizei beklagt deshalb eine hohe Personalfluktuation. Junge Kollegen, die derzeit verstärkt aus Unterfranken nach Oberbayern kommen, würden deshalb hier ihre festgelegte zweijährige Dienstzeit absitzen und dann wieder gehen. „Heimisch wird hier kaum einer“, sagt Pangerl. Kränzlein fordert deshalb, dass der Staatsbediensteten-Wohnungsbau hochgefahren wird. Die Polizei leiste hervorragende Arbeit unter erschwerten Bedingungen, so Krönzlein. Das werde auch darin deutlich, dass in Gröbenzell lediglich 43 Straftaten auf 1000 Einwohner kommen. In Bayern liege diese Zahl bei 63. Bayern sei damit insgesamt noch ein sicheres Land. „Aber die Aufgaben der Polizei sind stark gewachsen – nicht nur durch die Terrorbedrohung, sondern auch durch neue Methoden wie Cybercrime, also die Kriminalität im Internet“, sagt Kränzlein. Deshalb wolle die SPD die Beamten mit ihren Anträgen stärken.

Andreas Daschner

Meistgelesene Artikel

Nach Abriss folgt Aufbau

Fürstenfeldbruck – Ein bedeutendes Schulbauprojekt des Landkreises Fürstenfeldbruck ist einen wesentlichen Schritt vorangekommen: Schulleiterin und …
Nach Abriss folgt Aufbau

Neue Buslinie im Landkreis

Landkreis – Die Gemeinden präsentierten die neue, zwischen Olching, Gröbenzell und Puchheim verkehrenden MVV-Regionalbuslinie 832, die ab 12. …
Neue Buslinie im Landkreis

Gegen das rasche Wachstum

Fürstenfeldbruck/Landkreis – Der Landkreis will sich nicht dem Siedlungsdruck aus der Landeshauptstadt München beugen. Maximal ein Prozent soll das …
Gegen das rasche Wachstum

Kommentare