38 Teilnehmer beim ersten Senioren Speed-Dating in Fürstenfeldbruck

Sieben Minuten bis zum Gong

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Das Speed-Dating ab 60 im Mehrgenerationenhaus ist auf große Resonanz gestoßen.

Fürstenfeldbruck – 38 Damen und Herren sind zum ersten Speed-Dating 60 plus ins LiB-Mehrgenerationenhaus am Sulzbogen gekommen. Die Männer sind deutlich in der Unterzahl - nur acht machen mit. Das ist aber kein Problem. ,,Die meisten haben mir im Vorfeld gesagt, dass sie keinen neuen Lebenspartner suchen, sondern lediglich neue Kontakte mit Gleichgesinnten knüpfen wollen“, erzählt Organisatorin Tanja Reuter vom LIB Mehrgenerationenhaus

Passend zur Veranstaltung wurde der Bürgersaal dank roter und gelber Stehlampen in ein schummriges Licht getaucht. Rote Herzen baumeln an den geschlossenen Fenstern und rote Luftballons zieren den Raum. Die 19 durchnummerierten Tische wurden mit roten Läufern, kleinen Accessoires und passenden Servietten dekoriert. Im Hintergrund dudelt leise Musik. Jeweils zwei Leute sitzen sich an den Tischen gegenüber. Sieben Minuten haben die Teilnehmer Zeit, sich kennen zu lernen, sich sympathisch oder unsympathisch zu finden. Dann ertönt ein Gong, die Zeit ist um. Eine Hälfte der Teilnehmer wandert zum nächsten Tisch, die andere Hälfte bleibt sitzen. Unter den Teilnehmern sind auch Renate U. und Anja B., beide 76: ,,Ich habe von dem Speed-Dating 60 plus gelesen und sofort meine Freundin angerufen, dass wir dorthin gehen“, freut sich Renate. Für beide ist es eine tolle Möglichkeit, gleichaltrige Leute kennenzulernen und den Bekanntenkreis zu erweitern. Dass deutlich weniger Männer als Frauen da sind, stört sie nicht so sehr. ,,Soziale Kontakte sind im Alter besonders wichtig“, bestätigt Anja. ,,Für gemeinsame Unternehmungen, Radtouren oder Ausflüge. Wir sind für alles offen“. Renate hat sogar eine alte Bekannte von früher getroffen: ,,Wir haben uns immer super verstanden, uns aber vor mehr als zehn Jahren das letzte Mal gesehen. Wir hatten vorhin ein richtig gutes Gespräch“.

Im Raum herrscht hitzige Betriebsamkeit: Die erste Scheu ist verflogen und die meisten Teilnehmer plaudern ausgelassen. Wieder sind sieben Minuten vorbei. Man rückt einen Tisch weiter. ,,Ich hätte mich jetzt gern noch länger mit der netten Dame von eben unterhalten. Wir waren auf derselben Wellenlänge“, erzählt eine Seniorin. Kein Problem, am Ende der Veranstaltung hat man immer noch die Gelegenheit, sich auszutauschen. Und wenn keine gute Unterhaltung zustande kommt, ist man nach wenigen Minuten erlöst. So sehen es auch Renate und Anja: ,,Am Anfang stelle ich mich erst mal vor. Dann frage ich mein Gegenüber, was er oder sie sich von mir erhofft. Und dann ergibt sich schon ein Thema, über das wir sprechen“, erklärt Renate. ,,Wenn nicht, freue ich mich auf das nächste Gespräch“. Nach drei Stunden ,,Small Talk“ sind die Teilnehmer zwar etwas erschöpft, aber sichtlich gut gelaunt sind. ,,Die Idee des Speed-Datings ist bei den Senioren ab 60 toll angekommen. Wir planen für Januar wieder eines“, verrät Tanja Reuter. Bis dahin ergibt sich vielleicht ein regelmäßiger Senioren- Stammtisch, wie von einigen Teilnehmern gewünscht wird.

Nicole Burk

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