In die Energiewende investieren

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Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck wollen die Energiewende bis 2030 realisieren und haben die Entwicklungsgesellschaft Erneuerbare Energien GmbH Brucker Land gegründet:Kaufmännischer Leiter Christian Thomas Lautenbacher, technischer Leiter Bernhard Schulze, Geschäftsführer Karl Heinz Schönenborn.

Fürstenfeldbruck – Bis 2030 möchten die Stadtwerke Fürstenfeldbruck die Energiewende schaffen. Deswegen haben sie letztes Jahr beschlossen, eine eigene Tochtergesellschaft zu gründen. Jetzt ist es soweit – die Entwicklungsgesellschaft Erneuerbare Energien Brucker Land GmbH ist gestartet.

„Wir wollen, dass bis 2030 in unserem Netz ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien fließt. Möglichst regional von uns erzeugt. Denn dann sind wir unabhängig von Dritten“, sagt Karl Heinz Schönenborn, Geschäftsführer der Stadtwerke. Er ist zugleich Geschäftsführer der neugegründeten Entwicklungsgesellschaft Erneuerbare Energien Brucker Land GmbH, kurz EEBL genannt. „Unser erstes großes Startprojekt ist der Ausbau der Windenergie im Dreieck Fürstenfeldbruck, Maisach, Mammendorf an der B2“, berichtet Christian Thomas Lautenbacher, kaufmännischer Leiter der EEBL. Bei langfristigen Windmessungen der Stadtwerke Fürstenfeldbruck im letzten Jahr hatte sich dieser Standort als optimal erwiesen. Auf dem jeweiligen Gemeindegebiet wird je eine Windkraftanlage errichtet und an das Stromnetz der Stadtwerke Fürstenfeldbruck angeschlossen. „Die Grundstücke dafür haben wir per Pacht/Miete vertraglich gesichert. Parallel laufen erste Ausschreibungsverfahren, etwa welcher Hersteller für die Windkraftanlagen gewählt wird“, ergänzt Lautenbacher.

Jedes Windrad soll rund sechs Millionen Kilowatt Stunden (kWh) Strom erzeugen. „Insgesamt können wir so rund 18 Millionen kWh regenerativen Strom ins Netz der Stadtwerke Fürstenfeldbruck einspeisen. Rein rechnerisch ergibt das grünen Strom aus Windkraft für rund 5000 Haushalte“, erläutert Dipl. Ing. Bernhard Schulze, technischer Leiter der EEBL. Leisten sollen das drei Windräder mit einer Nabenhöhe von rund 140 Metern und einem Rotordurchmesser von rund 100 Metern. Die Genehmigungsrechtlichen Verfahren laufen. Beim Landratsamt wurden die Unterlagen gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) eingereicht. Um die Windkraftanlagen für Mensch und Tier umweltfreundlich zu gestalten, hatten die Stadtwerke Fürstenfeldbruck letztes Jahr außerdem akribisch und intensiv alle Umweltschutzbelange geprüft.

Parallel wird eine Genossenschaft Windpark 1 Brucker Land GmbH & Co.KG gegründet, um die Bürger am Erfolg der Windkraftanlagen im Dreieck Fürstenfeldbruck-Maisach- Mammendorf zu beteiligen. Neue Technologien müssen sorgsam eingeführt werden – darauf achten die Stadtwerke Fürstenfeldbruck und die Entwicklungsgesellschaft Erneuerbare Energien Brucker Land. Auf eine sorgsame Einführung haben sich auch alle Gemeinden im Landkreis in den vergangenen Monaten untereinander geeinigt. Sie haben in einem Flächennutzungsplan „Windkraft“ Vorrangflächen für mögliche Windkraftanlagen entwickelt. „Dieser Flächennutzungsplan soll in den nächsten Monaten in Kraft treten“, sagt Karl Heinz Schönenborn. Möglichst viele der involvierten Gemeinden sollen in den nächsten Monaten an einen Tisch gebracht werden, um die Windkraft Aktivitäten aufeinander abzustimmen und sinnvoll zu koordinieren.

So könnte in den nächsten Monaten zum Beispiel eine weitere Gesellschaft Windpark 2 oder Windpark 3 entstehen. Diese Gesellschaften könnten unter Federführung der EEBL, gemeinsam mit den jeweiligen Standort-Gemeinden, entwickelt werden. Die Tätigkeit der neuen Stadtwerke Tochter geht aber noch viel weiter. „Die Technologie im ganzen Umfeld der Erneuerbaren Energien entwickelt sich rasant“, berichtet Bernhard Schulze. „Power-to-Gas“ sei ein solch innovatives Verfahren. Strom kann mit grüner Energie – nur so mache es Sinn – in Gas umgewandelt werden. Gas wiederum lässt sich speichern. Anschließend kann das Gas, wenn Strom benötigt wird, mittels einer Turbine in Strom zurückgewandelt werden. „Wenn diese Technologie marktreif ist, könnten wir künftig selbst produzierten Windstrom speichern. Sobald die Anlagen technisch und wirtschaftlich sauber laufen, werden wir sicher in eine Power-to-Gas-Anlage investieren“, sagt der Technik-Leiter Schulze.

Regional erzeugte erneuerbare Energie zu fördern, zu entwickeln und das Wissen an andere Projektgesellschaften weiter zu veräußern, das ist genau Metier und Expertise der EEBL. „So kommt die Energiewende voran, wird die örtliche und regionale Energieerzeugung ausgebaut und gleichzeitig die heimische Wirtschaft gestärkt“, ist EEBL-Geschäftsführer Schönenborn überzeugt.

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